Ein Naturschutzpark ist das
nächste Ziel. Bunte Vögel in Käfigen, Känguruhs in Gehegen. Um die Ecke auf einem
niederen Baum ein Koala-Bär. Jeder darf mal streicheln, armes Viech. Er läßt das
geduldig über sich ergehen. Hat aber auch ein schönes, weiches Wuschelfell. Nur einmal,
als ihm eine Kamera nahe kommt, blitzt es in seinen Augen auf und er hangelt sich am
Baumstamm lang. Zurück, rät die Farmerin, gehen Sie zurück, wenn Sie Ihre Kamera noch
länger behalten wollen.
Alles versammelt sich um den Vorzeige-Koala-Bär. Dass
hintendran ein weiteres Pärchen selig in der Sonne döst, fällt nur ganz wenigen auf.
Die beiden sind ja zu süß, wie sie in ihrer Löffelchenstellung engumschlungen auf dem
Ast sitzen.
Komisch, nebendran ist ein Gehege mit fetten Schweinen,
kein Mensch kümmert sich um sie, und keiner will sie streicheln. Niemand beachtet die
armen Viecher, während sich alle Kameras auf die bunten Papageien, die possierlichen
Kängurus - bei einem lugt ein Junges frech aus der Tasche - und die ach so süßen Koalas
stürzen.
Eine Hummerfarm gibts auch noch. Wir kriegen die
Fischbecken gezeigt. Ein ausgeklügeltes System aus leeren und gefüllten Wasserlöchern,
mit Autoreifen drin, die dienen als Versteck für die Hummer.
Wer will, kann auch für 5 $ mal einen "Hummer
tasten". Zusätzlich ist noch ein Tisch aufgebaut mit Tee und scones, die berühmten
Brötchen, die mit Marmelade und saurer Sahne bestrichen werden, und die Barry für uns
zuhause auch gebacken hat.
Eine Sheep-Farm besuchen wir noch. Es ist wahrhaft
erstaunlich, was diese Insel mit ihren 3.900 Einwohnern alles auf die Beine stellt. In all
diesen Betrieben stecken eine Menge Ideen, Innovationen und Pioniergeist. Wie der Fahrer
erzählt, wird auch einiges geboten an Sportvereinen und kulturellem Leben.
Die Sheep-Farm hat einen Besucherraum mit Holzbänken und
Videogerät und Sicht auf die Schafe. Die Bäuerin hat ein Kind auf den Rücken gebunden
und eine Stimme, die an eine Kreissäge erinnert und fast an Körperverletzung grenzt.
Wenn sie so schnell schafft wie sie spricht, leistet sie ein beachtliches Pensum.
Wir dürfen zugucken, wie die Schafe gemolken werden. Mit
deutscher Technik. Klappt nicht gleich auf Anhieb. Die Schafe kriegen ein Teil auf die
Euter gestülpt, das automatisch melkt. Der Stülpvorgang scheint zu kitzeln...
Danach kosten wir noch verschiedene Schafskäse- und
Yoghurtsorten... Hmm, ich bin mal ausgesprochen gespannt, wie mein Magen nachher beim Flug
reagiert mit all der Eis-Honig-Eukalyptusbonbon-Hummer-Scones- und Marmelade- und
Yoghurtmischung. Wir drücken Thomas und Bettina, die wir heute kennengelernt haben, noch
unsere mailadresse in die Hand. Thomas interessiert sich sehr für unsere Bilder und den
Reisebericht. Wir haben ja schon ein paar Visitenkärtchen verteilt. Sind wir doch mal
gespannt, wer sich dann später zu Hause tatsächlich meldet...
Wir sind die einzigen, die dann am International airport
aussteigen. International es geht overseas. Wir fliegen mit der Emu Airways. Ein
Miniflughafen ist das hier in Kingscote, doch er beherbergt 4 Fluglinien, sogar eine
Ansagerin gibts und zwei Gates, zwei Meter auseinander.
Auch hier gibts Recycling-Boardkarten, die beim
Einsteigen wieder eingesammelt werden. Einige Japaner sitzen auf den Stühlen, drei junge
japanische Frauen schauen sich fassungslos in dem kleinen Gebäude um, ihr Blick bleibt
hängen auf den kleinen Maschinen da draußen. Die fassen auch bloß zehn, zwölf Leute..
Es geht auch Schlag auf Schlag, die Gäste
"strömen" in die kleinen Maschinen, die starten. Dass sie nicht runterfallen,
scheint die drei Mädchen etwas zu beruhigen. Trotzdem sprechen ihre Gesichter Bände. |