Samstag, 4. November 2006
Jaisalmer Fort

Jaisalmer Fort

Wir gehen noch ein paar Schritte am See entlang und genießen das sanfte Morgenlicht und die friedliche Stimmung. Dann gehen wir eine kleine Anhöhe hinauf und blicken über einen alten Friedhof auf das Jaisalmer-Fort, das golden in der Morgensonne leuchtet. Unser Führer erzählt, dass dorr heute 3500 Menschen im Fort leben, und es wegen der Touristen immer mehr werden. Es gehört zum Weltkulturerbe der Menschheit, ist aber wegen der vielen Menschen gefährdet. Man sieht an den dunklen Fundamenten, dass zu viel Feuchtigkeit im Gemäuer steckt, und dieses macht den Sandstein weich. Daher empfiehlt er uns, im Fort selber nichts zu kaufen oder zu essen, um die Zerstörung nicht noch zu fördern, eine wohl vernünftige Bitte, an die wir uns gerne halten.

Das Fort steht auf einem natürlichen Hügel, und das bereits seit dem 12. Jahrhundert. Durch 4 Tore gelangt man hinein, und diese sind so angelegt, dass ein Angreifer von einem Tor nicht sieht, ob noch weitere folgen. Das letzte ist sogar so angelegt, dass man von oben drüber heißes Öl auf die Angreifer schütten konnte.

 

Klick auf ein Bild führt zur Bildergalerie

Rundgang in Jaisalmer

Jaisalmer wirkt durch den goldenen Sandstein, aus dem die meisten Gebäude gebaut sind. Aber viele Häuser besitzen prachtvolle Erker und Verzierungen, die teilweise mehrere Zentimeter in den Stein hineingeschnitzt sind. So findet man immer wieder herrliche Fassaden, am Palast, an den alten Havelis (den Kaufhäusern) und auch an vielen Wohnhäusern.

Im Tempel, den wir uns ausführlich anschauen, stehen genau 6666 Statuen von Göttern. Wie kann man das bloß alles auseinander halten? All diese Geschichten muss man wohl immer wieder von Kindesbeinen an hören, um durchzublicken, oder sich wirklich ausgiebig damit beschäftigen.

Dann führt uns unser Guide in ein altes Haveli. Hier werden altertümliche Sachen verkauft, die in den umliegenden Dörfern gesammelt werden, Bilder, Türen, Bücher, Kannen, Töpfe, Heiligenbilder und -statuen. Ein Paradies für Antiquitätenliebhaber, urig präsentiert in den verwinkelten Räumen das alten Hauses, in die man nur über steile schmale Treppen gelangt. Unten gibt’s Decken und Stoffe, produziert in den umliegenden Dörfern, die hier von einer Art Kooperative verkauft werden. Sehr schöne Sachen sind dabei, aber doch nichts, was wirklich in unsere heimische Umgebung passen würde.

Dasselbe gilt für die vielen Schals und Umhänge, die wir im nächsten Geschäft zu sehen bekommen. Sehr schöne Stücke aus Kaschmir oder Seide mit herrlichen Stickereien, die hier für den stolzen Preis von 80 – 120 EUR angeboten werden. Was von diesem Geld wohl bei den Frauen ankommt, die diese wunderschönen Arbeiten ausführen? - Aber auch hier nichts, was zu unserer heimischen Mode passen würde. Daher bleibt die Kreditkarte auch hier in der Tasche.