7. Oktober: Der Anschlag |
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„Schau mal, heute hab ich die Reiseunterlagen abgeholt.“ Kurze Zeit später hören wir Nachrichten. Anschlag in Ägypten. In Taba. Auf der Sinai-Halbinsel. 30 Tote oder mehr. 200 Verletzte in Krankenhäusern. Natürlich sind wir geschockt – ausgerechnet jetzt? Aufmerksam verfolgen wir die eintreffenden Meldungen im Internet und im Fernsehen. Schnell zeichnet sich ab, dass sich die Anschläge auf dem Sinai ganz gezielt gegen israelische Touristen gerichtet haben. Sie waren zu Tausenden über die Grenze nach Ägypten gereist, um ihre Feiertage zu günstigen Preisen zu verbringen. Das Auswärtige Amt, so heißt es, warnt vorläufig vor Reisen auf den Sinai. Am Freitag ruft das Herxheimer Reisebüro bei uns an: Bis Montag können wir den Urlaub kostenlos umbuchen. Aber wohin? Der Urlaub im Betrieb ist genehmigt, wir haben uns ganz darauf eingestellt und in den letzten Wochen schon die noch verbleibenden Arbeitstage gezählt. Außerdem - wohin könnte man ausweichen? Uns fällt kein ähnlich attraktives Reiseziel ein, schließlich ist es Mitte Oktober, da wird auch der Mittelmeerraum kühler und unbeständiger, und nach all unseren Erfahrungen mit Diethard, dem „Rainman“ wollen wir kein Risiko eingehen, wieder zu frieren. Und natürlich freuen wir uns auf die Kultur, die Ägypten bietet. Und nur die anschließende Woche Badeurlaub verlegen? Nach Hurghada, den Touristenmoloch? Nein danke, das reizt uns nicht, und so entschließen wir uns über das Wochenende, unsere Pläne nicht umzuwerfen. Von Freunden und Kollegen ernten wir zuhauf besorgte Fragen („Wollt Ihr wirklich?“) und Bemerkungen wie „Wir wünschen Euch einen bombigen Urlaub“ in allen denkbaren Variationen. Doch wir bleiben fest.
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