Donnerstag, 26. Oktober 2006 |
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Raigat, die Verbrennungsstätte von GandhiEine große friedvolle Anlage. „Zwei Chancen“, sagt Sanjay, „entweder Schuhe ausziehen und direkt zur Stätte gehen, oder Schuhe anlassen und einen Spaziergang rundherum machen.“ Wir entscheiden uns für die erste Variante. Viele Jugendliche sind unterwegs, die Mädchen alle in farbenfrohen Saris, manche mit Turnschuhen drunter. Aber es ist nicht voll hier. So wandeln wir zu dem Gedenkstein in der Mitte, wo das ewige Licht brennt. Zwei alte Männer sitzen im Schneidersitz im betenden Singsang. Die große Anlage strahlt eine friedliche Atmosphäre aus, die berührt. Welch Gegensatz zum tobenden Leben draußen. Zurück im Toyota holt Sanjay ein paar handschriftliche Blätter aus seiner Tasche und dreht sich um. „Libbe Gäste, Namaste ist die populärste Begrüßungsart in Indien.“ Er liest den selbst verfassten Text vor, der die große Bedeutung dieser uralten kurzen Gestik beschreibt. Er erzählt von den fünf Elementen, aus denen der Menschenkörper nach der vedischen Lehre besteht und die von den fünf Fingerkuppen vertreten werden: Feuer, Wasser, Luft, Erde und Himmel. Das Grüßen mit den zusammengelegten Fingerkuppen ist eine respektvolle Geste vor sich selbst und dem anderen. Eine schöne Sitte.
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