Freitag, 27. Oktober 2006
Relaxen im Hilton

Relaxen im Hilton

Es ist 17 Uhr. Zurück im Hotel. Zwei Stunden Relaxen. Zeit für Swimmingpool und Liegestühle. Tut gut nach den vielen Besichtigungen. Traumhaft schön. Zufrieden kuscheln wir uns in die Stühle und genießen die warme Sonne. Und das Ende Oktober. Was geht’s uns gut.

Ob hier bedient wird? Nach langer Zeit gelingt es uns, die Aufmerksamkeit eines Kellners zu erhaschen. „Latte macchiato?“ Ein fragender Blick. Der Junge geht davon. Zehn Minuten später erscheint ein älterer Kellner. Was ich bestellt hätte. Latte kennt er nicht, aber er schlägt einen Cappucino vor. Wunderbar. Weitere zehn Minuten vergehen. Neben uns liegt ein deutsches Paar. Er grinst und hebt seine Tasse hoch: „Vielleicht sollten Sie umsteigen auf Tee?“ Ja, das beschließen wir auch, nachdem der „Cappucino“ endlich kommt, der mit dem Getränk, das vor unserem geistigen Auge schwebt, wenig Ähnlichkeit aufweist.

Vor dem Abendessen wollen wir schnell noch mal unsere Mails checken und einen Blick ins Internet werfen. Hat ja gestern in Delhi wunderbar geklappt. Doch diesmal stürzt die Verbindung nach zehn Minuten ab und als ich später am Reisebericht weiterschreiben will, erleben wir eine böse Überraschung. Nix geht mehr. Wir haben einen Virus. Diethard kling besorgt. Hoffentlich sind nicht alle Fotos kaputt?

Glück gehabt. Es gelingt ihm, das Problem zu beheben und er beschließt, sicherheitshalber am nächsten Tag CD-Rohlinge zu kaufen, um die Fotos zu sichern.

Um 19 Uhr werden wir wieder abgeholt. Sanjay ist beim Essen wieder mit dabei. Shankar laden wir auch ein, aber der ist bereits mit zwei Freunden verabredet. Sagt er zumindest. Wir sind uns nicht so ganz schlüssig, ob es sich schickt, den Fahrer mit einzuladen. Das Kastensystem, so sagt Sanjay zwar, würde es zwar offiziell nicht mehr geben, aber doch inoffiziell beachtet. Es gibt vier Kasten. An der Spitze stehen die Brahmanen (Priester). Dann kommen die Raiputen (Krieger), dann die Händler und die Shudras (Unberührbare). Von der Kaste her gesehen würde Shankar also über Sanjay stehen, doch inzwischen zählt der Beruf mehr. Der Reiseleiter hat eine höhere Hierarchie als der Fahrer. Spürt man aber bei den beiden nicht, sie gehen sehr freundschaftlich miteinander um.

Das Restaurant heißt Only. Sind auch only Touristen drin. Die Atmosphäre hier ist anders als in den Lokalen, in denen wir bisher waren. Nichts zu spüren von der Ruhe. Die wenigen Kellner flitzen fix zwischen den Tischen hin und her, sie bleiben zwar freundlich, aber angespannt. Es dauert, bis das Brot kommt. Wir bestellen drei verschiedene Gerichte, so dass man von allem probieren kann. Schmeckt sehr lecker, aber die Mahlzeiten ähneln sich doch.

Gegen 21 Uhr sind wir wieder zurück. Noch ein Drink in der Bar? Draußen am Swimmingpool gefällt’s uns besser. Den Drink dürfen wir auch mitnehmen – bzw. draußen servieren lassen, was ähnlich lange dauert wie der Kaffee am Nachmittag. Aber wir haben ja Zeit.

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