Freitag, 27. Oktober 2006
Akbars Tomb

Akbars Tomb

Die Fahrt vergeht schnell mit dem lebhaften Getümmel draußen und den interessanten Geschichten drinnen. Wir halten vor Akbars Tomb, dem Grab des Moghul Kaisers, das es wirklich wert ist, zu besuchen und eine Mischung vieler architektonischer Arten zeigt. Eine prächtige Gedenkstätte, die anscheinend von weißen Touristen nicht oft besucht wird. Wir scheinen hier eine Attraktion zu sein. Ob man mich fotografieren dürfe, werde ich gefragt. Und schon bin ich umringt von einer Traube begeisterter Jugendlicher, die Fotoapparate zücken und unbedingt auch mit aufs Bild wollen.

Nach einem kurzen Stopp in einem schönen Restaurant, in dem wir die einzigen Gäste sind, kommt Agra in Sicht. Sanjay holt ein paar Bananen als Mittagssnack. Agra hat 2,5 Millionen Einwohner. Der Verkehr hier scheint anders als in Delhi. In der 13,5 Millionenstadt scheinen die Leute bei aller chaotischen Fahrweise freundlicher miteinander umzugehen und sich elegant und eher spielerisch umeinander herumzuschlängeln, während man sich hier gegenseitig eher aus dem Weg hupt und aggressiver fährt. Ob diese Beobachtung stimmt, fragen wir Sanjay. Der nickt. Das sei immer so. In Agra gibt’s es, durch das Taj Mahal, viel Tourismus. Auch hier das chaotische Leben neben der Straße, laut plärrende Musik aus einem Wagen mit Lautsprecher. „Ist Wahlkampf?“ fragt Diethard. Tatsächlich.

Langsam werden die Straßen breiter, die Gebäude größer und moderner. Shankar biegt in die Auffahrt des Hilton ein, wo wir die beiden nächsten Nächte verbringen werden. Völlige Ruhe. Wieder dieser Gegensatz zu der lauten hektischen Welt draußen. Eine vornehme Hotelhalle empfängt uns, mit Blick auf den großen Swimmingpool davor und den einladenden Sonnenliegen. Wir werden gleich wieder tiefgekühlt, bis die Formalitäten erledigt sind und ich hülle mich wieder in meinen großen Schal. So ein Ding ist wirklich äußerst praktisch. Für die Moschee, um den Ausschnitt und Schultern zu bedecken, als Sonnenschutz für die Haut oder als Kälteschutz gegen die erbarmungslosen Klimaanlagen.

Damit wir auch wirklich unser Zimmer finden, begleitet uns eine Angestellte, schließt auf, fragt, ob wir zufrieden sind. Wir packen kurz aus, eine halbe Stunde später geht’s weiter.

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