10. Oktober: That's all you get!

Perth - Alice Springs

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Um viertel nach vier klingelt der Wecker und das Telefon auch. Das Taxiunternehmen vergewissert sich, ob wir aufgewacht sind. Die Rezeption behauptet, wir hätten das Zimmer nicht bezahlt. Es stellt sich heraus, dass das Personal vergessen hatte, alles einzutippen.

Um viertel vor fünf sind wir auf dem Weg zum domestic airport. Dort tost schon wieder das Leben mitten in der Nacht. Eine lange Schlange steht vor unserem Terminal. Wieder einmal fallen mir diese fetten Menschen ins Auge.

Im Boardingroom ist es saukalt, es zieht aus allen Ecken und Enden. Wir sind gefangen darin und müssen ausharren in einem möglichst geschützten Eckchen. Da kühlen sie uns aber noch mal gewaltig runter vor Alice Springs, knurrt der Gatte neben mir.

6.40 ist Abflug, ein süßes kleines Flugzeug erwartet uns, verschlafen halten wir die Bordkarten in der Hand, verwechseln sie versehentlich und die Stewardess wirft einen Blick drauf und grinst Diethard an: Oh, you are Monica?

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Ein Zwischenstopp am Ayers Rock Flughafen. Alle Passagiere können mal kurz rausgehen, meint die liebliche Stewardessenstimme. Naja, tun wir das halt. Der Flugplatz ist nun wirklich nicht groß, laß uns doch mal die Temperatur prüfen, wie heiß ist es denn in Alice Springs?

Die Sonne grellt uns in die Augen. Es ist gut warm da draußen. Die Passagiere strömen zielgerichtet ins Flughafengebäude. Wir sind etwas unschlüssig. Reingehen? Nicht dass wir dann nicht mehr rauskommen...

Wie lange haben wir überhaupt Aufenthalt? Diethard geht natürlich erst mal wieder gemütlich rauchen vor dem Gebäude, während ich nervös werde. Was ist, wenn das Flugzeug gleich losfliegt? Und wie kommen wir jetzt überhaupt wieder zurück? Übers Rollfeld darf man ja wahrscheinlich nicht...

Die Bordkarten, schaut Diethard mich an, die Bordkarten, hast du die dabei? Nööö, alle Papiere sind fein säuberlich im Rucksack verstaut. Schließlich sind wir doch nur kurz mal ausgestiegen, halt so wie auch aus einem Bus...

So reihen wir uns in die Schlange ein, der Stewardess zeigen wir unsere leeren Hände, aber Reihe 34 A und B, das sind unsere Plätze. Wir müssen warten, bis die anderen abgefertigt sind, und dann dürfen wir auch mit rein. Nachdem die Plätze offensichtlich noch frei waren, müssen wir auch nachträglich die Karten nicht mehr zeigen.

Kurz vor zwölf, 1 ½ Stunden Zeitunterschied sind es, landen wir in Alice Springs. Da werden wir gleich angesprochen. Eine mittelgroße Frau steht da, blonder Haarknoten, mütterlicher Typ, breites Lächeln. Leslie ist das, unsere mailfreundin. Wir wissen, dass sie zwei Jahre Entwicklungshilfe gemacht hat auf Mangaia, einer Insel der Cook Islands, und dass sie in Alice Springs verantwortlich ist für die EDV-Anlage ihrer Schule. Aussehen tut sie eher wie eine biedere Hauswirtschaftsleiterin.

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Zwischenstop am Ayers Rock-Flughafen

Do you want to climb the Ayers Rock? ist ihre erste Frage an mich, während Diethard nach den Koffern schaut, die fast schneller ausgeladen sind als wir brauchen, um die kleine Halle zu durchqueren.

Nein, beruhige ich sie, erstens respektieren wir die Sitten der Aborigines, für die ist der Ayers Rock nämlich was Heiliges und sie wollen nicht, dass die Touristen darauf rumklettern; und zweitens respektieren wir unsere eigene Bequemlichkeit...

