23. Oktober: Mit Pferd und Wagen

Canberra - Cooma

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Wäsche anwerfen. Ein bißchen bügeln. Ein bißchen Computer, ein bißchen rumgammeln und lesen. Um zwölf fahren wir zu einem für uns ganz ungewöhnlichen Ereignis, einem Basketballspiel. Daniel, Peters Sohn, will unbedingt, dass wir seinem samstäglichen Spiel beiwohnen. Naja, warum nicht? Ist doch mal was ganz anderes für uns unsportliche Typen mit unsportlichen Kindern. Und wir fühlen uns sehr geehrt, dass er uns mit dabei haben will.

Eine große Sporthalle mit 3 Basketballfeldern erwartet uns. Eiskalt ist es in der Halle. Peter’s Eltern sind auch dabei. Mit Kaffee wärmen wir uns ein bißchen auf. Peters Mutter bietet uns Pommes an aus einer Riesentüte. Ich bedanke mich, esse aber nicht, denn ich habe gesehen, dass Bronwyn kocht. Gibt’s ja wahrscheinlich Mittagessen, wenn wir zurückkommen.

Den Spielern ist sicher nicht kalt. Viel Gepfeife und Gerenne. Es gibt viel zu gucken, drei Mannschaften spielen auf einmal. Auch eine Mädchenmannschaft. Die sind weitaus zaghafter als die Jungs...

Wir verabschieden uns von Peters Eltern und fahren zurück nach Hause. Schnell noch den Rucksack packen. Jetzt fahren wir nämlich gleich nach Cooma, zu Allies Haus. Alle, mitsamt Benjamin. Wir werden dort auch übernachten. Und Cooma ist Skigebiet im Winter, also was Warmes mitnehmen zum Anziehen, warnt Allie.

Bronwyn hat derweil in der Küche eine Riesenterrine Lasagne vorbereitet und Salat. Wird alles eingepackt samt Benjamin, Windeln und Reisebettchen. Es kann losgehen.

Mit zwei Autos starten wir. Wir sitzen bei Allie im Jeep. Noch mehr Passagiere gibt’s. Im Gepäckraum Ryker, Allies Hund. Ein ganz besonderer Hund. Er ist so häßlich, dass er richtig charmant wirkt – der Unterkiefer steht um einiges vor – ob das normal ist?. Ich muss mich an das Hecheln hinter mir erst mal ein bißchen gewöhnen, aber Ryker schleckt sowieso lieber Diethard ab...

Im Anhänger transportieren wir auch noch Monkey, Allies Pferd. Sie hat zwei, und in ihren Mails hat sie uns oft von ihren Abenteuern mit den Pferden berichtet. Erst heute morgen ist sie von Monkeys Rücken gefallen, und Monkey hat einen besonders hohen Rücken. Weh tut’s schon, aber was Ernsthaftes ist nicht passiert.

Die Fahrt nach Cooma dauert, so knapp zwei Stunden werden wir wohl unterwegs sein. Zuerst zur Koppel, das andere Pferd wartet schon ungeduldig. Noch ein Ballen Heu dazu, und wir verabschieden uns von den beiden. In wenigen Minuten auf der Koppel sind wir richtig durchgefroren. Es sind vielleicht fünf Grad und es nieselt. – Haben wir uns so Australien vorgestellt?

Allies Haus – sie wohnt zur Miete – ist richtig gemütlich. Zwar längst nicht so perfekt eingerichtet wie wir das gewohnt sind, aber ausgesprochen gemütlich. Vor allem der bullernde Ofen heizt uns schnell ein. Erst mal einen Tee und noch den Geburtstagskuchen. Jetzt fallen plötzlich alle drüber her – schließlich gibt’s die zu Mittag erwartete Lasagne erst heute abend...

Und die schmeckt dann wahrhaft köstlich. In dem kleinen kuscheligen Wohnzimmer sitzen wir teils auf der Couch, teils auf dem Boden, der Hund dazwischen und das Kind...

Doch vorher gibt’s plötzlich noch Unruhe. Was ist los? – Dasselbe Spielchen wiederholt sich wie in Canberra – da kommt Besuch, will hier schlafen. Es wird nicht etwa vorher aufgeräumt und saubergemacht und alles schön hergerichtet, wie ich das als typische Deutsche höchstwahrscheinlich gemacht hätte. Ne, der Besuch langt mit zu, und so schleppen wir aus dem einen Zimmer, als Rumpelkammer genutzt, alle möglichen Utensilien raus. Die Mädels bleiben drin in der schönen warmen Wohnung und stellen Bretter, alte Bücher, kaputte Stühle, ein Regal, ein, ja was ist eigentlich für ein Ding???, hat irgendwas mit Pferden zu tun, an die Haustür, die drei Männer schleppen alles raus in die Garage, der Hund springt ihnen solange zwischen den Beinen rum...

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Ryker - das Foto gelang erst nach Deaktivieren des "Uggly-Filters"

So, nun ist Platz für Bronwyn und Peter und Benjamin und die Windeln und Gitterbettchen und was so ein Winzling halt so braucht... Immer wieder überrascht mich diese völlig unkomplizierte Art. Da werde ich mir auch eine Scheibe davon abschneiden in Zukunft...

Nach dem Essen sind Hund und Kind friedlich, und wir sechs verbringen wieder einen fröhlichen Abend zusammen. Der Ofen bullert und verbreitet wohlige Wärme,. Peter und Diethard gehen regelmäßig zum "Weather Check", "Wild Animal Check" oder "Traffic Check" vor die Türe, und schöne Musik läuft im Hintergrund. Dazu ein herrlicher Bildschirmschoner auf Allies PC, der immer wieder die Blicke auf sich zieht. Rotwein und Bier schmecken besonders gut an diesem gemütlichen Abend.

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Ein gemütlicher Abend in Cooma

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