22. Oktober: German dinner Canberra |
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Bronwyn und Ben bleiben heute zu Hause, Allie kommt morgens, "pünktlich" nach ihrer Zeit. Mir solls recht sein, ich nutze die Zeit am PC, um schnell noch ein paar Absätze zu schreiben. Wird doch der Reisebericht diesmal ein riesiges Unterfangen werden. Zwischendurch habe ich in Internetcafes ja schon ein bißchen geschrieben, aber diese amerikanische Tastatur bringt mich echt zur Verzweiflung. Sind doch da alle Z vertauscht mit den Y und noch so ein paar andere Schikanen. Nun, ich klopfe halt mal drauf los, die Z und Y kann ich zuhause auch noch suchen und ersetzen... Draußen scheint die Sonne, es ist einigermaßen warm. Was steht auf dem Programm? Erst mal die Organisationsarbeit Zugtickets nach Sydney brauchen wir. Haben wir dann auch eine halbe Stunde später, die freundliche Dame am Schalter überreicht sie uns für 72 Dollar. Shopping, haben wir beschlossen, also ein bißchen Shopping muß auch sein. Nach Sehenswürdigkeiten steht uns beiden der Sinn nicht mehr so arg, lieber ein bißchen Bummeln und Kommunikation und Capuccinotrinken. Mit dem Shopping wird das auch nicht so toll, Schnäppchen find ich hier nicht, es gibt dieselbe Mode wie zu Hause, zu denselben Preisen. Was soll ich mir hier was kaufen und in den Koffer knuddeln? Eine Kette zu meinen Ohrringen? Finden wir aber nirgends, und wir betreiben die Suche auch eher lauwarm. Die Unterhaltung mit Allie macht Spaß. Sie versteht mein Kauderwelsch erstaunlich gut. Der Gesprächsstoff geht uns nicht aus. Nach einem gemütlichen Mittagssnack und dem unvermeidlichen Cappucino dazu fahren wir zum Botanic Garden. Im Botanic Garden treffen wir kaum jemand. Ein schöner Spaziergang, da huscht vor uns ein Igel über den Weg und steckt den Kopf in den Sand ob der nahenden Gefahr, der drei Menschen. Minutenlang stehen wir da, beobachten ihn, er rührt sich nicht. Als wir uns ein paar Meter wegbewegen und wieder ruhig stehenbleiben, guckt er vorsichtig aus seiner Deckung heraus. Eine Bewegung, und schwupps, ist der Kopf wieder verborgen, bloß die stachlige Kugel zu sehen. Wir trollen uns, schließlich haben wir beide ja heute Küchendienst und müssen noch einkaufen. Hoffentlich gibts die Zutaten auch, da wir brauchen. Das Einkaufen dauert natürlich weitaus länger als zu Hause, muss man ja erst mal alles in die Hand nehmen, lesen, was drin ist. So viele low-fat-Artikel wie hier, es ist immer wieder erstaunlich, und so viele fette Leute dazu... Ein deutsches Frühstück, fällt Diethard ein, am Sonntag könnten wir doch auch ein deutsches Frühstück machen. Mit Wurst und Käse und so. Tatsächlich, Wurst finden wir. Die heißt auch wirklich Wurst. Bepackt mit unseren Schätzen kommen wir "nach Hause". Allie verabschiedet sich: "Bis später, in einer Stunde, ich muss nur noch Richard abholen". Eine guterholte Bronwyn begrüßt uns, strahlend auch der Sprößling. Diethard checkt mails, ich begebe mich in die Küche, so sieht die Arbeitsteilung das vor. Ich bin verantwortlich für die Käsesuppe und die Camembert-Steaks, Diethard für den Nachtisch Eis mit seiner köstlichen unvergleichlichen Nutellasoße... Mein Dekotrieb kommt durch. Zu einem guten Essen gehört für mich auch ein schön gedeckter Tisch... Während der gedeckt ist, die Käsesuppe vor sich hin brutzelt, und die gewürzten Steaks auf die Pfanne warten, ist die Stunde nach unserer Zeitrechnung längst vorbei. Aber vielleicht gehen die Uhren in Australien ja anders... So langsam keimt der Hunger, doch dann stehen die beiden auch vor der Tür. Während wir essen, kommt auch Kathrin vorbei, eine Freundin von Allie. Die kriegt auch noch einen Teller ab. Und als wir fast fertig sind, klingelt Mandy. Für die haben wir auch noch was. Unsere Kochkunst kommt gut an, das ist doch schön. Und obwohl sie "eigentlich" alle satt sind, futtern sie das Eis mit Schokoladesoße auch mit wahrer Begeisterung... Ich, vertrage doch fast keinen Alkohol, hab zwei Gläser Rotwein getrunken. Die anderen amüsieren sich köstlich über meine knallroten Wangen... Den großen Früchteteller darf ich noch nicht auftragen. Geheimnisvoll wird das Licht ausgemacht und Peter trägt einen Kuchen mit brennenden Kerzen herein. Allie hat morgen Geburtstag, offensichtlich ein gehütetes Geheimnis. Ist zwar erst zehn, und also erst der Vortrag, das macht aber nichts. Allie bläst brav alle Kerzen aus. Auf den schweren Kuchen hat jetzt aber keiner mehr so richtig Hunger, doch der Früchteteller wird später noch fast leergefuttert. Eine Geschirrspülmaschine gibts in dieser Küche nicht. Es fällt mir zwar schwer, aber ich beschließe, die Küche lieber gleich sauber zu machen. Ich hasse es, am nächsten Morgen in eine schmutzige Küche zu kommen und dann mühsam angetrocknete Reste wegzumachen. Zudem, wir wissen ja, Bronwyn, die junge Mutter schläft morgens so lange, wie das Söhnchen es ihr erlaubt. Also fange ich an abzuwaschen, Diethard, mein liebster Gatte, lässt mich nicht im Stich. Sofort steht Peter neben uns lass das, ich mach das morgen früh. Sit down and shut up, lächle ich ihn an, freundlich, aber energisch.. Morgen früh sind wir froh, wenn das geschafft ist. Peter weiss, dass man älteren Damen nicht widerspricht und er fügt sich. Drinnen höre ich, wie Bronwyn ihn dafür tadelt. Doch er wehrt sich. Sit down and shut up, hat sie gesagt. Man soll zu Gästen nicht unhöflich sein... Zu zweit gehts ja auch relativ schnell, und es wird ein gemütlicher Abend zu acht, gibt viel zu lachen. Bronwyn lebt so richtig auf, nichts von Müdigkeit zu spüren. Nun, das wird sich wohl ändern morgen früh... |
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