Mittwoch, 25. Oktober 2006 |
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Candlelight-Dinner bei LodiInzwischen ist es fünf Uhr vorbei. „Wollen Sie draußen essen oder im Hotel?“ Wir wollen natürlich woanders essen, was für Shankar längeren Dienst bedeutet. „Kein Problem“, winkt Sanjay ab. „Wann wollen Sie abgeholt werden? Um sieben?“ Perfekt. Reicht für ein kleines Schläfchen und zum Frischmachen. Pünktlich um 19 Uhr stehen wir am Eingang. Shankar ist schon da und bringt uns zu einer Gaststätte. Lodi heißt sie und liegt direkt am Lodi-Park, wie wir am nächsten Tag feststellen. Wir steigen aus und sind verzaubert von dieser märchenhaften Umgebung. Ein Wandelgang in einem großen Garten, links neben uns eine lang geschwungene Bambuswand mit Lautsprechern und meditativer Musik, rechts eine Feng-Shui-Wasserwand, im dunklen Garten verstreut überall kleine Tische mit einer Kerze drauf, dazwischen eine einladende Polsterecke mit vielen bunten Kissen und mehrere weißbedachte Baldachine. In den Bäumen hängen rote Blütenlampen. Nein, nicht kitschig, sondern alles wirklich sehr geschmackvoll dekoriert. So früh sind wir die einzigen Gäste, mehrere Kellner bemühen sich um uns, bringen eine Moskitolampe und warten auf die Bestellung. Nicht so einfach, im Kerzenschein die Speisekarte zu entziffern. Eine zweite Kerze hilft. Die Speisekarte ist eher westlich orientiert, vom Steak bis zum Fischfilet. Im Garten darf man keinen Alkohol trinken, zuckt man bedauernd die Schulter, dafür hat man keine Konzession. Aber drinnen an der Bar darf Akohol ausgeschenkt werden. Eine kleine Gruppe Jugendlicher lagert im Baldachin im Garten. Eine unwirkliche romantische Atmosphäre liegt in diesem Garten mit der gekonnten Beleuchtung. Wir sind begeistert. Nach dem Essen wird’s doch langsam kühl. Auch das Restaurant ist sehr geschmackvoll eingerichtet. Noch ein Cocktail oben in der Bar. Wir werden gefragt, woher wir kommen und was wir schon gesehen haben. Ein Kellner erzählt uns, dass er drei deutsche Worte kann: Guten Tag. Auf Wiedersehen. Wunderbar und will, dass wir ihn fragen, wieso er sich das Wort Wunderbar merken kann. Er grinst: Weil es so ähnlich klingt wie „Wonderbra“. Es ist 21 Uhr vorbei. Wir erlösen Shankar, der auf uns warten muss und uns zurückbringt. Auf Englisch kann man sich unterhalten, und so erfahren wir von ihm, dass er 40 ist, zwei Kinder hat mit 15 und 10 Jahren, und dass seine Ehe arrangiert wurde. Auf unsere vorsichtigen Fragen, ob er denn damit einverstanden war, kommt ein kategorisches „father and mother are god“. Wie wir später noch öfter hören, scheint es auch heute noch durchaus die Regel zu sein, dass die Älteren alles bestimmen. Ebenso gibt Shankar auch alles Geld zuhause ab, was er einnimmt. Auch das scheint üblich zu sein. |
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