Montag, 31. Oktober 2006
Der City-Palace und Zentrum

Der City-Palace

Einen Teil des City Palace bewohnt auch noch heute die Maharaja-Familie, und die beiden Fahnen auf dem Dach des Gebäudes zeigen uns, dass er auch heute in der Stadt anwesend ist. Der größte Teil des City Palace ist aber heute ein Museum mit seltenen Malereien, Manuskripten und Waffensammlungen.. Alle Gebäude sind aus rotem Sandstein. Besonders schön ist der Pfauenhof, mit Glasmosaiken und poliertem Messing, erbaut von Pratap Singh.

Zum Schluss kommen wir noch an zwei riesigen Behältern aus reinem Silber vorbei, die, so erzählt uns Sanjay, sogar im Guiness-Buch der Rekorde stehen: die beiden größten Vollsilbergegenstände auf der Welt, jedes 345 kg schwer und mit einem Fassungsvermögen von 900 Litern. Wozu sie gedient haben? Nun, der Maharaja war anno 1902 auf Englandreise und benötigte hierfür einen gewissen Vorrat an Ganges-Wasser zum Mitnehmen. Und dafür hat er die beiden Teile mal eben anfertigen lassen...

 

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Das Zentrum

Weiter geht’s mit dem Auto im Straßengewühl zum Bazar, den wir zu Fuß durch ein enges Gassengewirr erreichen. Die Sonne brennt jetzt ganz schön, und wir sind froh um jedes bißchen Schatten. Große Kreisverkehre liegen auf der Hauptstraße, und nach nicht erkennbaren Regeln wälzt sich permanent hupend ein Verkehrsmoloch durch die Straßen – Autos, Busse, Fahrradrikschas, Lastenfahrräder, Lastwagen, Motorräder und Mopeds aller Größe, Pferdefuhrwerke, Gruppen von Fußgängern und mittendrin auch ein paar Kühe, die sich gelassen in dem Chaos behaupten. Wir gehen hinter Sanjay her mitten über den Kreisverkehr, 3 Meter vor, 2 zurück, dann laufend, uns an den Händen haltend, immer im Augenkontakt mit den Fahrern der Motorräder, Autos und Rikschas, und schaffen es tatsächlich, heil auf die andere Straßenseite zu gelangen.

Puh! Überlebt! Auf der anderen Seite hat Sanjay mal wieder “Connections”, sprich einen Freund (dem er natürlich etwas Geld zustecken muss), und damit gelangen wir über enge, steile Treppen auf eine Terrasse hoch über dem Verkehrsgewühl und haben von dort einen phantastischen Blick über den Platz. Der bärtige alte Mann mit der Hornbrille, der uns oben in Empfang genommen hat, deutet an, wir mögen ihn doch bitte fotografieren, was ihm natürlich weitere 10 Rupien einbringt.

10 Minuten genießen wir die Aussicht auf das unten vorbeiströmende Verkehrsgetümmel, und Diethard macht viele Schnappschüsse von den unterschiedlichen Transportmitteln, dann geht’s zurück auf der anderen Seite vom Bazar. Hier sieht’s schon viel ordentlicher aus. Shop an Shop. Vollgestapelt mit Nähmaschinen. Oder mit lauter Türklinken. Oder mit Farbdosen und Sanitärobjekten. Zurück geht’s durch eins der 6 Tore. Shankar wartet auf uns und braucht seine ganze Fahrkunst, um uns durch das Nadelöhr zu manövrieren, während die Mopedfahrer das Ganze beobachten und keinen Zentimeter von der Stelle weichen.