
Freitag, 15. Juni 2007
Beatles-Walk (Soho, McCartney Office, Trident-Studios, Abbey Road)
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Beatles-Walk
Die Beatles – gerade ist es 40 Jahre her, dass das legendäre Sgt. Pepper’s Album erschienen ist, mehr als 35 Jahre sind seit der Auflösung der Beatles vergangen und während wir in London sind, feiert Paul McCartney seinen 65. Geburtstag. Und doch ist diese Zeit, diese Musik und die Schauplätze, an denen damals wichtige Momente stattfanden, noch immer Legende. Und so gibt es in London spezielle Beatles-Walks, Führungen, um solche Stellen zu besuchen.
Wir haben gleich 2 mitgemacht, den von der Big Bus Tour und Richard Porter’s „Magical Mystery Tour“, die aber in vielen Punkten sehr ähnlich waren.
Los geht der Walk mit Richard am Dominian Theatre. Hier läuft bereits seit 2002 das Erfolgsmusical „We will rock you“ mit der Musik von Queen. Ein überlebensgroßer goldener Freddy Mercury steht über dem Eingang des Theaters.
Mehr als 30 Leute sind zum heutigen Walk gekommen, die meisten sind in einem Alter, dass sie zu Beatles-Zeiten noch nicht mal geboren oder vielleicht sehr jung waren. Wir gehören eindeutig zu den Älteren.
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Denmark Street und Paul McCartneys Office
Erstes Ziel im Londoner Stadtteil Soho ist die Denmark Street. Hier ist ein Musik-Geschäft neben dem anderen - ein Paradies für Gitarristen, Basser & Drummer. Hier sind auch die Regent Studios angesiedelt, wo u.a. die Rolling Stones viele ihrer Songs aufgenommen haben. Spezielle Geschäfte bieten Raritäten und Vintage-Gitarren für viele 1000 Pfund an.
Wir kommen zum Soho Square, einem fast quadratischen grünen Platz mitten im bunten Straßengewirr dieses Stadtteils. In der Nummer 1 ist das Bürogebäude von mpl, McCartney Productions Limited, also das heutige Londoner Büro von Pauls Musikverlag. Zehntausende Titel gehören ihm, nur nicht die Beatles-Songs, die mal Michael Jackson und heute zum größten Teil der Fa. Sony gehören.
Schaut man in das Fenster im 1. Stock hinein, so sieht man dort eine ganze Reihe goldener Schallplatten hängen. Das Büro ist geschlossen, aber durch die Fronttüre kann man trotzdem den Eingangsbereich fotografieren. Ganz hin und wieder, so erzählt Richard, kann man hier sogar Paul höchstpersönlich treffen. Ein Bild hat er dabei, das ihn und Paul zusammen zeigt. Heute aber treffen wir ihn leider nicht, denn, so erzählt Richard, morgen sei ja Paul’s 65. Geburtstag, den er auf seiner Farm in Sussex feiern würde.
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Die Trident Studios und eine öffentliche Toilette
Weiter geht es in eine kleine Gasse, wo sich die Trident Studios befinden. Hier haben sogar die Beatles einige Songs aufgenommen, Hey Jude zum Beispiel oder Dear Prudence. Im Gegensatz zu ihrem „Hausstudio“, den EMI Abbey Road Studios, hatte man hier Mitte der 60er Jahre bereits ein 8-Spur-Aufnahmegerät, während die EMI immer noch nur 4 Spuren zur Verfügung hatte. Viele bekannte Songs sind in diesem unscheinbaren Bau entstanden: Neben den Beatles-Songs z.B. Cold Turkey von John Lennon's Plastic Ono Band, George Harrison's My Sweet Lord, Ringo Starr's It don't come easy, Walk on the wild side von Lou Reed, Queen's Bohemian Rhapsody sowie viele andere Songs z.B. von Carly Simon, James Taylor oder David Bowie.
Weiter geht’s zu einer anderen "historischen Stätte" - diesmal vor einer öffentlichen Toilette. Was denn bitte war hier? Hier spielte John Lennon in den 60ern in einer Comedy-Show mit und trug hier zum ersten Mal seine berühmte runde Brille. Der Eingang der Herrentoilette diente als Eingang zu einem Club, und unter „Gentlemen“ hing damals ein Schild „Members Only“.
