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Montag, 21. Dezember 1998

Stuttgart - Djerba

 

Wohlverdienter Urlaub nach einem bewegten Jahr, vollgepackt mit Hausrenovierung, Internetservice, Single-Arbeit.

Die Zugfahrt ist mit drin im Ticket. Um elf starten wir nach Karlsruhe. Der Zug fährt pünktlich. Diethard wuchtet die Koffer nach oben ins Gepäcknetz. Schon greift der Hunger nach uns. Urlaubsstrapazen machen hungrig.

Mit der S-Bahn klappt es wunderbar. Wir haben noch genügend Zeit, um uns in dem süßen kleinen Stuttgarter Flughafen zurechtzufinden. Koffer einchecken. "Wollen Sie Nichtraucher? Die Sitze am Notausgang? Können Sie die Beine ausstrecken."

Sehen wir so klapprig aus? Aber das Angebot nehmen wir trotzdem gern an. Ist ein guter Platz mit viel Beinfreiheit, wie sich später zeigt.

Ein angenehmer Flug. Kurz. Gut zwei Stunden. Die Stewardessen haben alle Hände voll zu tun, die Bordverpflegung unterzubringen, den Kaffee und die zollfreien Waren.

In Djerba ist es relativ kühl. Afrika empfängt uns mit 15° und viel Wind. Der pfeift uns um die Ohren beim Aussteigen. Meinen Wintermantel kann ich durchaus vertragen.

Der Flughafen ist knallevoll. Fünf Flugzeuge kommen kurz hintereinander an, alles aus Deutschland. Die Leute passen nicht alle rein in die Halle. Ein Großteil steht noch draußen.

Fast eine Dreiviertelstunde dauerts, bis wir durch den Zoll sind. Wir stehen uns die Beine in den Bauch, rücken zentimeterweise vor. "Unser" Zollbeamter braucht eine Menge Kraft zum Stempeln. Direkt majestätisch macht er das, wie er pro Person drei Stempel setzt, einen in den Paß und je eines auf ein Einreise- und ein Ausreiseticket.

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Geschafft. Wo ist unser Gepäckband? Die Orientierung fällt schwer. Drei Förderbänder gibt’s, doch nirgends steht was Informatives drüber. Es stellt sich raus, dass alle drei Förderbänder zusammenhängen, wie ein riesengroßer Lindwurm winden sie sich durch die Ankunftshalle.

Die Leute stehen in Dreier- und Viererreihen an. Eine weitere Dreiviertelstunde dauerts, bis wir unser Gepäck wiederhaben. Manche stehen auf den Gepäckträgerkarren, um einen besseren Überblick zu haben. Ein zerbeulter Karton, der fast auseinanderfällt, dreht einsame Runden. Keiner will ihn haben. Immer wieder kommen die selben Gepäckstücke, offensichtlich ohne Besitzer, wir begrüßen sie langsam wie alte Bekannte. Spärlich auch mal was Neues dazwischen. Ab und zu fischt ein Glücklicher einen Koffer raus und zieht ab. Hinter uns ein junges Mädchen aufgeregt: "Da vorne, der grüne. Können Sie mir den mal nach hinten geben?" Doch schon ist er weg, der grüne. Hat jemand anders genommen. In der nächsten Runde steht er aber wieder drauf. Und ein zweiter gleicher folgt. Überhaupt erstaunlich eigentlich, dass es so wenig gleiche Koffer gibt. So viel unterschiedliche Modelle kommen da an.

Weiter geht’s. Draußen stehen die Reiseleiter. Auch ein Mensch mit TUI-Schild. Bus 11, sagt er. Aha. Draußen stehen Busse gleich hordenweise. Bus 11 ist natürlich ganz weit hinten. Ein kleiner Bus. Gepäckträger wuchten die schweren Koffer nach oben auf den Dachgepäckträger. Sie schwitzen trotz des kalten Windes. Einer bleibt oben sitzen und fährt in luftiger Höhe mit zum Hotel.

Der Transfer ist nicht weit. Erfreuliche 20 Minuten durch die Dunkelheit. Ein paar Palmen am Wegesrand, viel ist noch nicht zu sehen. Und dann taucht die Clubanlage vor uns auf. Ein Märchen aus 1001 Nacht, so stehts im Katalog, und so wie’s auf den ersten Blick aussieht, ist‘s nicht übertrieben.

