17. Oktober: Ein Tag in der City Adelaide |
|||
Faulenzertag. Eine Pause haben wir hier geplant nach all den vielen Eindrücken, die wir bisher mitgenommen haben. So lassen wir uns heute mal das Frühstück aufs Zimmer bringen, denn das Tafft Motor Inn hat keinen Frühstücksraum, und schlendern dann gemütlich zur Straßenbahnhaltestelle. Ist ja nicht weit, kurz vor dem Strand. Diese Straßenbahn fährt immer hin und her zwischen Strand und City. Eine besondere Straßenbahn, so ein gemütlicher alter Wagen, mit Haltegriffen in der Mitte und bequem gepolsterten weinroten Sitzbänken und einem richtigen Schaffner, der Fahrkarten verkauft. Die Fahrt geht vorbei an Vororten, hübsche Häuser, mit viel Vorgarten, viel victorianischer Stil dazwischen. Eine Oma mit Enkeltochter fragt uns, woher wir kommen und wie es uns gefällt. Die Freundlichkeit der Leute ist immer wieder faszinierend. Sie war schon mal in Oberammergau, erzählt sie uns strahlend. Es dauert allerdings eine Weile, bis wir den Ort erkennen, die Aussprache verfälscht den Namen doch ein wenig... Endstation Victoria Station, von hier aus spazieren wir zur Einkaufsmeile, der Rundle Mall. Es ist noch früh, kurz vor zehn. Die Geschäfte zu. Naja, es ist auch Sonntag. In den Auslagen forschen wir nach einer passenden Kette zu meinen Opalohrringen, doch allzuviel Verlockendes finden wir da nicht. Das Angebot, auch an Mode und Geschenkartikeln allgemein fanden wir in dem isolierten Outbacknest Alice Springs besser. Mein schlaues Buch weiß: hier in der Rundle Mall gibts auch ein Internetcafe. Da wollen wir hin, mails checken, ich will schon mal anfangen, den Reisebericht in die Tasten zu hämmern, heute haben wir ja Zeit. Hausnummer 211. Aber wo sind hier Hausnummern? Auch eher spärlich verteilt. Zuerst mal durch die Arkaden, die sind sehenswert, steht im Reiseführer. Es wird gut warm draußen, kommt fast ein Bali-Feeling auf, langsam öffnen Läden und Restaurants. Viele Radfahrer im Sportdreß sind unterwegs auf der Hauptstraße, viele gönnen sich eine Cappucino-Pause. Das Internet-Cafe öffnet allerdings erst um 12. |
|||
Der Botanic Garden ist ganz in der Nähe mit seinem Tropical Rainforest, dem "largest and most spectacular glasshouse in the southern hemisphere". Schön angelegt, sowohl dieses Glashaus, dadrin steigert sich nun das Bali-Feeling bis zur Perfektion. Aber auch der Botanic Garden ist wunderschön. Direkt daneben liegt ein Krankenhaus. Da haben die Kranken doch wenigstens eine traumhafte Aussicht und können in schöner Umgebung spazierengehen. Bringt doch gleich ein bißchen mehr Lebensfreude. Diese Kombination mit Botanischem Garten und Krankenhaus finden wir in Sydney auch wieder, dort gibts sogar zusätzlich noch einen riesigen Platz davor, auf dem oft Konzerte stattfinden. Muß man sich mal vorstellen, Konzerte vor einem Krankenhaus in Deutschland. In Karlsruhe ist es ja sogar so, dass das Gebiet um das Krankenhaus abends gesperrt ist und noch nicht mal Autos da fahren dürfen... Das Internet-Cafe hat inzwischen geöffnet, die Tastatur kann einem schon zur Verzweiflung bringen mit den vertauschten x und y und noch ein paar anderen Tasten an der falschen Stelle. Ich beschließe, einfach so loszuschreiben, wie ich es gewohnt bin und die Buchstaben zuhause auszutauschen. Liest sich allerdings schon ulkig, der Text. Ich habe bisher gar nicht gewußt, wie viele Wörter mit Z es in deutscher Sprache gibt. Hier ist das Internet-Cafe auch nicht gerade billig, 10 AS-$ die Stunde, in Alice Springs waren es 6 $. Als wir rauskommen, ist es bewölkt und kühl geworden. Ein paar Kekse für morgen früh holen wir uns noch in einer Foodhall, denn morgen früh um halbsieben brechen wir auf zur nächsten Tour. Kangaroo Island steht auf dem Programm. Den Nachmittag verbummeln wir in unserem Zimmer, drei Stunden faulenzen, packen, lesen... das reicht zur Erholung. Wir sind wieder voller Tatendrang auf das, was Australien uns noch alles bietet. Abends schlendern wir nochmal durch die ganze Jetty Road rauf und runter. So richtig entscheiden können wir uns nicht, was wir esen wollen. Dann fallen uns im Vorbeigehen am "Indochine" die leckeren Gerichte, die gerade den Gästen serviert wurden. Das wär doch das Richtige für uns. Es schmeckt so köstlich, dass wir beschließen, nach der Kangaroo Island-Tour noch mal hierherzukommen, in unser "Stammlokal". |
|||