Leslie ist erleichtert. Mit dem letzten mailfriend mußte sie ins Krankenhaus, der hatte sich ein Bein gezerrt beim Versuch, den Rock zu besteigen.

Ich kriege fast einen Kreislaufkollaps bei den Temperaturen hier draußen. Es ist warm, ausgesprochen warm, eher in Richtung heiß. Leslie bringt uns erst mal zum Hotel und macht schon eine kleine Führung: Das da, das ist der Todd River. Von Wasser keine Spur, nur ein ausgetrocknetes Bachbett erspähen wir. Aber ab und zu gibt’s Wasser darin, ganz schön viel sogar, später sehen wir Bilder davon.

Am Todd River erstreckt sich auch das Reservat, in dem die zwischen zwei Kulturen gestrandeten Aborigines leben, im Freien, ohne Unterkunft, ausgestoßen von der eigenen Sippe, nicht zugehörig zu den Weißen. Sie trinken und warten auf den Abend, wenn die Kneipe öffnet.

Im Elkira Hotel erwartet man uns bereits. Die Zimmer sind einfach, sauber, normaler Best-Western-Komfort; Wasserkocher inbegriffen...

Eine halbe Stunde, dann kommt Leslie wieder. Pünktlich ist sie... Ein bißchen, ne, eigentlich ziemlich arg, erinnert sie uns beide an Diethards Mutter, sowohl vom Aussehen her als auch von der Art, wußte sie doch auch immer genau, was sie wollte...

Zuerst fahren wir zum Anzac Hill, meint sie. Da könnt Ihr ganz Alice Springs sehen. Tatsächlich, da ist ein kleiner Hügel, man kann bis ganz oben rauf fahren mit dem Wagen. Und da stehen wir und gucken rundrum. Dauert nicht sonderlich lang. Alice Springs hat 27.000 Einwohner, die Stadt ist recht übersichtlich. Thats all you get, verkündet Leslie mit Schalk in den Augen.

Now we go to my place. Das interessiert uns natürlich ungemein, wie die Menschen leben. Leslie hält vor einer Reihenhaussiedlung, schließt die obligatorische und praktische Fliegengittertür auf und die Wohnungstür. Offene Küche, Couch, großer Eßtisch, vollgepackt mit Kunstgegenständen und Zeitungen, Reise- und Familienfotos an den Wänden, ein vollgepackter Schreibtisch mit laufendem PC. Auffordernder Blick zu Diethard.: Do you want to check your mails? Klar will er das.

Leslie stellt einen Teller auf den Tisch, ohne große Umstände. Weißbrotstücke, ein bißchen Wurst, Käse, Tomaten. Kann er am PC essen, meint sie, während ich ihm Sandwich zurechtsäble. Und was zu trinken? Light ice, müßt ihr probieren. Bier mit wenig Alkoholgehalt. Erfrischt wirklich.

Nach Coober Pedy geht ihr auch? Da schau mal, hier habe ich Steine von dort. Und schon packt Leslie in ein Kästchen viele kleine Opalsplitter und schenkt mir gleichzeitig noch zwei Ketten von der Insel, auf der sie zwei Jahre lebte. Die werden nur dort hergestellt.

Es klingelt. Eine Nachbarin, Sheryl, kommt rein, wir wechseln ein paar Worte, wenn ich das richtig mitkriege, guckt sie sich die Fremden erst mal an, ob sie ihr gefallen, wenn ja, geht sie später mit zum Essen. Es zeigt sich, dass wir einen guten Eindruck gemacht haben. Sheryl treffen wir noch öfter und haben viel Spaß miteinander.

Wir sitzen inzwischen auf dem Balkon, bei einer Tasse Kaffee, Leslie schlägt vor, man könnte eher sagen, sie diktiert, was wir an Sightseeing-Programm machen können, bzw. müssen. Doch da das alles übereinstimmt mit dem, was wir im Führer gelesen haben, vertrauen wir ihr einfach. Es zeigt sich, dass ihre Vorschläge gut sind.