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Carnaby Street und Palladium Theatre
Ein paar Schritte weiter biegen wir in die Carnaby Street ein, in den 60ern das Mode-Mekka für Musiker und Fans. An einer Hauswand hängt ein großes Wandmosaik mit berühmten Londoner Persönlichkeiten. Dies wurde dem Beatles-LP-Cover von Sgt. Pepper's Lonely Hearts Club Band nachempfunden.
Das Palladium Theater ist ein paar Straßen weiter. Hier spielten die Beatles erstmals am 13. Oktober 1963 live in der TV-Show "Sunday Night at the London Palladium" vor ca. 15 Millionen Zuschauern. Nach der Show warteten Tausende von Fans vor dem Der Bühneneingang, um einen Blick auf die Beatles zu erhaschen. Vergeblich übrigens: wegen des großen Gedränges am Hinterausgang nahmen sie einfach den Hauptausgang.
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Das ehemalige Apple-Gebäude
3 Savile Row - das ehemalige Gebäude von Apple, der von den Beatles gegründeten Plattenfirma. Zur Zeit steht das Gebäude leer. Hier fand am 30. Januar 1969 das berühmte Roof Top Concert der Beatles statt, das den Londoner Verkehr in dieser Gegend zum Erliegen brachte. Das Roof Top Concert während der Aufnahme-Sessions für das Get Back-Album war das letzte "öffentliche Konzert" der Beatles, nachdem sie das Touren schon 1966 aufgegeben hatten. In riesigen Stadien, mit einem Equipment, das heute jede Band im Proberaum stehen hat, konnten sie sich weder selbst hören, noch bekamen die Fans irgendwas von ihrer Musik mit.
Nachdem die Polizei dann doch erschien und das Konzert abbrach, verabschiedete sich John Lennon mit den Worten: "I'd like to say 'thank you' on behalf of the group and ourselves and I hope we passed the audition!" (... ich hoffe, wir haben das Vorspielen bestanden.) Natürlich hat Richard ein Foto von damals mit dabei.
Auf dem weiteren Weg braust an uns eine weiße Stretch-Limousine vorbei. Wer auch immer darin gesessen haben mag: am meisten bewundern wir den Fahrer, der das ewig lange Teil durch die engen Londoner Straßen bugsiert.
Als nächstes kommen wir in einen Hof mit einer Kunstgalerie. Schon in den späten 60ern war hier eine Galerie, in der damals Yoko Ono eine Ausstellung hatte. Hier trafen sich John und Yoko zum ersten Mal - sie allerdings hatte damals keine Ahnung, wer John Lennon war.
Zum krönenden Abschluss der Tour müssen wir ein paar Stationen mit der Underground zur St. Johns Wood Station fahren. Die Abbey Road Studios mit dem berühmten Zebrastreifen vom Cover der Abbey Road LP stehen jetzt auf dem Programm.
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Abbey Road
Das Straßenschild ist natürlich nicht mehr original – längst haben Fans sich dieses unter den Nagel gerissen, war es doch auch auf dem LP-Cover abgebildet. Ein Beatles Walk ohne die Abbey Road Studios, so erklärt Richard mit einem kleinen Seitenhieb gegen seine Big Bus-Konkurrenz, ist wie Paris zu besuchen ohne den Eifelturm zu sehen.
Wir rufen erstmal einen Kollegen in Deutschland an. Am Abbey Road Studio steht nämlich eine Webcam, und da wir nun schon mal hier sind, wollen wir dies auch über „mitgeschnittene“ Webcam-Bilder dokumentieren.
Richard erzählt derweil etwas über die Studios und ihre Geschichte. Und wie damals, als die Bilder für’s Cover der Abbey Road LP geschossen wurden, die Straße selbstverständlich gesperrt war und der Fotograf auf einer Leiter in der Mitte der Straße stand.
So komfortabel geht’s heute nicht. Es ist viel Verkehr, wir Fans müssen uns zwischen den Autos durchschlängeln, wenn wir über den Zebrastreifen wollen. Und die Autofahrer sind sicher genervt, wenn sich dieses Spiel immer wiederholt, auch jetzt noch nach 40 Jahren.
Die Tour ist zu Ende. Robert führt uns noch zu seinem winzigen Merchandising und Coffee Shop an der U-Bahn-Station, wo es allerlei Beatles Memorabilia zu kaufen gibt.
Auch wir trinken hier noch einen schnellen Kaffee, bevor wir uns ins weitere Londoner Stadtleben stürzen.
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