24. Oktober: Regentropfen? Regentropfen!

Sharm-el-Sheikh

Rain Man unterwegs

Was ist das denn? Bewölkter Himmel? So was haben wir ja schon lange nicht mehr gesehen. Ist etwa „Rain Man“ wieder am Werk? Wir hatten ja bisher fast in jedem Urlaub teilweise Pech mit dem Wetter, mal in Peking unerwarteten Schneefall erlebt, am Ayers Rock im strömenden Regen gestanden, oder in der Sahara gefroren, wo Diethard dem Fahrer zeigte, dass ein Jeep nicht nur eine Klimaanlage hat, sondern auch eine Heizung. „Wenn es hier auch regnet“, sage ich, „dann wirst du mir wirklich unheimlich.“ Diethard grinst, schaut immer wieder hoch zum Himmel. „Ich schaff’s noch.“ Und tatsächlich, nachmittags am Strand fallen Regentropfen. Nicht viele, man kann sie zählen. Aber wie wir später von anderen Touristen hören, sie haben sie auch bemerkt...

Die Sonne fehlt. Die schönste Anlage wirkt nur halb so schön, wenn das Wetter trüb ist. Aber dafür lässt sich besser Sport treiben. So hole ich die Sportschuhe raus und geh mit zum Nordic Walking. Ganz schön schnell, die Mädelz, wie sie da die Betonstraße entlangstaksen. 5 bis 6 km, ungefähr eine Dreiviertelstunde. Ohne Wasser. Ich bin schlapp, meine Erkältung macht mir zu schaffen, ich bin froh, als wir zurückkommen und habe einen Riesendurst. Ahhh, wie gut schmeckt der Coco-Kiss an der Bar.

Wir wollten doch mal schnorcheln. Heute geht’s aber nicht. Die rote Flagge hängt. Bei ROT ist der Wind zu heftig, Baden nicht erlaubt, haben wir auf der Begrüßungsveranstaltung gehört. Bei GELB ist es windig, aber Baden erlaubt. Bei GRÜN ist es ganz windstill, aber das kommt selten vor.

Nun, vielleicht lässt der Wind ja morgen nach und die Sonne scheint wieder wie gewohnt. Außerdem hab ich inzwischen einen Dauerhusten entwickelt, vielleicht wird der ja auch bis morgen besser? – Zuhause in Deutschland, hören wir in den Nachrichten, zu Hause sind’s 20°. Normal ist das alles nicht, um die Jahreszeit.

„Wollen wir noch einen Ausflug buchen?“ Wir studieren das Angebot. Katharinenkloster – das würde uns schon interessieren. Aber ein ganzer Tag ist uns einfach zu anstrengend. Was ist mit dem Schnorchelausflug in den Naturpark? Der geht allerdings auch einen ganzen Tag. „Probieren Sie das Schnorcheln erst mal hier aus“, sagt der TUI-Berater im Hotel. „Damit Sie wissen, ob Ihnen das überhaupt liegt.“ Nun, da hat er recht. Wir könnten ja auch erst mal einen ganz ungefährlichen Ausflug mit der Underwater Seascope buchen? Ist allerdings ziemlich teuer, 42 Euro pro Person. Mal noch nachdenken.

Wir machen uns einen faulen Nachmittag – eine ausgiebige „Siesta“, Lesen am Swimming Pool. Action beim Tai-Bo. Zugucken bei den Pool-Games. Unterhaltungen mit den Bekannten. Mein Husten wird immer stärker. Der Wormser bringt mir Hustentropfen mit. „Nehmen Sie die nachts. Die helfen.“

Strandspaziergang. „Soll ich dich einreiben?“ Diethard winkt ab. Es ist bedeckt. „Heute passiert nichts.“ Er zieht das T-Shirt aus. Eine halbe Stunde sind wir unterwegs zur Fotosession. Hätte nicht viel länger sein dürfen, seine Vorderfront ist bedenklich rot geworden.

Abends in's "La Brise"

Abends gehen wir ins Fischrestaurant, das „La Brise“. Auch hier eine wunderschöne Atmosphäre, das Candlelight-Dinner am lauen Sommerabend, mitten im Park, wieder ein anderer Blick als aus dem Ägpytischen Restauratn. Der Fisch in Mandelsoße und der orientalische Fischauflauf schmecken köstlich, sehr zu empfehlen. Auch hier wieder der nette Kontakt zu den Obern – dieser spielerische Service hebt die Lebensqualität und macht den Urlaub erst rund. Es scheint hier in der Mentalität zu liegen – in Deutschland erlebt man das eher selten. - Ich habe heute Abend mein glitzerndes klirrendes Bauchtanztuch um die Hüften geschlungen und schüttle meine Münzen, die Ober lächeln. Mein Gatte auch, kann ich ihm so auf keinen Fall verloren gehen. Er hört ja, wo ich bin.

Danach schlendern wir wieder zu den gemütlichen Korbsesseln. Ja, die anderen sind auch da. Was habt Ihr erlebt? Was macht Ihr morgen? – wir begutachten ihre beim Sport erworbenen Blasen an Händen und Füßen. So was haben wir nicht vorzuweisen bei unserem eher relaxten und völlig stressfreiem Tagesablauf. Die Band erscheint wieder pünktlich auf der Bildfläche, man bleibt noch ein Stündchen sitzen, bevor es uns ins Bett zieht. Die Hustentropfen helfen tatsächlich, fast sofort hören die Anfälle auf und ich schlafe durch. Wie schön...


 

 

 

 

 

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