Wir müssen uns jetzt beeilen, drängt sie. Es wird bald dunkel. Wo sie recht hat, hat sie recht. Und so fahren wir los, zuerst zeigt sie uns den "cemetry", den Friedhof der Stadt. Mit dem Auto fährt sie rein, wir sind darob doch etwas erstaunt. Wieso nicht, fragt Leslie zurück? Meine Tochter hat auf dem Friedhof autofahren gelernt. Hier stört das doch keinen mehr."

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That's all you get - Blick vom Anzac Hill auf Alice Springs

Als nächstes zeigt sie uns die Telegrafenstation, die heute unter Denkmalschutz steht,1872 vollendet wurde und die Verbindung zwischen Adelaide und Darwin sowie via Indonesien und Indien auch mit London hergestellt hat. Ein sichtbares Zeichen des Pioniergeistes der damaligen Zeit, als Pferde noch das einzige Transportmittel waren. Der Stationsleiter war ein wichtiger Mann mit mehreren Funktionen. Neben der Führung der Telegraphenleitung kümmerte er sich auch um die Post, fungierte als Richter, verkaufte Lebensmittel an Touristen und wirkte als Notfallarzt nach den telegraphischen Instruktionen aus Adelaide. Wir stehen heute vor den gemütlich eingerichteten Räumen, die Instrumente sind noch so angeordnet, als käme gleich jemand aus der Mittagspause zurück. Die Luft flimmert über dem Sandboden, ein paar müde Kamele hinter einem Gatter.

Dann fahren wir zur "School of the air". "I have some visitors, I want to show them your station", mit diesem Satz stellt sich Leslie überall vor und zahlt somit keinen Eintritt. Vielleicht ist sie inzwischen ja auch bekannt? In den letzten 14 Tagen hat sie fünf Besucher aus dem Internet gehabt. Das Internet ist ein Tor zur Welt für sie, in dieser so völlig isolierten Stadt findet sie Freunde. Sonst hält man das ja hier nicht aus, meint sie. Die Leute ziehen hier dauernd um, die bleiben nicht ihr ganzes Leben lang.

Bereits in Perth ist uns aufgefallen, wieviele Häuser zum Verkauf anstehen. Da stehen in den Vorgärten riesengroße gelbe Schilder "Real Estate For Sale" (Immobilie zu verkaufen), manchmal ein "Sold" darübergeklebt. Die Schaufenster der zahlreichen Immobilienhändler sind vollgepflastert mit Bildern von Verkaufsobjekten. Die Preise entsprechen umgerechnet durchaus unserem Niveau. Der Australier verändert sich gern, erzählt man uns später. Es gibt viele Firmen, die ihren Mitarbeitern zwei oder drei Monate bezahlten Urlaub gewähren nach zehn Jahren Betriebszugehörigkeit. Bloß kann sich ein Australier nicht vorstellen, zehn Jahre bei derselben Firma zu sein, sagt man uns. Häuser werden als Anlageobjekte gehandelt. Ist der Preis niedrig, kauft man. Ist er hoch, wartet man mit dem Verkauf und zieht solange zur Miete. Die Wohngegend sagt viel aus über den Status.

Das Umziehen ist allerdings wesentlich leichter als bei uns. Normalerweise gehört die Küche immer zur Wohnung, die Schlafzimmer sind mit Einbauschränken ausgestattet, und überall gehört ein Abstellraum dazu mit Waschmaschine und Trockner. Mit dieser Grundausstattung fällt schon mal ein Riesenbatzen Arbeit und Geld beim Umzug weg. Insgesamt kommen wir in fünf verschiedene Häuser, die alle nach demselben Prinzip gebaut sind und diese Aussagen bestätigen. Sie sind längst nicht so aufwendig wie unsere Häuser, ohne Keller, Böden, Fliesen, Tapeten in einfacherer Ausführung, aber trotzdem gemütlich.

