Freitag, 3. November 2006 |
![]() |
||
Kamelritt zu den SanddünenDas Camp ist ca. 50 km entfernt von Jaisalmer. Wir fahren durch die Wüste, irgendwann geht’s rechts ab. Das Camp ist erreicht. Rezeption? Gibt’s hier nicht. Die Koffer werden bereits zum Zelt Nr. 10 getragen. Ein Blick ins Innere, das wirklich überrascht. Ein gemütlich aussehendes Doppelbett, der Vorhang zum „bathroom“ ist geöffnet. Kaum zu glauben, ein glänzend-gefliestes großzügiges Bad mit Waschbecken und Toilette. Koffer ins Zelt, ein kurzer Gang zur Toilette, dann heißt es„Your camel is ready“. Wir schwingen uns etwas skeptisch aufs Kamel. Man muss sich erst mal dran gewöhnen, aber dann macht es doch viel Spaß, zu den Sanddünen zu reiten. Plötzlich eine Klapperschlange am Wegesrand. Der Führer macht einen Satz, das Kamel auch. Viele schwarze Käfer krabbeln am Boden. Was Gefährliches? Wir kennen sie nicht. In weiter Ferne sehen wir eine Kamelkarawane mit einer Touristenhorde. Aber unser Führer steuert eine andere Düne an. Ganz allein sind wir hier. Ob wir auch im Camp alleine sind? Das sah so unbewohnt aus. Nun, lassen wir uns überraschen. Während die Touristenhorde drüben von den üblichen lauten Musik- und Tanzdarbietungen erfreut wird, genießen wir die Ruhe auf unserem Hügel, lassen uns im Sand nieder und warten auf den Sonnenuntergang. Das einzige, was uns stört, sind die Käfer, die auf uns zukrabbeln. Ich räume lieber das Feld, Diethard knurrt: „Ich bin das höher entwickelte Lebewesen. Ich weiche nicht.“ und hält sich die Käfer mit Sand vom Leibe. Staunend stehen wir in der Wüste und schauen uns an. Wo sind wir da wieder gelandet? Dieser reiche Indienurlaub ist tatsächlich voller Gegensätze. Der Sonnenuntergang ist wie erwartet wenig spektakulär. Die rote Scheibe versinkt einfach im Dunst. Aber die Umgebung ist einfach was Besonderes. Wir brechen auf, die anderen auf dem Hügel drüben auch. Die Führer liefern sich ein kleines Wettrennen, aber inzwischen sitzen wir so cool im Sattel, dass uns das nicht (sehr) erschreckt. Es stellt sich heraus, dass doch noch ein paar Gäste anwesend sind, insgesamt 13. Als wir das Zelt erreichen, ist es fast dunkel. Wo ist Licht? Beim nächsten Urlaub habe ich ganz sicher eine Taschenlampe dabei. Einen Schalter hat die Lampe auf dem Nachttisch nicht, entweder es gibt Strom oder es gibt keinen, wie wir bald feststellen. Gilt auch für das Wasser. Die Toilettenspülung funktioniert, das Waschbecken nicht. Auch eine interessante Erfahrung, im Dunkeln in den Koffern zu kramen und zu finden, was man braucht. Strümpfe zum Beispiel. Es ist zwar sehr warm, aber man sitzt zum Abendessen ja draußen.
|
Klick auf ein Bild führt zur Bildergalerie |
||
Wüstendinner unterm SternenzeltDie Show ist schon im Gange, wie man hört. Also begeben wir uns zum Innenhof. Sitzkissen oder Sessel? Wenn wir schon hier sind, dann natürlich Sitzkissen. Also verknoten wir die Beine und lassen uns nieder. Neben uns eine Familie aus Bombay mit ihrer 7-jährigen Tochter, mit der ich mich schnell anfreunde. Die Show läuft nach bekanntem Muster. Mehrere Männer trommeln und singen voller Leidenschaft. Frauen tanzen. In diesem Fall sind es drei. Auffallend vor allem ein bezauberndes 10-jähriges Mädchen, das voller Anmut die Hüften schwenkt. Nach dem Essen werden auch die Touristen einbezogen, damit keiner einschläft. Wir sind mal wieder die letzten, gegen 9 Uhr verlassen wir den gemütlichen Hof und nehmen uns noch ein Bier für die Terrasse mit. Im Nachbarzelt wohnt die indische Familie. Wir setzen uns zusammen, ein netter Abend. Um 22.00 Uhr gehen die Lichter aus. Das muss sein, erklärt Ashok später, der Generator muss stundenlang laufen, um den Strom zu erzeugen. Zum Glück ist Vollmond, so dass man die Toilette und das Bett ohne blaue Flecken finden kann. Wir fallen ins Bett. Wieder ein reicher Tag zu Ende.
|
|
||