18. Oktober: Stadtrundfahrt in Assuan Assuan |
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Sonnenuntergang über AssuanMit dem Bus geht’s weiter zu einem Restaurant über Assuan, von dem aus man einen tollen Blick über die ganze Stadt und den Nil hat. Nun gewinnen wir einen Überblick über die wunderschöne Bootsfahrt von gestern, sitzen in einem ägyptischen Restaurant unter Palmendächern, auf teppichbelegten Holzbänken mit bequemen Rückenlehnen, trinken Malventee und knabbern Salzstangen, während sich vor uns ein herrliches Panorama ausbreitet und wir den Sonnenuntergang genießen. „Guck mal, das Geländer“, meint Phil, ein Reisegefährte kopfschüttelnd, „wenn du da runterfällst, wird’s gefährlich.“ Das „Geländer“ besteht aus ein paar Querholzbrettern, die an den Längspfosten befestigt sind. Einfach eine Schnur herumgewickelt. Reicht doch, oder? Vorsichtshalber halten wir doch lieber etwas Abstand und schlendern zurück zum Bus. Und jetzt? Wir steuern eine christliche Kirche an. Von außen ein beeindruckendes Bauwerk, von innen eher schlicht. Christen und Moslems würden friedlich zusammenleben, sagt Sayed. Schließlich haben wir doch alle die selben religiösen Wurzeln. „Alles mitnehmen“, sagt Sayed, als wir wieder im Bus sitzen. „Wir fahren nur ein kleines Stück, der Bus geht dann nach Hause, wir laufen jetzt durch den Ägyptischen Basar, dann kann jeder zum Schiff zurückgehen, wann er will.“ |
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Der Bazar von AssuanDie Lichter brennen schon, es wird langsam dunkel. Die Händler locken wie üblich: „1 Euro.“ Oder „Nur gucken, Nix kaufen.“ „Alles von Obi“, schallt es uns entgegen. Einer schreit: „Alles teuer.“ Wir müssen lachen. Er grinst auch. „Aber guttt Qualität. Frau. Kommen. Gucken. Guttt Qualität.“ Die Gewürzhändler haben angeblich ganz was Besonderes im Angebot: „Hier Viagra!“ schallt es uns von mancher Seite entgegen. Auf mein lächelndes „Inschallah kubra“ bekomme ich meist auch ein Lächeln zurück. Je weniger man sich von den Händlern provozieren lässt und auf ihr Spielchen eingeht, umso weniger wird man belästigt. Macht streckenweise richtiggehend Spaß, durch die Marktstraßen zu laufen. Außerdem brauchen wir ja noch was. Nämlich einen Kleidungstribut für heute Abend. Sollen doch alle zum orientalischen Abendessen und der anschließenden Galabah-Feier in der Landestracht erscheinen. Schon seit Tagen gibt’s Diskussionen zwischen den Paaren. Die meisten Frauen suchen eifrig aus, was sie anziehen könnten, die meisten Männer weigern sich. Diethard natürlich auch. Aber einen weißen Turban, na ja, darauf würde er sich einlassen. Ist auch praktisch, so ein Tuch, das kann ich mir anschließend über die Schultern hängen. Aber natürlich fehlt mir immer noch Kleingeld, heute will ich den Tipp vom Reiseleiter ausprobieren: Erst das Wechselgeld rausgeben lassen, und dann den Kaufpreis rausrücken. Da hängt so ein Tuch. Ich zeige drauf, der Verkäufer bindet das Teil und setzt Diethard das Ding auf den Kopf. Ich handle mit dem jungen Mann, während der Liebste grinsend in der Ecke steht. Auf 15 LE einigen wir uns. Ich halte dem Verkäufer einen 50er vor die Nase: „Erst das Wechselgeld, dann kriegst du das.“ Er stutzt: „Du Schlawiner.“ Ich grinse breit: „Ja, bin schon 5 Tage in Ägypten, das hab ich von euch gelernt.“ Und tatsächlich, es dauert zwar seine Zeit, ein anderer Verkäufer muss angeblich in einen anderen Laden, Wechselgeld holen, aber ich bleibe hart. Schließlich habe ich vier Kinder und bin an eine gewisse Konsequenz gewohnt. Seufzend gibt der Junge nach und zieht die 35 LE aus der Tasche, die ich genau nachzähle, bevor ich ihm den 50er in die Hand drücke. Er lächelt breit, ich auch, das Spielchen macht Spaß, man muss halt nur die Regeln kennen. Und Zeit und Geduld haben... Wir schlendern weiter. Schön ist das in der Dunkelheit. Eine ganz andere Atmosphäre wie am Tag. Wir kommen vorbei an Läden mit Gewürzen, die auf Tellern zu Kegeln aufgeschichtet sind - alle Farben, rot, gelb, ein intensives Blau, Indigo ist das. Daneben hängen Schuhe, steht eine uralte Nähmaschine, Kaftans in allen Farben, mit viel Glitzer drauf, ein Eselkarren schiebt sich durch die Straße, dort ein Fahrrad, hinten drauf ist eine Holzplatte montiert und darauf stapeln sich jede Menge Kartons. Dazwischen immer wieder Jungen mit ihrem Bauchladen „Filme, Batterien“. Das Geschäft geht sicher auch immer schlechter, schleppen doch viele Touristen inzwischen eine Digitalkamera mit sich. Immer wieder verstellt einer den Weg: mit Zigaretten in der Hand, Tüchern, Figuren, Wasserpfeifen, Sonnenbrillen. Bunte Fähnchen hängen über der Straße, in manchen Läden prangen bunte Glühbirnen, laute Musik erfüllt die Straße. Vor lauter Gucken trete ich manchmal in Schlaglöcher in der Straße, während wir den Kutschen ausweichen, die eine nach der anderen vorbeirollen oder uns um die Lastenfahrräder herumschieben. Langsam füllt sich der Basar mit Leben. Die Touristen sind fast weg, immer mehr Einheimische kommen. Es ist dunkel, es darf gegessen werden. Aus manchen Läden dröhnt laute Musik, bunte Glühlampen erleuchten die Straße, das bunte Leben, von dem Amr immer erzählt, es scheint zu beginnen. Gerne wäre ich zwei, drei Stunden später noch mal hier, um die Atmosphäre dann zu erleben. Aber jetzt wird’s Zeit, zurückzugehen ins Hotel.
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