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Weitere Informationen zu diesem Clubhotel und andere Robinson-Clubs gibts auf den Robinson-Seiten im Internet: http://www.robinson-club.com/cgi-bin/WebObjects/TUI?Robinson

Schon draußen vorm Eingang werden wir begrüßt mit einem Eistee mit Pfefferminzgeschmack. Nur ein paar colagewohnte Jugendliche verziehen das Gesicht ob des fremdartigen Getränks.

Drin freundliche Gesichter in blauweißen Ringelpullis, die "Robins". Man heißt uns herzlich willkommen, drückt uns die Anmeldeformulare in die Hand, schnurrt erste Infos runter und überreicht uns den Schlüssel mit eleganter Handbewegung in die entsprechende Richtung. Im Foyer lächeln uns Papp-Rentiere entgegen in einer Winterlandschaft aus weißem Vlies mit vielen bunten verheißungsvollen Paketen drunter. Weihnachten ist überall... Daneben Infosäulen – ein Blick darauf: welche Ausflüge gibt’s? Was kann man unternehmen?

Wir wandeln einen langen Gang entlang zu den Zimmern. Der Gang ist ein riesiges Gewächshaus. Wir kommen vorbei an riesigen Gummibäumen, Benjaminis, Yuccapalmen, Efeus, dazwischen eine sprudelnde Wasserlandschaft. Alles ein paar Nummern größer als zuhause und sehr stimmungsvoll beleuchtet. Täglich sind mehrere Gärtner zugange. Jedes Fitzelchen Erde ist sauber geharkt. Unkraut hat keine Chance. Immer haben sie kleine bunte Besen dabei. Nicht zum Harken, nein. Damit kehren sie ihre Schuhe ab, wenn sie aus den Beeten treten. Ist schließlich nebendran gleich Teppichboden

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Das Zimmer nennt sich Juniorsuite, so zwischen 40 – 50 qm, mit verschiedenen Ebenen, Balkon, Meer- und Swimmingpoolblick. Im Schlafbereich ein Doppelbett zum Verlieren und riesiger Schrankraum, im Wohnbereich eine Couch, ein Zustellbett, Fernseher, Minibar, Tresor... Noch mehr Schrankraum, Bad und Toilette getrennt, an alles gedacht, sogar an eine Badewanne mit Whirlfunktion. Sieht so aus, als ob das hier ein wunderschöner Urlaub werden könnte.

Nach dem Auspacken ist es Zeit zum Abendessen. Wir schreiten zum Restaurant. Großes Büfett in der Mitte, drumrum Tische zur Auswahl. Für die Kontaktfreudigen Achtertische, für die Maulfaulen kleine Tische. Jeder, wie er will. Bißchen blöd für uns Neuankömmlinge, sich einfach dazuzusetzen an Tische, wenn nebendran freie sind? Sowas ist man von zu Hause ja nicht gewohnt.

Wir landen bei ein paar blauweiß-geringelten Robins. Nette Unterhaltung. Das Büfett ist so reichhaltig und verlockend, dass ich gar nicht weiß, was ich will. Salat, warmes Essen, süßer Nachtisch, Eis...

Um 21.45 beginnt das Abendprogramm im Patio. 18m hoch ist dieser Raum, hat eine Bühne, eine tolle Musik- und Lichtanlage, gegenüber der Bühne die Bar. Am ersten Abend fängt die abendliche Unterhaltung ziemlich bescheiden an. Zwei, drei Playbacklieder. Dann eine Mode-Show vom Robin-Store. Wo sind wir hier gelandet? Werbeverkaufsveranstaltung? Kaffeefahrt? Danach Disco-Musik. Die Robins bemühen sich redlich, das schlaffe Volk auf die Tanzfläche zu bringen. Sind damit nicht sehr erfolgreich. Einer fällt uns auf. So wie der da tanzt, das muß wohl ein Tanzprofi sein.

Ein Drink an der Bar, ein Rundgang durchs Hotel. Das wars dann schon für den ersten Tag. Der tägliche Routine-Gewaltakt: Das festgezurrte Bettzeug rausreißen aus seiner Verankerung, damit man sich drin rühren kann.

Wir schlafen wunderbar.

 

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