Donnerstag, 26. Oktober 2006
Freitags-Moschee und Fahrradrikscha-Tour

Freitagsmoschee

Start um 9.30 Uhr. Zeit für ein gemütliches Frühstück im Ambassador Hotel. Heute haben wir einen anderen Blickwinkel auf der Terrasse und entdecken dabei den Swimmingpool hinter der Hecke, die die Terrasse abschließt. Eigentlich hatte ich da die Straße vermutet, da der Verkehrslärm hier gut zu hören ist, im Gegensatz zum Zimmer, das zum Innenhof liegt und sehr ruhig ist.

Als erste „Rosine des Tages“ erwartet uns die größte und großartigste Moschee in Indien, das Jama Masjid, die letzte Extravaganz, die sich Shah Jahan erlaubte. Sie ist aus rotem Sandstein und weißem Marmor, der östliche Eingang wurde früher für den Herrscher geöffnet und ist heute nur freitags und an moslemischen Feiertagen zugänglich. Viele Menschen treffen wir hier an, aber nur wenige Europäer. Man hat den Eindruck, dass die Touristen in der Minderzahl sind und die Moschee wirklich lebt. Das erste Mal, dass wir diese Religiosität hautnah erleben. Viele beten und verneigen sich vor den Göttern. Es gehört mit zum Alltag, sagt Sanjay.

Eine gewisse Vorsicht scheint wohl auch an solchen Stätten geboten. Viele Einheimische, vor allem die Jugendlichen, tragen ihre Schuhe sicher in der Hand, während wir unsere vertrauensvoll draußen abstellen. Wir ziehen viele Blicke auf uns, Kinder bestaunen uns, Jugendliche laufen hinter uns her, Mädchen winken uns schüchtern zu. Schon ein seltsames Gefühl. Normalerweise ist es ja umgekehrt, dass man als Tourist die Einheimischen bestaunt.

 

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Fahrradrikscha-Tour

Anschließend lädt Sanjay uns zur Fahrradrikschatour durch die Altstadt ein. Wir klettern auf ein solch wackliges Gefährt, haben zu zweit schon Mühe, uns drauf zu platzieren. Später sehen wir, dass auf dem kleinen Rückbänkchen noch Platz ist, und teilweise 5, 6 Leute kutschiert werden. „It’s a hard job“, dreht sich der Fahrer um. Ja, sieht wirklich so aus. Er steigt in die Pedale und es geht im schnellen Tempo durch die Altstadt. Rechts und links die Händler, die ihre Läden öffnen. Manche versuchen, mit Hilfe eines Reisigbesens sauber zu machen. Viele Mopeds sind unterwegs. Ein Geknatter und Gehupe. „Silver Market“, zeigt der Fahrer. Ein Blick in die Seitengasse, schon sind wir vorbei. Schon kommt der „Sari-Market“ ins Blickfeld. Verfallene Gebäude, wartende Männer auf Holzkarren sitzend, aufgehäuftes Obst, Räder beladen mit Säcken und Kleidern. Orientalisches Gewimmel an allen Ecken.

Zurück am überfüllten Parkplatz vor der Freitagsmoschee. Shankar rangiert millimetergenau den Wagen zur Einfahrt und in den dichten Verkehr, den wir nun schon gewohnt sind und der uns dank der umsichtigen Fahrweise von Shankar nicht zu Schweißausbrüchen treibt.