26. September: Palma de Mallorca

Palma de Mallorca – Almeria. 309 Meilen. 18.00 Stunden Fahrzeit

Wir liegen am Hafen von Palma. Das Motorengeräusch ist verstummt. Heute sind wir auf eigene Faust unterwegs. „Ist ein schöner Spaziergang vom Hafen in die Stadt“, hat man uns gesagt. „Ungefähr drei Kilometer.“ Wir gönnen uns also heute ein gemütliches Frühstück, dann erst mal auf Deck.

Wie ist das Wetter? Gemeldet sind 22 bis 25 Grad, sonnig. Noch ein kurzer Wettercheck. Jacke mitnehmen? Kann nix schaden. So spazieren wir gegen halbneun die Treppe herunter, einen langen Gang in die Abfertigungshalle hinüber – wo geht’s hier raus? Gate 2, müssen wir uns merken fürs Taxi nachher. Aber wie kommt man an die Strandpromenade? Erst mal auf die Straße, die Brücke überqueren, eine Zeitlang auf der Straße neben dem Kai marschieren, dann geht’s rüber.

Eine Yacht neben der anderen. Und was für schöne. Daneben eine unüberschaubare Menge kleiner Boote, dicht an dicht. Schön, mal wieder ein Stück zu laufen und die Landschaft mit allen Sinnen aufzunehmen statt im Bus dran vorbeizufahren. Die Temperatur ist angenehm, die Jacke kann man noch gut ertragen, später wird’s sonnig und warm. Unterwegs lädt uns ein Cafe direkt am Wasser zur Rast ein. Ein Latte Macchiato, neue Energie. Weiter geht’s an Windmühlen vorbei – was tun die hier? Zum mittelalterlichen Teil der Stadt mit den romantischen engen Gässchen. Es ist knapp 10 Uhr morgens, die Straßen noch menschenleer.

Bis zur Kathedrale, da wimmelt es nun wieder von Touristen. Eine „weiße Madonna“ sitzt starr und regungslos da. Als ich Geld in den Beutel davor werfe, schenkt sie mir ein warmes Lächeln. Daneben ein Maler mit Landschaftsbildern, als Palette dient eine Zeitungsseite. Wir gehen um die Kathedrale herum, der Eintritt kostet Geld, treffen ein paar Bekannte vom Schiff, machen natürlich auch Fotos und schlendern weiter. Langsam erwacht der Ort, aus den Lokalen schleppt man die Stühle ins Freie, Abdeckungen werden beiseite gelegt, die Rolläden an den Läden hochgezogen.

Inzwischen wird’s in der Sonne schön warm, was Kaltes zu trinken wäre noch schön. Wir setzen uns in ein Straßencafe, bald müssen wir wieder zurück. Die Orientierung haben wir verloren, aber auf der anderen Straßenseite fahren ja ständig Taxen vorbei. Ein Taxi bringt uns auch wohlbehalten wieder zurück zum Terminal, ungefähr 6 Euro kostet der Spaß. Zurück durch die Abfertigungshalle aufs Schiff. Es ist ungefähr 12 Uhr, das Büfett eröffnet, aber beide haben wir keinen großen Hunger. So schnappen wir uns den Laptop, Diethard lädt die Bilder drauf, ich schreibe im strahlenden Sonnenschein an Deck eifrig weiter am Reisebericht, trotz der lauten Musik. Die Animateure stehen am Beckenrand und zeigen den Clubtanz. Alle gucken, keiner macht mit.

Das Büfett lockt inzwischen doch, ein Koch zeigt seine Schnitzkünste – als Dekoration steht am Büfett immer eine Figur, aus einer Melone geschnitzt. So schnell können die staunenden Touristen gar nicht gucken, wie wieder ein Meisterwerk entsteht. Doch kurz vor der Vollendung vertreiben dicke Tropfen die Zuschauer. Alles flüchtet wie aufgeschreckte Ameisen auf die überdachten Plätze. Der Regenschauer hat schon wieder aufgehört, bis alle ihren Platz gefunden haben. Eine Durchsage: Gleich beginnt der Serviettenfaltkurs in der Showboat lounge. Na, das kann ich mir doch mal angucken. Der Serviettenfaltkurs gerät eher zum Serviettenknautschkurs. Irgendwie ähnelt das, was wir nachmachen, nicht so ganz dem Original. Den Salsakurs hab ich verpasst, weil ich das Programm falsch in Erinnerung hatte. Na ja, dafür schauen wir uns gemeinsam den Zauberer an. Immer wieder verblüffend, diese Tricks. Macht viel Spaß.

„Bleiben Sie zum Spanischkurs?“ Okay, warum nicht. Eine halbe Stunde lang schreiben wir eifrig Zahlen auf und bekommen eine Grammatiklektion. Draußen wird es duster und düsterer. Es regnet und das Schiff fängt wieder leise an zu schaukeln. Auf Deck ist es ziemlich kalt – wir verpassen also keine Sonne. Wenn wir schon da sind, dann können wir doch auch gleich noch das Quiz mitmachen, gell? „Ein gastronomisches Quiz. Ist ganz leicht“. Von wegen – es ist gar nicht so einfach, die 20 exotischen Gerichte, die verlesen werden, ihrem Heimatland zuzuordnen. Diethard hat 17 Richtige, zwei Damen bieten 18 und gewinnen den Tagescocktail.

 

 

 

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