Wallerawang

Weihnachten in den Blue Mountains

Wallerawang? Wo ist das denn? Keiner unserer australischen Freunde oder Reiseführer kannte den kleinen Ort in den Blue Mountains. Nun, wir sind bevorzugte Touristen, wer kommt da schon jemals hin? 

Wir kommen auch nur deshalb hin, weil Allie und Richard, die wir auf der letzten Tour kennen ge-lernt haben, inzwischen hier wohnen und uns eingeladen haben, Weihnachten mit ihnen zu feiern. 

Wallerawang liegt in der Nähe der Industriestadt Lithgow, ca. 150 km von Sydney entfernt. Der Ort mit 2.060 Einwohnern besitzt wohl einen Generalstore, zwei Takeaways, einen Friseur, eine Bank und eine Post, aber keinen Bahnhof. Das Transportproblem hatte sich aber auf sehr kuriose Weise im Vorfeld gelöst. Denn als Barry, der Marist-Brother aus Sydney, der uns vor zwei Jahren besucht hatte und der uns nun eingeladen hat, während unseres Sydneyaufenthaltes bei ihm zu wohnen, von unseren Weihnachtsplänen hörte, schrieb er zurück: „Wunderbar. Passt doch prima. Ich fahre sowieso hin, da kann ich euch einfach mitnehmen.“

Des Rätsels Lösung: Seine Schwester wohnt in diesem kleinen Nest. Seit 27 Jahren fährt Barry also immer am 24. Dezember nach Wallerawang und bleibt dort ein paar Tage. Ein ulkiger Zufall. Ist doch Australien nun wirklich riesengroß. 

Ein weiterer ulkiger Zufall: In Australien gibt es ein einziges Kraftwerk, das Software verwendet, das Diethard mit entwickelt hat. Und das steht ausgerechnet in Wallerawang. Der Siemens-Kollege aus Sydney, der hier die Projektleitung macht, freut sich, als er mitbekommt, dass Diethard hier Urlaub macht. Ob er nicht mal eine Stunde vorbeischauen könne? Das Programm läuft zwar wunderbar, aber so ein paar kleine Fragen sind noch offen, die vor Ort weit aus besser geklärt werden können als per Mail.

Natürlich interessiert sich Diethard auch dafür, wo das Programm eingesetzt wird und so werden wir uns am 27. Dezember morgens mit Stephen treffen, dem hiesigen Projektleiter. Und über Weihnachten werden auch Bronwyn und Peter mit ihren beiden Kids aus Canberra anreisen. Benjamin ist zwei Jahre und zwei Monate, ihn kennen wir ja schon von unserem ersten Trip, als wir bei Peter und Bronwyn wohnten. Nun gehört seit sieben Wochen auch Tom zur Familie. 

Die erste Hälfte unserer Reise war mehr dem Sightseeing gewidmet, die zweite Hälfte mehr den Sozialkontakten. Die Weihnachtsfeier, das vermuten wir, wird wenig spektakulär verlaufen. Allie und Richard haben keine Kinder und sind keine großen Weihnachtsfreaks. Wir ja auch nicht. Nichtsdestotrotz habe ich schon vor Wochen in Deutschland vorgesorgt und für alle Geschenke gekauft. Das war gar nicht so einfach, denn diese Geschenke mussten einige Kriterien erfüllen: Erstens mal sollten sie den Beschenkten Freude machen, zweitens klein und handlich sein, und drittens möglichst leicht. 

So gehörte diesmal zum Kofferpacken auch das Geschenke packen. Die hatte ich schon vor unserer Abreise per Post aufgegeben, denn das alles auf der ganzen Reise mitzuschleppen, wäre doch zu aufwändig gewesen.

So fliegen wir also am 24. Dezember, gleich nach unserer sechstägigen Tasmanienreise, von Hobart nach Sydney. Dauert nicht lang, ungefähr 1 1/2 Stunden. Der Temperaturunterschied ist allerdings gewaltig. In Hobart steigen wir ins Flugzeug bei ca. 20°, in Sydney sind es satte 37°. 


Mt. Piper Power Station

Kurz vor der Landung sehen wir Qualm in den Blue Mountains. Noch ist nicht abzusehen, welch verheerende Auswirkungen die Buschfeuer haben werden.

Barry, gekleidet ihn eine kurze Hose und ein leichtes luftiges Hemd, steht schon bereit und grinst uns beide an. Draußen ist es arg heiß, meint er, wir sind viel zu warm angezogen. Hat denn dein Auto keine Klimaanlage, frage ich? Schließlich werden wir gleich weiterfahren nach Wallerawang. 

Raus aus dem Flughafen. Kurzfristig knallt uns die geballte Hitze entgegen. So fühlen sich also 37° an. So hatten wir uns zwar Australien im Dezember vorgestellt, aber bisher hatten wir in den ganzen 4 Wochen nicht mehr als 22 Grad erlebt. Zehn Minuten lang kriegen wir die australische Sommerhitze zu spüren, dann sitzen wir im klimatisierten Wagen. 

Es gibt zwei Straßen nach Wallerawang. Wir nehmen die „Bells Line of Road“. Die andere, der Great Western Highway, ist zu gefährlich, vielleicht sogar gesperrt, sagt Barry. Wegen der Buschfeuer. 


Rauchschwaden in den Blue Mountains

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