24. Oktober: Durchgefroren Cooma - Snowy Mountains |
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Deutsches Frühstück. Hmm, die Australier genießen die Wurst auch mit Vorsicht. Scheint ihnen aber doch wesentlich besser zu schmecken als uns das Vegemite. Ryki ist vor Begeisterung außer sich, als er Diethard wieder sichtet. Der kann sich der Sympathiebezeigungen kaum noch erwehren Das Wetter ist mehr als scheußlich, kalt und regnerisch. Was tun?, fragt Allie. Wollt Ihr hierbleiben? Wollt Ihr in die Snowy Mountains? Wollt Ihr zur Powerstation? Oder.... oder ...... Schreib doch alles auf Zettel und lass uns losen, schlag ich vor, aber das Hierbleiben kannst du weglassen. Das gefällt ihr nun wieder. Ich ziehe die Snowy Mountains, Diethard die Power Station. Wer weiß, ob nicht auf allen Zetteln das gleiche stand...? Mit zwei Autos düsen wir los, diesmal ohne Pferd und Hund, dafür begleitet uns Allies Nachbarin. Eine lange Fahrt durch eine schöne Landschaft. Allerdings wird die Begeisterung getrübt durch die Kälte. Einmal steigen wir an einem Aussichtspunkt aus, nur kurz. Doch beinahe frieren die Hände ab, es kann nicht weit weg sein vom Gefrierpunkt. Und trotzdem befremdet es, wenn man in Australien ist und an den Strassenrändern große Schilder mit der Aufschrift "Ski hiring" sieht. Schnell ein Halt für ein paar Pommes an einem der höchsten Orte Australiens gut 1500 Meter sind wir nun hoch, wenn wir es recht verstanden haben. Wir müssen uns beeilen, treibt Allie uns an. Die Besichtigung der Power-Station ist in 25 Minuten. Und wir brauchen 20 Minuten zur Fahrt. Geschafft. Und so fahren wir um zwei in die Power-Station ein. Ein Besichtigungsbus holt uns an der Einfahrt ab, mitten in der Wildnis sozusagen, und die äußerst schlanke Blondine, die diesen fährt und uns durch das Kraftwerk führt, wirkt hier irgendwie deplaziert, man hätte sie eher in einer Bar vermutet, aber nicht als Führerin in einem Kraftwerk hier in einsamen Gelände. Ein langer Tunnel führt in das eigentliche Kraftwerk hinein, von dem man allerdings nur ein paar Wasserturbinen in ihrem Gehäuse übrigens von ABB, in ganz Australien sehen wir nirgends ein Schild, auf dem Siemens steht zu sehen bekommt. Das ganze wird hier vollautomatisch bzw. per Fernsteuerung gefahren, so dass auch die Warte leer ist. In einem Video mit Multimedia-Ergänzungen wird uns die Wirkungsweise des ganzen "Snowy Scheme" vermittelt, ein "Engineering Wonder", wie es in den Werbrebroschüren heißt. Und in der Tat 1974, nach 25 Jahren Bauzeit ("more than 100.000 people from over 30 countries" - "on time and under budget"!) wurde diese riesige Gesamtanlage eröffnet, bestehend aus 16 größerem Staudämmen, 145 km verbundenen Tunnelanlagen und 80 km langen Aquädukten. Hier wird das Wasser aus einer ganzen Region gesammelt, zu einem Gutteil zur Stromerzeugung ausgenutzt und dann zur lebensspendenden Bewässerung in die weitere Umgebung verteilt. |
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Auf dem Rückweg halten wir an einer Stelle, wo Ströme von Wasser aus durch einen unterirdischen Kanal aus einem der Kraftwerke in den Lake Eucumbene, den größten der Stausen (Fassungsvermögen 9x Sydney Harbour), fliessen. Der Wasserstand ist niedrig, es hat in den letzten beiden Jahren nur wenig geregnet. Das Wetter zeigt sich absolut unfreundlich, es schüttet aus allen Kübeln und in unseren dünnen Regenjacken schlottern wir vor uns hin. Die Wettervorhersage verkündet, dass für Sydney Kälte und Regen erwartet wird. Es fällt uns schwer, die gute Laune zu bewahren. Denn in Sydney wollten wir doch noch so richtig warme Tage genießen, eigentlich ja so richtig ausspannen, faulenzen und viel Sonne tanken für den kommenden deutschen Winter. Ach tut der Kaffee am warmen Bullerofen bei Allie gut. Dann fahren wir alle vier zurück nach Canberra, denn Allie beginnt einen neuen Job und muss ihren alten Wagen verkaufen. Wir sind etwas deprimiert von dem heutigen Tag. In den Nachrichten wurde auch noch verkündet, dass für Sydney schlechtes Wetter erwartet wird. Hoffentlich stimmen die Vorhersagen nicht, trösten wir uns. Denn die sind doch relativ unzuverlässig. Im Dunkeln kommen wir an, Benjamin ist ungnädig, wurde er doch heute dauernd aus dem Schlaf gerissen. Träumte er doch im behaglichen Wagen vor sich hin und wurde immer rausgezerrt in die Kälte. Allie und Richard verabschieden sich von uns, schade. Diese fünf Tage mit diesen beiden unterschiedlichen Paaren haben uns sehr viel Freude gemacht. Eine Gemeinsamkeit haben wir sechs, obwohl wir am anderen Ende der Welt wohnen alle sechs gehen wir ausgesprochen liebevoll mit ihren Partnern um. Alle sechs haben wir gescheiterte Beziehungen hinter uns und wissen, was wir aneinander haben.... Schade, dass wir so weit auseinander wohnen. Die letzte Nacht in Canberra bricht an. Jetzt ist die Zeit doch unwahrscheinlich schnell herumgegangen. Ich habe gar nicht viel Zeit gehabt am PC. Aber ein Stück Reisebericht wird doch fertig, das ich als Mail schon mal nach Hause schickte. Ach ja, so ein Laptop, das wäre halt eine tolle Sache. Wird der Reisebericht doch diesmal sicher eine große Action. |
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