Montag, 31. Oktober 2006 |
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Shopping„Wo kann man schöne Tücher kaufen oder Saris“, habe ich Sanjay gefragt. Er hat einen Freund mit einem Laden, wo bessere Qualität verkauft wird als auf dem Bazar. Ich möchte gerne ein paar Tücher mitnehmen für Fasching, aber so das Richtige finde ich nicht. Schließlich will ich nicht viel Geld ausgeben, aber die Preise sind erheblich höher, als ich erwartet hatte – wie sich später zeigt, nicht nur hier, sondern auch in anderen Städten. Natürlich kann ich schlecht gehen, ohne was zu kaufen, so nehme ich ein Tuch mit und eine Tunika. Was für ein randvoller Tag wieder. Dabei ist es erst zwei Uhr mittags. Zeit, sich von Shankar und Sanjay zu trennen. Shankar muss heute wieder nach Delhi zurückfahren und morgen warten die nächsten Touristen auf ihn. Wir verabschieden uns, tauschen Adressen aus, laden Sanjay ein, wenn er wirklich nach Deutschland kommt, geben den beiden ihr Trinkgeld und winken zum Abschied. Diethard schnappt sich ein Buch. Ich lege mich auf den Liegestuhl am Swimmingpool und pflege meinen schmerzenden dick angeschwollenen Knöchel und schlafe inmitten des Vogel-Hupen-Kinderlärms selig vor mich hin. Schön, diese Auszeit aus dem hektischen orientalischen Leben.
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Spaziergang im AbendgewimmelGegen halbsechs ziehen wir noch mal zu Fuß los, ein paar Straßenzüge weiter vom Hotel aus. Hier herrscht geschäftiges Leben, hier gibt’s viel Baumaterial zu kaufen, Stahlträger, Plastikrohre, es wird beladen und entladen, alles mitten auf der Straße, Ladepapiere unterschrieben, ein bepacktes Dromedar steht zwischen den Lastwagen, wir schlängeln uns durch, halb auf dem Bürgersteig, der vollgestellt ist mit allen möglichen Dingen, halb auf der Straße, so genau weiß man nicht, ob die Autos nun parken oder gleich losfahren. Hier sind Touristen offensichtlich Mangelware, man lässt uns in Ruhe, niemand will was verkaufen, nur zwei Fahrradrikschas bieten ihre Dienste an. Es ist ein unglaubliches Gewimmel, das sich mit Bildern und Worten einfach nicht einfangen lässt. Man muss es erlebt haben. Wir schaffen es auch, unbeschadet die Straße zu überqueren, die Umgebung plötzlich ganz anders. Gepflegte schmale Apotheken, mehrere Meter lang, die Medikamente hinter glänzenden Glasvitrinen ausgestellt, ein Laden neben dem anderen, daneben Lebensmittel, in Fett gebackene Kringel und Stangen, wieder mehrere nebeneinander mit dem gleichen Sortiment. Inzwischen ist es dunkel, wir suchen unseren Weg zurück, mit meinem Knöchel passe ich sehr auf, dass ich beim Ausweichen im Verkehrstrubel nicht noch mal daneben trete in eine Stolperfalle, die der unebene Asphalt mit sich bringt. Hinein durch das Tor und wir sind wieder in dieser anderen Welt: Ruhe, Sauberkeit, Blumen, gepflegte Umgebung. Noch eine Ruhepause im Zimmer, Weiterschreiben am Bericht. Zum Abendessen bleiben wir heute im schönen Hotelambiente und sichern uns den gemütlichen Tisch am Swimmingpool, an dem wir schon mittags waren. Die Speisekarte wie üblich: Huhn, Lamm, Vegetarisches, Tandoori. Selbst Fisch ist sehr selten. Da Lamm nicht so unser Ding ist, heißt es also wieder Chicken. Ein gewisses Sehnen nach der Vielfalt europäischer Essensangebote kommt schon immer wieder mal hoch. Diethard bestellt inzwischen sehr routiniert, mal ein Gemüse aus Kartoffeln und Blumenkohl, auch sehr lecker. Noch ein Bier. Ein Puppenspieler hat sein buntes Theater aufgebaut, als Familien mit sechs, sieben Kindern kommen, beginnt er sein Spiel und lässt die Puppen quietschen, während ein Junge trommelt. Den Kids scheint es Spaß zu machen, anschließend ziehen alle mit einer Puppe herum. Wir lassen die Ereignisse des Tages noch einmal Revue passieren, schauen die Fotos von heute an, und schreiben weiter am Reisebericht, um uns die Erinnerung an diese prallgefüllten Tage auch Jahre später noch abrufen zu können. |
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