Donnerstag, 2. November 2006
Hochzeitszeremonie in der Moschee

Hochzeitszeremonie in der Moschee

Gegen 20.30 Uhr finden wir uns wie verabredet auf dem Parkplatz ein. Ashok untersucht das Geschenk, ob auch nichts Falsches dabei ist. Aber Kulis, Luftballons, Süßigkeiten und Kosmetik sind offensichtlich gute glücksbringende Gaben. Gemeinsam marschieren wir im Dunkeln zur Moschee. Den Vorbeter hört man schon von weitem. Der Innenhof der kleinen Moschee ist voll mit Menschen, die im Schneidersitz auf dem Boden sitzen. In der Mitte das Brautpaar, davor brennt ein Feuer auf einem kleinen buntverziertem Podest. Junge Männer winken uns herein. Wir sind etwas unschlüssig. Kann man wirklich einfach so in eine Zeremonie reinplatzen?

Anscheinend ja. Mitten in der Zeremonie gibt’s ein großes Hallo. Der Vorbeter lächelt freundlich und man fordert mich auf, mich mitten in die Menge auf den Boden zu setzen, hinter den Bräutigam und ihm das Geschenk zu überreichen. Ich kann nur sein Gesicht sehen, er ist schon ziemlich alt, die verschleierte Braut sehe ich nur von hinten, man kann das Alter nicht erkennen.

Ein Mann steht auf, malt Diethard und mir einen roten Punkt auf die Stirn und klebt Reiskörner auf. Dieselbe Zeremonie wie in Pushkar, wo ich mich dagegen gewehrt habe, weil ich es als Touristennepp empfand. Hier dagegen ist es echt gemeint. Lächelnde Gesichter bei den Erwachsenen, staunende Kinder, neben mir ein paar Jugendliche, die mich einweisen, was ich zu tun habe. An der Zeremonie machen alle mit, der Vorbeter betet und singt eine endlose Litanei, dazwischen rufen alle immer lautstark etwas, das sich wie „swaha“ anhört. Ich brauche lange, bis ich den Rhythmus erkenne und die Jugendlichen neben mir amüsieren sich köstlich, wenn ich zu spät einsetze. Diethard wird derweil in der Moschee herumgeführt, man zeigt ihm die besten Plätze, von wo aus er fotografieren kann und gibt ihm einen Zettel, wohin er die Fotos später schicken kann.

War ganz anders, als wir das erwartet haben. Keine rauschende Feier, kein ausgelassenes Tanzen. Es bleibt vorläufig beim Beten. Anschließend erfahren wir, dass es sich hierbei nicht um eine erste Hochzeit gehandelt hat, sondern um einen Gedenktag, vielleicht so etwas wie eine Goldene Hochzeit? Leider reichen die beiderseitigen Englischkenntnisse nicht aus, um das richtig zu klären. Gegen 10 Uhr marschieren wir zurück. „You are happy?” fragt Ashok. Tatsächlich. Es war mal wieder ein vollgepackter reicher Tag, so viele Eindrücke, der unerwartete Abend mittendrin im Alltagsleben der “local people”.


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Zauberei im Fort

Noch einen Schlummertrunk am Swimmingpool? Auf dem Rasen sitzen ein paar Leute, im Halbdunkel eine Tänzerin im prächtigen Gewand vor ihnen. Ein paar Schritte weiter ein Magier im Gras und winkt uns, ob wir uns nicht setzen wollen. Wir kriegen eine Privatshow für uns alleine. Unglaublich, man sitzt ganz nahe davor, sieht „eigentlich“ jeden Handgriff und doch verschwinden Gegenstände, verwandeln rote Bällchen sich in silberne Rupies, und das in meiner Hand, während ich zwei Meter entfernt von dem Magier sitze. Im wahrsten Sinn des Wortes zauberhaft in dieser zauberhaften Umgebung.

Auch der Service ist bezaubernd. Ständig ist jemand da, der uns bedient, die Wünsche erfüllt, den Weg zeigt in der großen Anlage, oder bei Dunkelheit mit der Taschenlampe leuchtet.. Das alles mit einer großen Ruhe, Freundlichkeit und Gelassenheit. Einfach zum Wohlfühlen. Ob wir diese Stimmung später ein kleines Stück weit mit in unseren Alltag retten können...?