Wäsche anwerfen. Ein
bißchen bügeln. Ein bißchen Computer, ein bißchen rumgammeln und lesen. Um zwölf
fahren wir zu einem für uns ganz ungewöhnlichen Ereignis, einem Basketballspiel. Daniel,
Peters Sohn, will unbedingt, dass wir seinem samstäglichen Spiel beiwohnen. Naja, warum
nicht? Ist doch mal was ganz anderes für uns unsportliche Typen mit unsportlichen
Kindern. Und wir fühlen uns sehr geehrt, dass er uns mit dabei haben will.
Eine große Sporthalle mit 3 Basketballfeldern erwartet
uns. Eiskalt ist es in der Halle. Peters Eltern sind auch dabei. Mit Kaffee wärmen
wir uns ein bißchen auf. Peters Mutter bietet uns Pommes an aus einer Riesentüte. Ich
bedanke mich, esse aber nicht, denn ich habe gesehen, dass Bronwyn kocht. Gibts ja
wahrscheinlich Mittagessen, wenn wir zurückkommen.
Den Spielern ist sicher nicht kalt. Viel Gepfeife und
Gerenne. Es gibt viel zu gucken, drei Mannschaften spielen auf einmal. Auch eine
Mädchenmannschaft. Die sind weitaus zaghafter als die Jungs...
Wir verabschieden uns von Peters Eltern und fahren
zurück nach Hause. Schnell noch den Rucksack packen. Jetzt fahren wir nämlich gleich
nach Cooma, zu Allies Haus. Alle, mitsamt Benjamin. Wir werden dort auch übernachten. Und
Cooma ist Skigebiet im Winter, also was Warmes mitnehmen zum Anziehen, warnt Allie.
Bronwyn hat derweil in der Küche eine Riesenterrine
Lasagne vorbereitet und Salat. Wird alles eingepackt samt Benjamin, Windeln und
Reisebettchen. Es kann losgehen. |
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Mit zwei Autos starten wir.
Wir sitzen bei Allie im Jeep. Noch mehr Passagiere gibts. Im Gepäckraum Ryker,
Allies Hund. Ein ganz besonderer Hund. Er ist so häßlich, dass er richtig charmant wirkt
der Unterkiefer steht um einiges vor ob das normal ist?. Ich muss mich an
das Hecheln hinter mir erst mal ein bißchen gewöhnen, aber Ryker schleckt sowieso lieber
Diethard ab...
Im Anhänger transportieren wir auch noch Monkey, Allies
Pferd. Sie hat zwei, und in ihren Mails hat sie uns oft von ihren Abenteuern mit den
Pferden berichtet. Erst heute morgen ist sie von Monkeys Rücken gefallen, und Monkey hat
einen besonders hohen Rücken. Weh tuts schon, aber was Ernsthaftes ist nicht
passiert.
Die Fahrt nach Cooma dauert, so knapp zwei Stunden
werden wir wohl unterwegs sein. Zuerst zur Koppel, das andere Pferd wartet schon
ungeduldig. Noch ein Ballen Heu dazu, und wir verabschieden uns von den beiden. In wenigen
Minuten auf der Koppel sind wir richtig durchgefroren. Es sind vielleicht fünf Grad und
es nieselt. Haben wir uns so Australien vorgestellt?
Allies Haus sie wohnt zur Miete ist
richtig gemütlich. Zwar längst nicht so perfekt eingerichtet wie wir das gewohnt sind,
aber ausgesprochen gemütlich. Vor allem der bullernde Ofen heizt uns schnell ein. Erst
mal einen Tee und noch den Geburtstagskuchen. Jetzt fallen plötzlich alle drüber her
schließlich gibts die zu Mittag erwartete Lasagne erst heute abend...
Und die schmeckt dann wahrhaft köstlich. In dem kleinen
kuscheligen Wohnzimmer sitzen wir teils auf der Couch, teils auf dem Boden, der Hund
dazwischen und das Kind...
Doch vorher gibts plötzlich noch Unruhe. Was ist
los? Dasselbe Spielchen wiederholt sich wie in Canberra da kommt Besuch,
will hier schlafen. Es wird nicht etwa vorher aufgeräumt und saubergemacht und alles
schön hergerichtet, wie ich das als typische Deutsche höchstwahrscheinlich gemacht
hätte. Ne, der Besuch langt mit zu, und so schleppen wir aus dem einen Zimmer, als
Rumpelkammer genutzt, alle möglichen Utensilien raus. Die Mädels bleiben drin in der
schönen warmen Wohnung und stellen Bretter, alte Bücher, kaputte Stühle, ein Regal,
ein, ja was ist eigentlich für ein Ding???, hat irgendwas mit Pferden zu tun, an die
Haustür, die drei Männer schleppen alles raus in die Garage, der Hund springt ihnen
solange zwischen den Beinen rum... |
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Ryker - das Foto gelang erst nach Deaktivieren des "Uggly-Filters"
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So, nun ist Platz für Bronwyn und Peter
und Benjamin und die Windeln und Gitterbettchen und was so ein Winzling halt so braucht...
Immer wieder überrascht mich diese völlig unkomplizierte Art. Da werde ich mir auch eine
Scheibe davon abschneiden in Zukunft...
Nach dem Essen sind Hund und Kind friedlich, und wir sechs verbringen
wieder einen fröhlichen Abend zusammen. Der Ofen bullert und verbreitet wohlige Wärme,.
Peter und Diethard gehen regelmäßig zum "Weather Check", "Wild Animal
Check" oder "Traffic Check" vor die Türe, und schöne Musik läuft im
Hintergrund. Dazu ein herrlicher Bildschirmschoner auf Allies PC, der immer wieder die
Blicke auf sich zieht. Rotwein und Bier schmecken besonders gut an diesem gemütlichen
Abend. |
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Ein gemütlicher Abend in Cooma
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