25. Oktober: Letzte Etappe

Canberra - Sydney

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Peter hat sich heute noch freigenommen für uns. Ganz pünktlich kommen wir aus dem Haus, um zehn macht das Questacon auf – da wollen wir noch hin. Ein paar Minuten sind wir zu früh, und so gehen wir noch ein wenig am Lake Burley Griffin spazieren. Der Himmel ist grau, aber es ist trocken und nicht sehr kühl. Am Ufer steht eine Fahnenreihe mit den Fahnen aller Länder, zu denen Australien diplomatische Beziehungen unterhält. Die Fahnen hängen schlaff herunter.

Motorboote sind aus Lärmgründen übrigens untersagt auf diesem künstlichen See mitten in der Stadt, erzählt uns Peter. Im Sommer ist es dafür ein Segler und Rudererparadies. Allerdings, so hören wir, hat man Probleme mit der Wasserqualität, da nicht genügend Strömung und Wasseraustausch vorhanden ist.

Dann besuchen wir das Questacon, ein Museum für Naturwissenschaft und Technik, ein wenig wie das Deutsche Museum in München, aber mit vielen Möglichkeiten, interaktiv naturwissenschaftliche Gesetze zu erfahren und zu erleben. Große Spinnen, tolle Hologramme, eine Erdbebensimulation, Lichtblitze in der Elektroabteilung – das Museum, das nicht zuletzt für Kinder gedacht ist, wird auch uns Erwachsenen nicht langweilig.

Schnell holen wir uns noch das unvermeidliche Sandwich für die Reise, und dann aber schnell zum Bahnhof. Der Zug steht schon da, genau drei Wagen ist er lang. Somit sind die Plätze schnell gefunden.

Noch mal drücken, noch mal herzlich bedanken für die Tage, in denen wir uns wie zu Hause gefühlt haben, noch mal Schulterklopfen und Ben zum Abschied streicheln, dann geht’s rein in den Zug zur letzten Etappe.

Vier Stunden oder so. Langsam geht mir die Reiserei auf den Wecker. Ich hab kein Sitzfleisch mehr. Und fast keine Lektüre. Ich muß haushalten, dass ich im Flugzeug noch was zu lesen hab.

Doch irgendwann gehen auch diese vier Stunden noch vorbei. Warme Luft umfängt uns am Bahnhof, Warten aufs Taxi, Fahrt zum Bondi Beach, durch Sydney. Scheint eine schöne Stadt zu sein, so auf den ersten Blick.

Dieser Eindruck bestätigt sich auch in den nächsten Tagen. Und so kommen wir bald zu der Auffassung: Hier wäre ein Platz für den Lebensabend.... nix gegen Herxheim, aber es gibt wahrscheinlich doch noch schönere Flecken auf der Erde. Abgesehen davon, dass Sydney eine wirklich schöne Stadt mit viel Grün ist; vor allem begeistert uns immer wieder die Freundlichkeit der Leute, die Lebensart, man ist schnell im Gespräch, keiner zeigt Hektik, trotzdem funktioniert alles – jeder Wasserhahn und jede Straßenbahn. Alles ist "well-organized", Busse, Züge und Flugzeuge ziemlich pünktlich, alles sauber drumrum, Trinkwasser genießbar, Salat und Eis eßbar, ohne anschließend "Montezumas Rache" zu spüren, die Läden teilweise rund um die Uhr geöffnet, überall öffentliche Toiletten, noch dazu ohne die lästige Kleingeldsuche. Und – was ich als sehr angenehm empfinde beim Schlendern durch Fußgängerzonen, kein Gebettel, kein Gezerre, kein falsche Freundlichkeit, kein lästiges Abwimmeln von Typen, die einem irgendwas andrehen wollen...

In Sydney treffen wir keinen mailfriend. Barry, der Marist Brother, der uns zuhause besucht hat, ist selbst noch auf Tour und kommt erst im Januar zurück. Doch Bernd hat von sich aus für uns gesorgt, ob wir eine private Reiseleiterin haben wollen?

In den letzten Tagen gönnen wir uns "ein bißchen Luxus". Bernd hat gefragt: Wollt Ihr was Einfaches oder lieber was Besseres am Schluß? Und wie wär’s mit einer privaten Reiseleiterin?

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Erster Blick auf Sydney

So landen wir im Swiss Grand Hotel Bondi Beach, einem "Nobelschuppen", wie Bernd das bezeichnet. Ja, es liegt schon ausgesprochen schön, direkt am wunderschönen Strand, hat eine tolle Fassade, ist auch innen sehr schön, die Preise passen zum Ambiente, das Frühstücksbüfett kostet stolze 19 bis 26 Dollar. Für einen, wohlgemerkt.

Um halbsechs nachmittags kommen wir an. Die Nachricht von Gudrun, der Reiseleiterin, ist auch schon da. Um sechs ruft sie nochmal an. Eine sympathische Stimme, eine Deutsche, die vor 25 Jahren für zwei Jahre nach Sydney ging, um ihr Englisch aufzufrischen, und dort hängenblieb...

Wir erkunden noch den Strand, ein schöner Spaziergang is zu den Klippen am Ende der Bucht. Lange Zeit stehen wir im Dunkeln und schauen den Brechern zu. Es tost nicht schlecht, auch hier war das Wetter in den letzten Tagen eher wechselhaft und windig.

Am Strand ein reges Leben. Viele Spaziergänger, eine Menge Jogger, ein paar baden im Dunkeln... naja, das Wasser ist doch ganz schön kalt....

Ein Internetcafe gibt’s auch. Gegenüber vom Strand, getrennt durch eine Verkehrsstraße, die geschäftige Strandpromenade: Läden, Cafes, Bistros, Kneipen... verhungern muß hier keiner.

Ein kleiner Snack, ein Cocktail in der Bar, aber die ist für unsere Begriffe ungemütlich. Da plärrt die Musik und der Fernseher läuft dazu mit stummen Bildern... da ziehen wir uns doch lieber zurück in unsere Gemächer..., gibt’s doch da einen Riesenluxus, eine schöne geräumige Badewanne für zwei. Noch dazu mit Massagedüsen...

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Unser "Nobelschuppen"

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