Sonntag, 27. November 2006 |
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City Palace UdaipurAnschließend geht’s zum City Palace. Der Sage nach traf Maharana Udai Singh auf der Jagd einen Sadhu (heiligen Mann) am Ufer eines Sees. Der König ließ sich von dem Sadhu segnen und bekam den Ratschlag, seine Hauptstadt um den See zu bauen. Es war ein guter Platz mit grünen Hügeln, die sich schützend um die Seen gruppierten. So kam es, daß 1559 die Stadt Udaipur entstand und der Maharana Udai Singh 1568 nach seiner Flucht aus dem belagerten Chittorgarh die Hauptstadt seines Reiches hierher verlegte. Er hat auch den Bau des City Palace begonnen, der von vielen nachfolgenden Generationen immer weiter ausgebaut wurde. Der letzte "echte" Maharana fiel leider in den 50er Jahren beim Polo vom Pferd und war daraufhin gelähmt und konnte so nicht mehr für die Fortsetzung der Familienlinie sorgen. 200 Rupien kostet das Fotografieren, viermal so viel wie sonst. Das Geld kommt den Schülern der Malakademie zugute, meint Raj. Der City Palace ist ein riesiges Gebäude, wieder ein ganz anderer Stil, als wir bisher gesehen haben. Teilweise sehr bunt durch kleine quadratische Glasfenster in knalligen Farben, ein Raum da bei, der sehr an eine Disco erinnert, teilweise noch mit Sitzkissen eingerichtet, ein paar wirklich gemütliche Ecken dabei. Viele Bilder, die ausgestellt sind, tolle Mosaiken, die Pfauen darstellen. Geschichten von Pferden, die zur Abschreckung im Kampf als Elefanten "verkleidet" wurden, der Rollstuhl und Polo-Dress des letzten Maharanas. Treppchen rauf, Treppchen runter, noch ein Raum, noch ein Innenhof. Immer wieder ein herrlicher Blick auf den Pichola Lake. Aber unser Fassungsvermögen ist irgendwann erschöpft. Ein Indian Tee wäre jetzt genau richtig. „Not here“, meint Raj, und lässt uns wieder ins Auto steigen.
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Mal-Akademie und der Brunnengarten Saheliyon Ki BariBald halten wir vor der Mal-Akademie. „I dont’t want to buy anything“, warne ich. Der Stil der indischen Bilder, die wir ja schon oft gesehen haben, passt einfach nicht zu uns, und ich finde es einerseits immer peinlich, etwas vorgeführt zu bekommen und nichts zu kaufen, andererseits kaufen wir nur Souvenirs, die wir wirklich auch zu Hause benutzen. „You can feel free“, sagt Raj. “If you want to buy something, its okay. If you don’t want to buy something its also okay. But I want to show you how its done.” Na gut. Wir trinken unseren Indian Tee, während man uns zeigt, wie die natural colours gewonnen werden aus verschiedenen Steinen und Mineralen. Und die verschiedenen Maltechniken, die mit allerfeinsten Pinseln ausgeführt werden. Und man berichtet uns von Schülern und Meistern und jahrelangen Ausbildungswegen. Man zeigt uns eine Zeichnung eines Elefanten, hmmm, eigentlich passt das nicht zu uns, aber es ist schon sehr hübsch. Wie wir hören, braucht man zehn Jahre Erfahrung dazu, um das in dieser Vollendung zu malen, und 6 Tage Arbeit. 600 Rupien, also nicht mal 10 Euro. Das Bild passt sicher gut neben meinen PC, so werde ich immer wieder erinnert an diesen schönen Urlaub. Anschließend gehen wir ein paar Schritte in einen benachbarten Park. Hier ist es kühl und feucht durch Tausende von Wasserfontänen, die teilweise einen richtigen Dschungel-Eindruck mit tropischen Pflanzen ermöglichen. Viele Brunnen zwischen blühenden Bougainvillae, überall plätschert, rauscht und tropft es. Dahinter steckt, so erfahren wir, ein System, das den Wasserdruck des ein paar Meter höher gelegenen Sees über lange Rohrleitungen dazu nutzt, diesen Garten permanent zu bewässern. Ende des 19. Jahrhunderts wurde der Garten als Aufenthaltsort für die Hofdamen im Sommer gebaut.
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