29./30. Oktober: Bye, bye, Australia

Sydney - Kuala Lumpur - Frankfurt

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Diesmal leisten wir uns ein ausgiebiges Frühstück im Hotel, einmal wollen wir doch wissen, wie ein 26 Dollar-Frühstück aussieht. Klar, dass wir versuchen, möglichst viel für’s Geld zu konsumieren: Cornflakes, Säfte, Toast, Pilze, Tomaten, Bacon and Egg, Früchte, Kaffee... Erst als wir mit unseren Eßleistungen zufrieden sind, gehen wir. Ich "organisiere" noch ein paar kleine Packungen Vegemite und Erdnußbutter für unsere Kids zum Probieren, und dann verabschieden wir uns mit einem Strandspaziergang von "unserem Fleckchen Sydney", wo wir nun ein paar Tage wohnten.

Schon morgens beim Blick aus dem Fenster tummelt sich dort das Leben, die Surfer warten im Wasser auf geeignete Wellen und versuchen, die zu bezwingen, Sonnenhungrige liegen am Strand, der Sonne voll ausgesetzt. Liegestühle, Kühltaschen oder Sonnenschirme gibt es hier nicht. Jeder liegt einfach auf seinem Handtuch im Sand. Alles cremt und schmiert allerdings fleißig. Doch kaum jemand trägt einen Hut. Zwei, drei haben sich ein kleines Handtuch oder ein T-Shirt lässig über den Kopf gehängt. Das einzig Überdachte hier sind zwei kleine Picknickplätze. Also mir wäre es bereits jetzt, um elf Uhr morgens, viel zu heiß hier in der prallen Sonne, dafür kühlt das Wasser wieder ab. Barfuß laufe ich am Strand entlang, stecke die Zehen ins Wasser, klar, da kommt eine Welle und erwischt meine hochgekrempelten Hosenbeine.

Ein paar Fotos noch, vom Strand aus über eine Treppe kommt man zum Nordende vom Bondi Beach, über einen felsigen Spazierweg, dort wird gerade Kunst ausgestellt. Skulpturen auf Felsen, schwarze Männchen, irgendwelche Drahtgestelle, kaum von den Absperrungen der benachbarten Baustelle zu unterscheiden. An einem Felsen hängt ein Skelett aus Wachs, so richtig obendrauf gestrandet, an den Füßen blutige Rinnsale... doch ja, noch was Unerwartetes zum Abschluß.

Eine halbe Stunde haben wir noch, noch kurz ins Internet-Cafe, Mails checken, erstaunte Anfrage von Oliver: Wie, Ihr kommt morgen schon zurück? Ich dachte, erst übermorgen. Dann muß ich jetzt aber schleunigst aufräumen...

Und noch eine dringende Anfrage von der Band: Diethard, melde dich ganz schnell. Wir hätten einen unerwarteten Auftritt am Samstag. Bist du rechtzeitig zurück???

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Unser Hotel in Bondi Beach

Tja, wenn alles gutgeht, kommen wir Samstag morgen so gegen sieben zurück. Nach ca. 29 Stunden Reise und Jetlag.... dann noch die ganze Nacht spielen? Dem Gatten juckts gewaltig in den Fingern, leichtsinnigerweise würde er gerne zusagen – gottseidank haben wir die Mail aber zu spät gesehen, der Gig ist inzwischen sowieso abgesagt.

Später, viele viele Stunden später - er würde es ja nicht zugeben, aber am Samstag abend, als der Gatte nach der langen Reise und einem zuhause überstandenen Tag so gegen zehn steinartig ins Bett fällt, da ist er doch heilfroh....

Wir schlendern zurück, zufrieden mit Gott und der Welt, und treten unsere lange Heimreise an, vom sonnigen Strand hier im Südosten Australiens, bis hin zu unserem kleinen Pfälzer Dorf im Südwesten Deutschlands. Wie viele Kilometer werden es sein? Genau wissen wir es nicht, aber bestimmt so etwa 16.000. Soviel fahren wir sonst mit dem Auto – allerdings in einem Jahr.

Die beginnt direkt am Hotel, der Bus, ein "Lumpensammler" fährt durch idyllische Straßen und Sträßchen, kaum jemand steigt ein. Genau zwei Stunden vor Abflug stehen wir am Flughafen. Schön, der Schalter wird gerade geöffnet, vielleicht kriegen wir ja einen guten Platz, freue ich mich innerlich. Doch die freundliche Dame hinterm Schalter eröffnet uns: Leider keine Fensterplätze mehr. Und von Kuala Lumpur bis Frankfurt, die Boardingkarten bekommen Sie auch gleich, da sitzt Mr. Wehn in Reihe 36 und Mrs. Wehn in Reihe 51.Wenn Sie das nicht wollen, sollten Sie gleich in Kuala Lumpur versuchen, das umzubuchen.

Ach, vielleicht kriegen wir dann sogar einen Platz in der Business-Class? Frohlocken wir schon innerlich...

Doch vorerst fliegen wir mal zusammen los – immerhin nahezu 8 Stunden von Sydney bis nach Kuala Lumpur, das allein ist ja schon eine Strapaze, aber nur der kleinere Teil vom Ganzen. Wir sind jedenfalls froh, als wir wieder unsere Beine ausstrecken können. In der Raucherkneipe auf dem Flughafen treffen wir tatsächlich wieder die drei vom Hinflug – sie kommen aus Cairns und fliegen mit uns zusammen nach Frankfurt zurück. Auch sie sind begeistert von Australien. Im Flugzeug sitzen wir weit auseinander, bei der Gepäckausgabe in Frankfurt winken wir uns zum Abschied noch kurz zu.

Aber dazwischen liegen noch 13 Stunden Non-Stop-Flug nach Frankfurt, der sich noch durch eine einstündige Verspätung beim Abflug verlängert. Es stellt sich nämlich heraus, dass viele Paare und Freunde nicht zusammensitzen, und viele protestieren dagegen. Die Stewardessen versuchen nun durch Fragen und Bitten, die Leute – schließlich auch uns zwei – so umzusortieren, dass alle zufrieden sind und niemand auseinandergerissen ist. Was in einem vollbesetzten Jumbo gar nicht so einfach ist. Also war’s nix mit Upgrade in die Business Class...

Nach 13 Stunden wissen wir wirklich nicht mehr, auf welcher Backe wir sitzen sollen, und so ist das Landen in Frankfurt eine Erlösung. Es dauert einige Zeit, bis unsere Koffer angerollt kommen, als erstes kommen ein gutes Dutzend Didgeridoos auf dem Rollband an - schon ein merkwürdiges Bild hier.

Unser "Fliegender Engel" ist zur Stelle, als wir unbehelligt durch den Zoll gelaufen kommen. Und draussen empfängt uns die Heimat von ihrer schönen Seite: 17 Grad (nie würden wir verraten, dass es nicht überall in Australien so warm war...) und das Herbstlaub glänzt in allen Farben in der klaren Morgensonne. Um 9 Uhr, ziemlich genau 29 Stunden, nachdem wir in Sydney in den Airport-Shuttle gestiegen sind, steigen wir zu Hause aus dem Auto.

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Abschiedblick am Strand

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