Perth & Pinnacles

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Auf nach Australien. Um zehn startet der Flieger nach Perth. Der Flug verläuft ziemlich ruhig. Bald nach Kuala Lumpur fliegen wir an Singapore vorbei, dann folgt bald der Äquator - wir sind wieder auf der südlichen Halbkugel. Eine lange Zeit sehen wir nur noch Meer unter uns, dann erscheint das erste Stückchen Australien: bei Exmouth, ganz im Norden erreichen wir den 5. Kontinent.

Der weitere Flug geht immer an der Küste entlang, und bis kurz vor Perth liegt die Landschaft in strahlendem Sonnenschein unter uns.

Kurz vor der Landung werden wir wieder eingenebelt. Die Stewardessen sprühen ausgiebig das ganze Flugzeug ein, damit keine Insekten unbeabsichtigt in das isolierte Australien gelangen. Das ist durchaus verständlich, hat man doch mit eingeschleppten, hier nicht heimischen Tieren und Pflanzen beachtliche Probleme. Ich vergrabe schnell die Nase in meinem Schal, um nicht den vollen Gestank abzubekommen. Ein Zettel muss ausgefüllt werden, was wir alles an Essbaren bei uns haben, woher wir kommen, ob wir während der letzten 30 Tage eine Farm betreten haben? Der Landung fällt arg holprig aus. Es weht ganz schöner Wind, stellen wir später fest. 

Aussteigen. Füße vertreten. Haben wir alles? Am Eingang drückt man uns Zettel in die Hand. Was darf alles nicht eingeführt werden? Da fällt mir ein, irgendwo sind noch ein paar Vitaminbonbons versteckt und zwei Müsliriegel. Lieber mal nachfragen, ob die weggeworfen werden müssen. Aber sie sind erlaubt. 

Wo ist das Laufband mit den Koffern? Die ersten Koffer rollen schon, viele schwarze sind dabei. Ich habe an unsere Kofferanhänger gelbe Bänder geklebt, nun lassen sie sich besser erkennen. Andere Leute hatten allerdings eine bessere Idee: Sie haben bunte kleine Tücher an den Koffer gebunden. Werde ich beim nächsten Mal auch so machen. Für dieses Mal haben wir sie jedenfalls wieder gefunden und auf den Wagen geladen. Die Schnüffelhunde waren auch schon da und haben nichts Interessantes gefunden.

Die Prozedur hat lang gedauert, bis all die vielen Menschen abgefertigt sind. George, unser Mailfreund aus Perth, wird diesmal lang auf uns warten müssen. Seit der Landung ist schon eine Stunde vergangen. Beim ersten Treffen mussten wir ja warten, weil er gerade dabei war, mit einem fremden jungen Mädchen zu flirten. Doch nirgends ist der hagere große Mann mit dem weißen langen Bart zu entdecken. 

Hmm, was tun? Die Telefonnummer haben wir nicht dabei, nur die Mailadresse. Kein Problem, meint Diethard, ein Telefonbuch lässt sich sicher auftreiben hier. Stimmt. Doch in dem Moment, als er anrufen will, gibt das Handy den Geist auf. Der Akku ist leer. Also erst mal Geld wechseln und Kleingeld besorgen für das Münztelefon. George ist zu Hause. Relaxt nimmt er ab: "Mate, where are you? I'll pick you up tomorrow." Völlig entsetzt vernimmt er, dass wir am Flughafen sind. Ihr wolltet doch erst morgen kommen, meint er. Ich hab eine Mail von Euch. Er wirft schnell seinen Rechner an. Ja, da steht doch, dass ihr am 3. kommt. Stimmt. Doch der dritte ist heute, das hat der zerstreute Wissenschaftler nicht realisiert und ist nun völlig zerknirscht. 

Lachend kommt Diethard von dem Gespräch zurück, ich habe solange die Koffer gehütet. Na dann, alles im grünen Bereich. Gerade fährt ein City-Shuttle ab, vollgestopft mit Surfbrettern, Rucksäcken und Touristen. Wir passen grade noch hinein. Eine halbe Stunde später und 22 US-Dollar leichter steigen wir vor dem Emerald Hotel aus. Zimmer beziehen, es ist geräumig und gut ausgestattet, mit Kühlschrank, Toaster, Mikrowelle, Kaffeemaschine, Bügelbrett und Bügeleisen. Kurz darauf klopft es, George ist da. Große Begrüßung. Ob wir Hunger haben? Na klar. Diethard hat im "Lonely Planet" ein Restaurant entdeckt. Die Beschreibung hört sich gut an. 


Skyline von Perth in der Abenddämmerung, vom Kings Park aus gesehen

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