Freitag, 26. März 1999

Auf nach Hammamet

 

 

Urlaub mit drei Kids (Marcel, 22, Oliver, 16 und Svenja, 13), eine Woche lang in den Osterferien. Freitags geht es los, und wir beraten vorher: Wann fahren wir los? Schließlich ist schon auf der Rheinbrücke eine Baustelle und jeden Morgen Stau...

Pünktlich um halbacht sind wir on the road. Es klappt alles wie am Schnürchen. Die drei Kids stehen geschniegelt und gestriegelt da, die Hausfrau hat nach dem Bügeleisen geguckt, schnell noch Kloreiniger in die Klos geschüttelt unter den üblichen männlichen Kommentaren: "schließlich wollen die Einbrecher ja eine saubere Wohnung vorfinden". Die fünf Koffer passen mit Müh und Not in den Kofferraum und die Rheinbrücke ist leer wie nie. Sogar die Strecke Pforzheim – Stuttgart ist einigermaßen frei. Also sind wir vieeeeel zu früh dran.

Bis wir aber endlich einen Parkplatz gefunden haben im knallvollen Parkhaus und uns am Flughafenschalter einfinden, vergeht die Zeit doch. Einchecken, rumhängen, Brötchen kaufen – Urlaub fahren macht doch so hungrig. Paßkontrolle – Abflugraum. Dann kommt die Ansage. "aus technischen Gründen eine Stunde Verspätung". Auf diesen Schreck gönnen wir uns erst mal nen Kaffee.

Svenja kramt ihren CD-Player raus. Ein junger Mann am Nebentisch beugt sich rüber: "Willst du den mitnehmen zum Flug?" Svenja weiß, dass sie ihn ausschalten muß. Aber wo ist der Knopf?

Mit einer Stunde Verspätung geht’s los. Oli, Svenja, Marcel sitzen in einer Reihe. Svenja kreideweiß, verkrampft, sich gegenseitig mit Oli anheizend in ihrer Flugangst. Marcel daneben: "Ich will weg hier, das ist ja furchtbar, wie die zwei in Panik machen. Steckt ja richtig an."

Es wird ein ruhiger Flug. Kurz vor der Ankunft schockt uns der Capt’n: "17° in Monastir". Oh. Lange Gesichter. Nicht wärmer? Na wenigstens regnet‘s nicht.

Chaos in der Flughalle. Die üblichen Einreise-Zettelchen ausfüllen. Wir haben französische erwischt. Später stellen wir fest, die vor uns haben deutsche. Aber wir dürfen dann doch durch, während die ersten Touristen, wir wir später bei einem Abendessen erfahren, wieder zurückgewiesen wurden und sich mit deutschen Zetteln nochmal von hinten anstellen mußten.

Eine sehr müde aussehende Frau in der Schlange vor uns erzählt: "Unser Flugzeug hat fast sieben Stunden Verspätung gehabt." Na, da können wir uns über ein Stündchen wahrhaft nicht beklagen.

Erfreulicherweise sind wir in wenigen Minuten im Besitz unserer Koffer, und begeben uns auf die Suche nach dem richtigen Bus. Svenja schließt gleich Bekanntschaft mit Christin, einer 10-jährigen Ludwigshafenerin, die beiden hängen in den Folgetagen zusammen wie Pech und Schwefel.

Zwei Stunden Busfahrt, wir müssen eine Menge Hotels abklappern, unser Club ist anscheinend etwas weiter draußen. Manche Hotels sind schön, manche eher abschreckend mit Riesenbaustellen davor. Endlich taucht er auf – der Club Manar Magic Life. Sieht schön aus. Macht einen guten Eindruck.

In der großen Empfangshalle ist ganz schön was los. Mittlerweile ist es fast sechs, Menschen mit kurzen Hosen und Halbarm-T-Shirts laufen umher. Ziemlich übertrieben bei den Temperaturen, finden wir. Wir schmiegen uns eng in unsere Pullöverchen... Ein Begrüßungsdrink wird gebracht, die Zimmerschlüssel in die Hand gedrückt, die Zimmer verteilt - wer muß das Einzelzimmer nehmen?

Die Zimmer sind im 3. Stock, etwas abseits von der großen Halle. Muß man zwar ein bißchen laufen, dafür ist es dort ruhig. Die Zimmer rund um die Hotelhalle kriegen nämlich nachts einen guten Lärmpegel ab...

Unser Blick ist traumhaft, auf eine weitläufige Anlage voller Grün, ein großer Swimmingpool mt Palmen, im Hintergrund das Meer. All inklusive. Die Zimmer sind okay, Bad und Toilette gut in Schuß. Die Kids haben das größte Zimmer, dafür keinen Meerblick. So gleicht sich doch alles aus...

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Panoramablick von unserem Balkon auf die Hotelanlage

Kurz auspacken, frischmachen, Außenanlagen begutachten und gleich mal den Strand erkunden. Wir machen einen kurzen Strandspaziergang im frischen Wind im kilometerlangen Sandstrand, stürmische Wellen begrüßen uns, fast wie am Atlantik.

Schon ist es Zeit zum Abendessen. Wir müssen uns doch erst mal orientieren. Ein großes Büfett empfängt uns innen aufgebaut, draußen ist es zum Sitzen zu kalt. Aber gegrillt wird draußen, frischer leckerer Fisch und kurzgedünstetes Gemüse. Zu fünft einen Platz finden ist gar nicht so einfach. Wir lassen es uns schmecken. Alle sind rundrum zufrieden mit dem ersten Eindruck.

Nach dem Essen ist die Empfangshalle knallvoll. Männerüberschuß herrscht, da scheint ein Tennisclub oder sowas unterwegs zu sein. Um neun erscheinen plötzlich ein paar laut rufende, bunt gekleidete Gestalten in der Eingangstür: "Showtime, Showtime".

Showtime ist drüben im anderen Gebäude. Es regnet. Igitt. Ein paar Plätze sind noch frei, wir lassen uns nieder und warten auf die Show. Sketche werden geboten. Naja, ganz nett, nichts Weltbewegendes.

Die Kids erkunden anschließend die Disco. Da ist noch nichts los. Wir gehen so langsam ins Bett. Die Kinder noch nicht. Denn auch das hat sich geändert. Früher schickten wir die Kids ins Bett. Heute sind sie länger auf als wir.

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