Donnerstag, 26. Oktober 2006
Humayuns Grabmal und Regierungsviertel

Humayuns Grabmal

Ein aus rotem Sandstein gebauter Prototyp vom Taj Mahal, das von Humayuns Witwe in Auftrag gegeben wurde. „Ein kleines Grabmal“, meinte Sanjay. Die Ausmaße eines solch „kleinen Grabmals“ sind beachtlich. Die Bauten auch. Unglaublich, wie viel Arbeit da drin stecken muss. Unglaublich auch immer wieder der Gegensatz zwischen diesen prachtvollen Bauten und den zerfetzten Slums draußen. Mit dem Bau an Delhis erstem Mogul-Grab wurde 1564 nach dem Tod des zweiten Mogul-Herrschers begonnen. Haji Begum, Humayuns Witwe und Mutter von Aktbar überwachte die Arbeit sorgfältig. Später wurde das Gelände zur Bestattung weiterer Moguln genutzt. Das Grab gehört aufgrund des eleganten persischen Stils zu den prächtigsten historischen Bauwerken in Delhi.

 

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Fahrt durchs Regierungsviertel

Aus der Zeit der Engländer, die ganzen Ministerien rechts und links neben der Straße, da gibt’s keine Slums und kein Abfall auf der Straße, der Anblick unterscheidet sich doch gewaltig von der Altstadt. Hier residiert der Staatspräsident. Parken darf man nicht, also nur kurz aussteigen, Fotostop, während Shankar eine Runde dreht und uns gleich wieder einsammelt.

Unterwegs sehen wir Affen auf dem Bürgersteig. Sanjay holt die nächste Geschichte aus seiner Aktentasche, dreht sich um und bittet um unsere Aufmerksamkeit. „Libbe Kostbarkeiten“. Die Anrede entzückt uns natürlich sehr. Ob es da noch Steigerungen gibt? Sanjays Geschichte handelt von Affen, die den Menschen nachahmen und erzählt, wie ein Mützenverkäufer letztendlich doch die Affen überlistete. Ob es vielleicht doch Ähnlichkeiten zwischen Affen und Politikern gibt?

 

 

Indische Köstlichkeiten

Es ist 12 Uhr. „Wollen Sie eine Kleinigkeit essen?“ fragt Sanjay. Wär nicht schlecht. Aber natürlich wollen wir nicht in dasselbe Lokal wie gestern Nachmittag, auch wenn das sehr lecker war. Kurze Beratung mit Shankar. Der bringt uns zu einem schönen Lokal mit kleinem Garten davor. Rajghat. Hübsch eingerichtet. Weniger Inder, mehr Europäer. Diesmal bleibt Sanjay sitzen. „Als Reiseleiter bekomme ich kostenlos etwas zu essen, weil ich die Gäste bringe“, sagt er. „Mein Gericht steht nachher nicht auf Ihrer Rechnung.“

Während wir ein leckeres kleines Tandoori-Gericht essen und noch irgendwas Unbekanntes, bekommt er eine Schüssel Reis mit ein paar Erbsen serviert. Meine Portion ist mir zuviel, ich überlege – darf ich ihm etwas von diesem Essen anbieten oder ist das unhöflich? Ich probiers einfach mal und völlig unkompliziert grinst er, bedankt sich und greift zu. Wunderbar, das macht das Leben einfach.