In der "School of the air" werden wir wie immer in Australien freundlich empfangen. Wir sind die einzigen Gäste und der Leiter nimmt sich viel Zeit für uns. Eine Landkarte hängt da mit den Gesichtern der einzelnen Schüler, die in einem Umkreis von mehreren hundert Kilometern wohnen. Es gibt einen Aufenthaltsraum, von hier aus kann man wochentags die Lehrer am Mikrofon bei der Arbeit beobachten. Ein Schulraum kündet von den Aktivitäten der Schüler. Ein riesengroßer Wandteppich, zusammengesetzt aus lauter Einzelbildern, die die Schüler selbst gestaltet haben. Geklebt, gestickt, genäht, mit Wolle verziert und mit Perlen. Manche sehr grobschlächtig hingepfriemelt, manche sorgfältig fein säuberlich gobelingestickt. Da steckte sicher die Mutter dahinter...

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Alte Telegrafenausrüstung

Der Leiter legt ein Videoband ein. So hört sich der Unterricht an, er gilt für die Grundschüler bis hin zu den 14-jährigen. Der Stundenplan zeigt, wann welche Klasse dran ist. Quietschen, Pfeifen, dazwischen eine helle Kinderstimme: "Good morning". Der Lehrer fragt jedes einzelne Kind ab, ob es da ist. Das dauert seine Zeit, denn die Kids können mit ihren Funkgeräten nur eins zur Zeit: entweder hören oder reden. Es piepst und rauscht, wenn sie antworten, ist das kaum verständlich, doch der Lehrer lobt: "I hear you very well." Eines hat Geburtstag und so singen sie alle gemeinsam, so gemeinsam wie es halt geht, ein Geburtstagsständchen. Da sie ja nicht hören können, wie die anderen singen, hält halt jeder seinen eigenen Rhythmus. Schon schön...

Die Mütter sind wichtig. Weniger um den Lernstoff zu vermitteln, sondern um die Kleinen bei der Stange zu halten und aufzupassen, dass die die Lehrstunden auch wirklich einhalten, anstatt draußen mit anzupacken oder zu reiten oder sonstige interessante Dinge zu erleben anstatt zu lernen. Einmal im Jahr treffen sich alle hier in der Schule. Für manche Kids die erste Gelegenheit im Leben, mal leibhaftige andere Kinder zu sehen... Für die Mütter eine willkommene Abwechslung im Farmerleben und die Möglichkeit, zum Hairdresser zu gehen, grinst Leslie, selbst Lehrerin, die an drei verschiedenen Schulen hier lehrt.

Diese Schule beeindruckt mich sehr. Welch Gegensatz zu unserer Art zu leben.Hier bekommt man einen winzigen Einblick, eine winzige Vorstellung von der völlig anderen Art, mit der diese Kinder in diesem unvorstellbar riesengroßen Land aufwachsen.

Nochmal zu zurück zu Leslies Wohnung, we will pick up Sheryl. Die hat sich feingemacht. Leslie drückt uns noch Fly-nets in die Hand, die brauchen wir unbedingt auf der Ayers-Rock-Tour, meint sie, sonst würden wir crazy wegen der Fliegen.

Unser Ziel ist eine Winery draußen vor der Stadt. Eine Live-Band spielt Oldies, na klar, die kennen wir fast alle, das Programm ist ganz ähnlich wie das von Double-Cup, Diethards Band.

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Auf einer Karte sind alle Schüler einer "Klasse" verzeichnet - bis zu 1400 km von hier entfernt

Diese Winery liegt fantastisch. Wir sitzen unter Bäumen, die Band spielt auf einer Bühne, rechts davon stehen große Orangenhaine, dahinter Reben, so weit das Auge reicht, ein glutroter Sonnenuntergang taucht das Ganze in bunte Farben, die Temperatur ist sehr angenehm, die Steaks und der in Eiern gewendete Barramundi, ein Fisch, auf dem großen Grill riecht sehr verlockend.

Cola und Bier gibt’s einfach aus der Flasche. Was heißt eigentlich "guten Appetit"? frage ich? Leslie grinst: Dig in and don’t wait.

