Melbourne & Grampians

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Flug von Adelaide nach Melbourne. Der dauert keine Stunde. Deshalb nehmen wir auch die bereitgelegten Kopfhörersets nicht mit. Schade. Der ausgestrahlte Film muss sehr lustig sein, um uns herum fängt alles an laut zu wiehern. Manche wischen sich die Lachtränen aus den Augen. So was haben wir im Flugzeug noch nie gesehen. Das Gelächter ist ansteckend, auch wenn wir nur das Bild vor Augen haben, ist doch klar: Es geht um Beziehungsprobleme zwischen Mann und Frau.

Melbourne ist mit gut 3 Millionen Einwohnern Australiens zweitgrößte Stadt. Und schon seit langem liegen Sydney und Melbourne in ständiger Konkurrenz zueinander, wer denn nun die Größte und schönste und lebendigste Stadt Australiens ist. Nicht zuletzt aus diesem Zwist heraus hat man sich ja entschlossen, nicht eine dieser beiden Städte zu Australiens Capital zu ernennen, sondern 1908 nach einem Entwurf des amerikanischen Architekten Walter Burley Griffin die künstliche Hauptstadt Canberra auserwählt. Canberra hat auch heute erst rund 300000 Einwohner.

Wir haben nun wieder eine halbe Stunde Zeitverschiebung - jetzt sind wir der Heimat um ganze 10 Stunden voraus. Janine, für uns eine "neue" Mailfreundin, holt uns ab. Für morgen hat sie sich extra für uns freigenommen. Heute aber muss sie gleich wieder zurück. In dem kleinen Flughafen ist die blonde Frau unschwer zu erkennen. Ihr Bild haben wir ja schon im Internet gesehen.

Sie bringt uns zum Hotel, löst einen Parkschein für eine halbe Stunde. Für einen Cappucino in der Hotelhalle reicht ihre Zeit noch, meint sie. Doch dann wird sie unruhig, sie will nachlösen gehen. Und tatsächlich, sie hat die Parkzeit bereits um zwei Minuten überschritten, ein Polizist ist schon dabei, den Strafzettel auszustellen. Doch sie bezirzt ihn und kommt noch einmal ungestraft davon. 

Wir packen erst mal aus, schließlich bleiben wir hier lange, nämlich vier Nächte. Das Hotel "Grand Chancellor" ist recht schön, vor allem aber zentral gelegen. Das ist wichtig, will man die Stadt möglichst aufwandsarm erkunden. Unser Zimmer im 5. Stock mit seinem großen Erkerfenster bietet eine schöne Aussicht, vor allem bei Nacht, stellen wir später fest, wenn die Lichter brennen. 

Heute müssen wir noch alleine losziehen und die ersten Eindrücke sammeln, da Janine arbeiten muss. Aber sie hat uns ein paar erste Tipps gegeben, denen wir natürlich gerne folgen. Mit dem Reiseführer in der Hand können wir uns in der Innenstadt sehr einfach orientieren, da die Straßen ganz rechteckig angelegt sind. Collins Street, Swanston Street, Bourke Street, Lonsdale Street - man kann sich kaum verlaufen. Da wir keinen Stadtplan dabei haben, lassen wir uns im Hotel eine Kopie eines Innenstadt-Plans geben.

So finden wir schnell den Weg zum Rialto-Tower, dem höchsten Bürogebäude der südlichen Halbkugel, wie der Reiseführer berichtet. Hier kann man sich einen guten Überblick über die Stadt verschaffen. Ein schneller Lift führt uns zum 55. Stock, wo sich das Observation Desk befindet. Von hier hat man einen herrlichen 360 Grad Blick über die ganze Stadt. Die Sonne scheint von einem fast makellosen Himmel, und wir blicken auf den Yarra River, die berühmte Flinders Station, den Hafen und hinaus aufs Meer.

Den Film, der hier läuft über Melbourne, den sollte man sich unbedingt anschauen, legt uns der Mann an der Kasse ans Herz. Wir tun es auch, und dieser Film ist wirklich gut gemacht. Er zeigt nicht, wie bei den Twin Towers in Kuala Lumpur, die Entstehung der Türme, sondern vermittelt einen Überblick über die Gebäude und Sehenswürdigkeiten in der Stadt. Eine gute Einstimmung.

Was nun? Aus der Hotelhalle haben wir uns Prospekte geholt. Heute ist der Night-Market im mehr als 100 Jahre alten Queen-Viktoria-Market geöffnet. Das ist gut zu Fuß von den Rialto-Towers aus zu erreichen. 


Melbourne vom Observation Deck aus


Blick auf die Flinders Station

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