Hobart

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Abflug in Melbourne um halbzwölf. Für einen Inlandflug reicht es ja dicke, wenn wir eine Stunde vorher da sind, so gehen wir zum Frühstück noch mal ins Cafe Bossini. Der junge Mann am Tresen grinst, als Diethard mit einem Augenzwinkern wieder 1 $ in die Box wirft mit der Aufschrift "Tippers make better lovers" und ich grinse zurück: "Really, it works. Look how tired I am". 

Die Taxifahrt dauert nicht lang. Unterwegs sehen wir einen Transporter, der ein komplettes Haus befördert. Praktisch, kompakt, bezugsfertig. Mit Küche und Veranda, ist schon alles dabei. Das gibt's oft hier, sagt der Taxifahrer. So ein Haus ist sehr billig. Vielleicht 30.000 $. Und wenn ein Umzug ansteht, wird eben das komplette Haus mit eingepackt. 

Am Flughafen empfängt uns eine Riesenschlange. Meter für Meter arbeiten wir uns vor mit unseren Koffern. Wir kommen gerade so rechtzeitig zur Boarding-Time. Der Flug dauert kaum eine Stunde. Die hübschen Stewardessen servieren eilig ein kleines Paket mit Kuchen und Orangensaft. Bald danach setzt der Flieger auch schon zur Landung an. Der Flughafen von Hobart ist sehr übersichtlich, und wir entdecken Penny sofort. Sie wirkt anfangs etwas nervös, sind wir doch ihre "guinea pigs", die Versuchskaninchen, die ersten Menschen, die sie aus dem Internet kennt und zu auch gleich zu sich nach Hause zum Übernachten eingeladen hat. Damit ihr nichts passiert, hat sie auch drei Bekannte zum Abendessen zu Hilfe geholt. 

Doch wie sich später herausstellt, macht ihr dieses "Abenteuer" viel Spaß und sie ist sehr zufrieden mit uns. Und wir sehr zufrieden mit unserer Mailfreundin aus Hobart. Sie ist die "jüngste" Bekanntschaft. Diethard hat sie erst vor wenigen Monaten kennen gelernt, als er gezielt nach Kontakten in Hobart suchte. Wir werden vor der sechstägigen Rundreise zwei Nächte bei ihr sein und nach der Reise noch eine Nacht. 

Begrüßungsküsschen. Koffer einladen. Ob wir Hunger haben? Nein, im Moment noch nicht. Fein, freut sich Penny, heute Abend kommt Phil, ein Bekannter von Penny - den Diethard auch über ICQ kennt - und noch ein befreundetes Ehepaar. Dann fahren wir doch schnell noch bei der Oysters-Farm vorbei, dann gibt's heute abend Seafood.

Die Oysters-Farm ist ganz in der Nähe des Flughafens. Als Penny verschwunden ist, grinst mein Liebster: "Tja, mein Schatz, dies Mal sind wir dran, da gibt`s kein Entrinnen mehr." 

Mir ist wirklich ein Rätsel, warum Austern so beliebt sind. Aber bis heute Abend ist es noch lang und vielleicht gibt`s ja noch was anderes dazu. Ein bisschen Hungern täte der Figur auch ganz gut.

Ob wir Lust haben auf eine kleine Rundfahrt? Na klar. Ob wir wissen, was hier angepflanzt wird? Riesige Felder mit zartlila-blühenden Blumen liegen vor uns. Opium-Felder sind das. Lizensierte Opium-Felder, für medizinische Verwendungszwecke. Fast die Hälfte des gesamten Opium-Produktion wird in Tasmanien erzeugt. Die Felder sind übrigens meist durch elektrische Zäune sorgfältig geschützt.

Wir machen einen Stopp in Richmond, einem kleinen Ort rund 20 km von Hobart entfernt. Viele Häuser aus den Anfängen der Besiedlung Tasmaniens durch die Engländer gibt es hier. Und die älteste Straßenbrücke Australiens, schon 1823 von Gefangenen gebaut und heute noch in Takt. Gemütlich fließt der Coal River unter der Brücke durch, und ein paar Enten tummeln sich im seichten Wasser.

Auf geht's in Richtung Hobart, und aus der Innenstadt heraus fahren wir den Mt. Nelson herauf, auf dem sich dicht an dicht die Häuser reihen. Wir laden unser Gepäck aus und genießen einen ersten Kaffee. 


Richmond - die älteste Straßenbrücke Australiens

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