Moskitostiche heilt man mit Zahnpasta, lernen wir, während wir unsere helle Freude dran haben, einen echten Cowboy auf der Tanzfläche zu beobachten. Mit der linken Hand hält er die Dame fest, mit der rechten die Bierpulle, aus der er ab und zu einen kräftigen Schluck nimmt. Durch die Beine paßt gut ein Fußball durch, doch sein Hüftschwung ist echt gekonnt und sein Hinterteil sehr beweglich.

Wir haben viel Spaß mit Leslie und Sheryl. Sheryl und ich kichern um die Wette, gibt ja auch interessante Themen. Sheryl ist 30, hübsch, schmal, zierlich, dunkelhaarig, große braune Augen, und Single. Wie willst du hier einen Mann finden? fragt sie resigniert. Guck dir den Typ auf der Tanzfläche an, so einen will ich nicht. Und australische Männer sind oft so. Und hier in Alice Springs – bei 27.000 Einwohnern? Nichts drumrum? Ne, sie hat sich abgefunden, das wird wohl nichts mehr. Aber sie wird ja auch nicht ewig hierbleiben, vielleicht noch ein Jahr, bis ihre Ausbildung als Lehrerin beendet ist. Dann liebäugelt sie mit Hongkong... Wieder einmal fallen die Unterschiede krass auf... diese Frauen hier sind wirklich emanzipiert. Um in einem solchen "Outbacknest" leben zu können, brauchts schon eine ganze Menge an Zähigkeit und Durchhaltevermögen...

Langsam werden die beiden müde, wir auch. Der Tag hat früh begonnen. Das gilt auch für die beiden. Man steht sehr früh auf, erledigt gleich morgens alles, was wichtig ist, erklärt Leslie. Denn nachmittags ist es viel zu heiß, irgendwas zu tun, und abends hat man dann auch keine Lust mehr. Es ist halbneun, sie bringt uns zurück ins Elkira.

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Mit Leslie und Sheryl in der Winery

Minor crisis – die Rezeption ist nicht mehr besetzt. Wie kommen wir jetzt an unseren Schlüssel?

Was ist das denn? An der Glastür hängen mehrere Kuverts mit Schlüsseln drin, fein säuberlich mit der Zimmernummer beschriftet und einfach mit Tesastreifen an die Tür gepappt. Unserer ist nicht dabei. Wie wir später erfahren, hängen da die Schlüssel von den noch leeren Zimmern für die Gäste, die erst nach Rezeptionsschluß einchecken können.

Die Zimmer liegen draußen, man muß nicht durch die Rezeption durchgehen. Unser Zimmer ist hell erleuchtet, der Vorhang aufgezogen, das Durcheinander des hastig hingeworfenen und nach leichten Klamotten durchwühlten Koffers schonungslos den Blicken der Betrachter preisgegeben. Offensichtlich hatten wir vergessen, das Licht auszumachen.

Aber wie kommen wir jetzt da rein? Da stehen wir draußen in der warmen Sommernacht und beratschlagen. Zwei andere Bewohner bieten sich an, durch das oben hereingestellte Fenster einzubrechen. Aber sie sind auch ziemlich breit und das Fenster ziemlich schmal. Die Schlüssel muß man immer mitnehmen, wissen sie.

Und wir? Hätte das junge Mädchen von der Rezeption uns nicht darauf aufmerksam machen können?... Nach einiger Zeit finden wir einen jungen Mann, im Zimmer neben uns, der irgendwie zum Hotel gehört. Er hat einen Generalschlüssel und kann rein in die Rezeption. Aber unser Zimmerschlüssel hängt trotzdem nicht da. Große Suche, dann stellt sich raus, er ist falsch einsortiert. Das Mädchen an der Rezeption hat heute ihren ersten Arbeitstag... Nun ja, in Zukunft geben wir den Schlüssel nicht mehr aus der Hand.

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Das Elkira-Hotel

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