Mittwoch, 25. Oktober 2006
Das National-Museum

Das National Museum

Shankar steht schon bereit. Wirklich komfortabel, dieser Service und sehr stressfrei, wenn man nicht mit dem Bus unterwegs ist und ständig die Abfahrtszeit im Kopf haben muss. Auch die Flasche Mineralwasser, die er uns unerwartet entgegenhält, tut gut. Als nächstes steht das National Museum auf dem Programm. Kaum hält Shankar am Parkplatz, kommen auch schon Kinder heran. Das eine Mädchen hält die Hand auf, das andere beginnt zu singen und schlägt Purzelbäume. Gerne würden wir was geben, aber wo fängt man an, wo hört man auf? Soweit reicht das Kleingeld nicht und wir haben uns vorgenommen, unsere Mitbringsel ganz gezielt an die Reiseleiter und Fahrer und an die Familie unseres Patenkindes zu verteilen.

Komfortabel ist es auch, einen indischen Reiseleiter neben sich zu haben, der Händler und Bettler freundlich, aber bestimmt auf Abstand hält und Handeln erspart, als wir Fotobände kaufen wollen, weil man nicht überall filmen darf. Im National Museum darf man. Gegen Geld natürlich. Ausländer, so steht’s auf einem großen Schild am Eingang, zahlen 300 Rupien (ca. 5,25 Euro), Inder nur 20 Rupien. Sanjay besorgt die Karten. „Wie lange wollen Sie bleiben? Eine Stunde, drei Stunden? Ganz wie Sie wollen. Wir warten auf Sie.“

Am Infostand geben wir die Pässe ab und bekommen dafür Kopfhörer. Sehr komfortabel, so eine Audiotour. Man kann in seinem eigenen Tempo durch das Museum schlendern. Auf vielen Exponaten steht eine Nummer, die man eintippt und schon erklärt eine sonore Männerstimme, was es hier zu sehen gibt, in perfektem Deutsch und teilweise mit Musik unterlegt. Schön.

Das "National Museum" ist Neu-Delhis größtes Museum und vermittelt den besten Überblick zur Kultur und Geschichte Indiens. Die zahlreichen Ausstellungsstücke decken einen Zeitraum von 5.000 Jahren ab.

Der Hunger ruft. Inzwischen ist es drei Uhr und wir haben seit dem Frühstück nichts gegessen. Ins Museumscafe gehen? Ne, lieber irgendwohin mit Lokalkolorit, aber europäisch angepasst. Kurze Beratung. Shankar bringt uns zu einer Ladengasse. Gegenüber auf der Straße liegt Unrat. Auf eigene Faust wären wir da sicher nicht reingegangen, aber das Lokal erweist sich als gemütlich und sauber. Gut besetzt, viele Inder an den Tischen. Großen Hunger haben wir nicht, nur eine Kleinigkeit, wir wollen lieber abends gemütlich essen gehen. Sanjay setzt sich zu uns und erklärt die rätselhafte Speisekarte. Nur eine Kleinigkeit wollen wir, nicht zu scharf. Hühnchen, gebacken im Lehmofen, Tandoori, das wäre das Richtige, beschließen er und der Kellner. Als der Bestellvorgang beendet ist, geht er wieder. Vielleicht gehört es sich nicht für den Reiseleiter, mit den Gästen zu essen? Die Vorspeise ist übrigens sehr lecker, genau das Richtige jetzt bei der Wärme.


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