Dienstag, 7. November 2006 |
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Die Wäscherei Dhobi Ghat„Hier können Sie ein Stück normales Leben sehen“, meint Nurdan: Dhobi Ghat, die zentrale Wäscherei von Mumbai. Eine riesiges Gelände, unterteilt in kleine gemauerte Parzellen, Männer, die Kleidungsstücke waschen, indem sie sie auf einen Stein klopfen, andere, die die nassen Teile aufhängen, fein säuberlich geordnet. „Woher weiß man denn, was wem gehört?“ frage ich Nutan. Da steckt natürlich Systematik dahinter. Die Wäsche wird in großen Säcken stadtteilweise von Boten gebracht. Es ist festgelegt, an welchem Wochentag die Wäsche der verschiedenen Stadtteile gewaschen wird. Die Wäscher haben ihre Stammkunden. Immer zwei oder drei Leute teilen sich einen Bottich, den sie mieten, und arbeiten schichtweise darin. Wäsche aus Krankenhäusern, Restaurants, Hotels und privaten Haushalten wird hier gewaschen. An die 10.000 Menschen arbeiten im Dhobi Ghat. Hunderte von Betonbecken nebeneinander, in denen je ein Mann bis zu den Knien in Seifenlauge steht und Wäschestücke immer und immer wieder auf einen Steinklotz prügelt. Ein Hüttendorf umrahmt die Betonbecken. Dort wohnen die meisten Arbeiter, mit 15 bis 20 Personen unter einem Dach. Um 4:00 Uhr in der Frühe wird geweckt und um 04:30 beginnt der Arbeitstag, der bis 18:30 geht. Der Verdienst eines Tages beträgt umgerechnet einen Euro.
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Im Gandhi-HausDieses Haus war zwischen 1917 bis 1934 ein Stützpunkt für Mahatma Gandhi. Das in einer schattigen, gutbürgerlichen Straße gelegene Haus dient heute als Gedenkstätte, zeigt eine umfangreiche wissenschaftliche Bibliothek, Fotos historischer Begebenheiten, auch einen Brief an Adolf Hitler, mit dem Versuch, den Weltfrieden zu bewahren. In vielen Schaukästen sind bekannte Situationen aus dem Leben von Gandhi lebendig dargestellt, von den Anfängen seines Widerstandes in Südafrika bis hin zu seiner Ermordung. Hinter Glas geschützt befindet sich sein einfacher Wohn- und Schlafraum. Schaukästen zeigen einzelne Stationen seines Lebens. Als Nutan uns alles erklärt, treffen wir die Reisegruppe vom Flughafen wieder. Eine Frau seufzt: „Ich beneide sie wirklich um Ihre Reiseleiterin, die so gut deutsch spricht und sich so um sie kümmert. Unser Reiseleiter interessiert sich überhaupt nicht für seine Gruppe, der kann kaum Englisch, und hat uns einfach hier stehen lassen.“
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