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Für uns ein besonderer Tag, unser 10. Kennenlern-Tag
und gleichzeitig unser 8. Hochzeitstag.
Das Taxi wartet um halbacht, und bringt uns zur Barrack
Street zur Fähre. "Enjoy a cruise along the beautiful Swan River past delightful
bays, yacht clubs und cliffhangig mansions, all brought to life by a fascinating
commentary", das verheißt der Prospekt.
Stimmt alles, stellt sich später raus. Die delightful
bays und die cliffhangig mansions, ebenso wie der fascinating commentary. Der Reiseleiter
am Mikro ist ein Charmeur und wahrer Schauspieler. Es macht Spaß, ihm zuzuhören und
zusehen.
Doch vorläufig sind wir viel zu früh. Hat aber auch
sein Gutes, denn somit ergattern wir einen der begehrten Fensterplätze. Kurz danach kommt
ein älteres Ehepaar an unseren Tisch. Schade, denke ich. Jüngere wären mir lieber
gewesen. Hätte man sich vielleicht nett unterhalten können.
Das ist ein Trugschluß. Denn Peggy, 68 ist sie, erweist
sich als äußerst lebendig. Ihr Mann ist das genaue Gegenteil, ruhig, trocken... Er wirft
kaum mal einen Satz in die Unterhaltung, höchstens was in der Art wie: woman kann talk
and listen at the same time. Diethard grinst, sowas gefällt ihm nun wieder...
Während wir uns über die Unterschiede zwischen
Männern und Frauen austauschen, kriegen wir die Häuser der reichen Leute vorgeführt.
Delphine, zeigt der Reiseleiter ins Wasser, you can hear it und er quiekt lauthals...
Das Wetter hält sich einigermaßen. Leider fällt die
Tour mit dem Glasbodenboot aus, der Boden ist noch zu aufgewühlt von den Tagen vorher.
Schade. Aber ändern läßt sich nichts daran. Zum Glück haben wir die Tour nicht vor
zwei, drei Tagen gemacht, da wars bestimmt arg rough.
Die Einkaufsstraße von Rottnest Island gibt nicht viel
her; Japaner quellen in Massen aus Bussen heraus; ein verhaltensgestört wirkendes
Rottnest-Viech, genannt Quokka, sitzt auf einem Rasenstück herum, stiert die Touris an
und bewegt sich kaum. Die Sträflinge, die das Land entdeckten, hielten diese Tiere
fälschlicherweise für Ratten, deshalb der Name Rattennest.
Wir schlendern im Sonnenschein am Strand entlang.
Richtiges Hochzeitswetter ist das heute. Eine schöne Badebucht gibts da, nur wenige
Meter entfernt vom Trubel, doch so weit verschlägt es sonst keinen. Fahrräder kann man
sich leihen, und im "Zentrum" sieht man davon ganz viele. Später, im
Inselinneren, wirds allerdings eher hügelig und da sind die Räder auch viel
seltener.
Nach dem Mittagbüfett im schön angelegten
Inselrestaurant mit Swimmingpool im Innenhof klettern wir in den Sightseeing-Bus zur
Inselrundfahrt. Jetzt finden wir noch mehr Quokkas auf einem bestimmten Platz, aber da
tummeln sich weitaus mehr Touristen als Quokkas. Wenn sich eins davon bewegt, quietscht
die ganze Touristenmeute begeistert auf und zückt den Fotoapparat... |
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Quokkas: Nach diesen putzigen Tierchen hat Rottnest Island seinen Namen

Peggy aus Melbourne und ihr Mann
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Schöne Strände,
kilometerlange Straßen, wunderbares Panorama, ein Leuchtturm. Die Sightseeingtour vergeht
schnell, es bleibt noch Zeit für einen kleinen Spaziergang zum Inselfriedhof und schon
legt die Fähre ab, Richtung Perth. Um sechs, hat George festgestellt, um sechs Uhr seid
Ihr wieder zurück. Ich hol euch dann ab zum Abendessen.
Tja, so ein bißchen Zeit für intensivere
"Gespräche" wünscht man sich schon am Hochzeitstag, oder? Die Fähre kommt
eine halbe Stunde früher zurück, und wir rufen sofort George an, um noch ein Stündchen
für uns herauszuschinden, müssen doch die Koffer gepackt werden für den nächsten Tag
und so.... und überhaupt.... Ist ja fast wie früher, als man die Eltern austricksen
mußte...
Ein schönes Restaurant soll er aussuchen, hat Diethard
ihn vor ein paar Tagen gebeten und George und Margaret dazu eingeladen. Schließlich ist
doch heute ein besonderer Tag, unser aniversary.
George holt uns ab und taxiert mich von oben bis unten.
Schick ist das, meint er, und zupft an meiner Bluse. Hab ich mich doch heute extra in
Schale geworfen, bisher kennt er mich nur in Jeans, T-Shirt und Wanderschuhen. Und deine
Schuhe? Ja, die sind okay. Die Musterung belustigt mich, ist George selbst doch auch nicht
gerade overdressed. Diethard, im schwarzen Jackett, auch wenns ein bißchen verknuddelt
ist vom Koffer, findet auch Gnade vor Georges Augen. |
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Impressionen von der Küste
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Ein feines Restaurant am
Margaret River hat George ausgesucht. Eine schöne Kulisse, draußen schaukeln die
teilweise beleuchteten Boote friedlich auf dem Wasser, Schwäne ziehen hoheitsvoll ihre
Kreise. Rundherum scheinen Laternen, eine sternenklare Nacht über uns. Die
rundumverglaste Front gewährt freien Ausblick. Das Essen ist übersichtlich angeordnet,
der Preis entspricht dem Ambiente. Etwas störend wirkt allerdings die Tatsache, dass das
schmutzige Geschirr lange nicht abgeräumt wird, erst auf Diethards ausdrücklichen
Hinweis hin.
Wir haben unsere Tüte mit den Mitbringsel-Tassen dabei,
schön verpackt mit Süßigkeiten. Doch George und Margaret ziehen auch Päckchen hervor.
Für Diethard eine CD, für mich eine hübsche Karte mit Gedicht.
Den Abendkaffee trinken wir in Fremantle, mitten im
Gewühl. Ich schlafe fast am Tisch ein, beinahe fällt mir das Gesicht in den Cappucino.
George hingegen ist putzmunter, der betrachtet fasziniert die vorbeiflanierenden Mädchen
draußen auf der Straße, vor allem die mit den ganz kurzen Röcken... Diethard hat
Erbarmen mit mir und lenkt Georges Aufmerksamkeit auf meinen erbärmlichen Zustand...
Hmmmm, ja, wir sollten gehen, brummelt er, doch in seine Lieblingsbücherei, da müssen
wir unbedingt auch noch rein.
Oh Gott, murmelt Margaret, da könnte er stundenlang
rumstöbern. Energisch macht sie ihm klar, dass er ein andermal stöbern soll, und so
reißt er sich los.... Zum Packen reichte es natürlich vorher nicht mehr, und so muß das
jetzt auch noch erledigt werden. Aber um halbzwölf liegen wir endlich im Bett und
schlafen steinartig, wie gewohnt. |
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George und Margret beim Dinner
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