Montag, 31. Oktober 2006
Jaipur: Pink City und Fort Amber

Jaipur – pink city

Auf 6:15 hatten wir unseren Wake-up Call bestellt, schon um kurz nach 6 kommt der Anruf. Und um 6:15 dann ein zweiter. Da es heute schon um halb acht losgehen soll, sind wir früh auf den Beinen und schwingen uns zum Frühstück. Auch hier läuft die Air Condition schon auf Hochtouren, und das Frühstück ist typisch britisch: Porridge, Würstchen, Tomaten, ansonsten nur Toastbrot und Orangenmarmelade. Insgesamt doch eher spärlich.

Mein Gang ist heute nicht sehr elegant, aber falls es mit dem dick geschwollenen Knöchel wirklich nicht mehr geht, haben wir ja immer die Option, die Besichtigungen abzubrechen, was ich aber auf alle Fälle vermeiden will.

Jaipur heißt auch die „rosarote Stadt“ und ist die Hauptstadt von Rajasthan. Sie wurde 1728 von Maharaja Sawai Jai Singh II. erbaut. Er war der bedeutendste Herrscher Ambers und galt als begabter Staatsmann, Astronom, Architekt und Mathematiker und entwarf Jaipur nach einem regelmäßigen Rasternetz, mit dem Palast im Zentrum und 7 Toren in der umgebenden Stadtmauer. Eines dieser Tore, so erfahren wir später, ist noch heute dem Maharaja vorbehalten, wenn er die Stadt verlässt und hereinkommt. Für alle anderen sind die anderen 6 Tore da.

 

 

Fort Amber

Um halbacht stehen Sanjay und Shankar wieder bereit, um mit uns zum 11 km entfernten Fort Amber zu fahren. Dort werden wir von bemalten Elefanten den Berg zum Fort hinauf getragen, erzählt Sanjay. Nach einem tödlichen Unfall vor ein paar Jahren gibt’s heute weniger Elefanten, und diese sind auch nicht lange im Einsatz, so dass man früh da sein muss.

Als wir ankommen, steht schon eine Schlange vor dem Einstiegsbau, und die Touristen werden von Händlern umringt. Taschen, kleine Elefanten, Geschnitztes, Bilder, Reiseführer, Postkarten, alles billig, one vor 50, three for 100, und es bedarf der üblichen stoischen Ruhe, um sie sich zumindest einigermaßen vom Leibe zu halten. Diethard macht einem der Verkäufer den Vorschlag, doch T-Shirts mit der Aufschrift „No, thank you“ oder „No money“ zu verkaufen, das wäre doch sicher ein gutes Geschäft. Er lacht und verspricht, das nächstes Jahr so zu machen. – Ich glaube, so ein Shirt hätten wir auch gekauft.

Endlich sind wir dran und steigen zu zweit auf den Sitz. Es wackelt mächtig, und da es beim Aufstieg teilweise nah an der Mauer zum Abgrund entlang geht, schauen wir lieber nach vorne oder in die Weite. An den Rändern stehen Inder mit Digitalkameras und machen Fotos von den Touristen, die sie später unten wieder verkaufen. Eine knappe Viertelstunde dauert der Aufstieg, dann sind wir oben, und Sanjay fotografiert schnell, während der Elefant ungeduldig wird. Trotzdem nehmen wir nachher unten noch nach kurzem Handeln Fotos mit (3 for 150).

Amber war bis 1727 die Hauptstadt der Kachhawaha-Rajputen, Oben gibt es mächtige Tore, Höfe, Treppenaufgänge, Säulenpavillons und Paläste zu bewundern. Besonders beeindrucken uns Jai Singhs Audienzhalle und Sish Mahal, der „Spiegelpalast“, geschmückt mit wunderschönen Spiegelintarsien. Vom Fort hat man einen wunderschönen Blick auf die zu seinen Füßen liegenden Mogul-Gärten, und auf den Balustraden toben die Affen zu Dutzenden herum.

Mit dem Jeep geht’s wieder herunter vom Fort und wir fragen uns, was denn wohl komfortabler ist: der Jeep oder der Elefant. Beim Aussteigen lässt Diethard versehentlich die große Fototasche auf der Rücksitzbank liegen, doch der Fahrer bemerkt dies zum Glück, ist eine ehrliche Haut und ruft uns hinterher. Wir sind ihm sehr dankbar.

Shankars Auto ist auf dem engen Platz mit drei Reihen anderer Autos zugeparkt, und es dauert eine Weile, bis alle Fahrer aufgetrieben sind und wir uns millimeterweise einen Weg auf die Straße bahnen können.

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