Montag, 18. Juni 2007 |
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Greenwich und zurückDer letzte Tag. Unser Flieger geht erst um 20 Uhr. Schön, dann können wir noch einiges in den Tag reinpacken. Gerne würde ich noch ein oder zwei Tage bleiben, es gäbe noch so vieles, wozu die Zeit nicht reichte. Deshalb haben wir den heutigen Tag straff durchgeplant, schließlich soll sich ja auch der London Pass, den wir nicht wirklich ausgenutzt haben, noch bewähren. Klappt auch wie am Schnürchen. Frühstück. Zimmer räumen. Koffer wegpacken im Hotel. Mit der U-Bahn zum Westminster Pier. Punkt 10 Uhr sind wir da, das Schiff legt drei Minuten später ab, es ist fast ganz leer und wir haben die besten Plätze ganz vorne. Während der ganzen Tage gab es einen Wolken/Sonne-Mix, das Wetter war weitaus besser, als wir das erwartet hatten, die Regenzeiten waren kurz und meist praktischerweise dann, wenn wir im Restaurant oder in der U-Bahn waren. Heute tagsüber allerdings, so sagte der Wetterbericht, wird’s immer mal wieder regnen und ab Nachmittag herrlicher Sonnenschein sein. „Nehmt das Schiff vom Westminster Pier nach Greenwich“, hatte Lars empfohlen, die Strecke ist sehr schön und Greenwich ein netter Ort mit vielen Kneipen. Die Strecke ist wirklich schön, auch wenn sich die Sonne nicht sehen lässt. Die Fahrt dauert 70 Minuten. Als wir in Greenwich angekommen sind, auf dem Weg zum Observatorium, vorbei an der berühmten, vor kurzem ausgebrannten Cutty Sark, öffnet der Himmel die Schleusen. So lassen wir uns drinnen Zeit, um das Observatorium zu erkunden, die Sternwarte, deren Standort 1884 als Nullmeridian des internationalen Koordinatensystems bestimmt wurde. Es regnet weiter, als wir uns auf den Rückweg machen. Unterwegs in einem schönen Pub in der Nähe der Cutty Sark bekommen wir doch noch unsere Fish’n Chips. Im Moment sieht das hier ja alles sehr friedlich aus. Scheint aber auch andere Zeiten zu geben. Im Lokal stehen mehrere große Schilder mit dem Hinweis auf Überwachungskameras. An unserem Tisch warnt ein Schild vor Taschendieben, die hier im Lokal zugange seien. Daneben eine Tür, die zu Privaträumen führt und mit einem Tresorschloß gesichert ist. Würde ich doch mal gerne einen Blick reinwerfen, wie es zu anderen Zeiten hier zugeht. Gerne hätte ich auch mal – aus sicherer Entfernung natürlich – gesehen, ob und was zur Sperrstunde passiert. Inzwischen hat sich wieder die Sonne herausgewagt, wir suchen den Eingang zu einem unterirdischen Gang, der unter der Themse durchführt. Viele Stufen runter, schon ein komisches Gefühl, durch diese Röhre zu laufen, 87 Stufen wieder hoch auf der anderen Seite. Auf zur Dockland Railway Station – eine Art führerlose Straßenbahn, die sich teilweise auf Hochschienen durch Canary Wharf schlängelt. Eine schöne Aussicht hat man von hier oben. Dabei entdecken wir auch das Limehouse Bassin, das Lars uns empfohlen hatte, mit der schönen Terrrasse direkt am Wasser und dem tollen Out-door-Barbecue. Zu spät. Die Zeit reicht nicht mehr.
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St. Paul's Cathedral und Tate ModernWir fahren zur St. Pauls Cathedral, ein tolles Gebäude mit gewaltigen Ausmaßen, aber die rechte Andacht kommt nicht auf – mir ist es einfach viel zu voll und zu laut. Vorne am Altar hüpft eine Kindergartenschar auf den Fliesen herum, hinter uns kichert und quatscht eine Teenie-Klasse lautstark, eine regt sich auf, was für eine "Scheiße" das ist, hier rumzuhocken. Fotografieren darf man hier natürlich auch nicht drin. Eine Stunde haben wir noch. Nicht viel, aber es reicht, um sich einen kleinen Eindruck vom Tate Modern zu verschaffen. Also laufen wir noch einmal über die Millenium Bridge auf das südliche Themse-Ufer. Die Tate Modern - von außen wirkt sie wie ein Industrie- oder Hafenbau, was aber sicher von ihren Schweizer Architekten beabsichtigt war - ist die führende Galerie moderner Kunst in Großbritannien, und eine der beliebtesten Besucherattraktionen Londons. Allerdings erschließt sich uns der Reiz nicht so ganz. Etwas ratlos stehen wir vor vielen Exponaten, darunter auch von Deutschen wie Beuys. Den "Höhepunkt" der Ratlosigkeit erreichten wir vor einem Exponat mit dem Titel "Künstlerscheiße" des Italieners Piero Manzoni (hierzu gibt es sogar einen aufschlussreichen Eintrag in wikipedia). Es stellt sich uns die Frage, ob hier nicht wirklich gewisse "Künstler" ihre eigenen Apologeten verscheißern, und diese merken es nicht... Na ja, wäre mal interessant, eine Führung zu machen und die Bedeutung erklärt zu bekommen. Beim nächsten London-Besuch. Aber auch hier darf man die ausgestellten Zeugnisse moderner Kunst nicht fotografieren.
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