Sonntag, 17. Juni 2007
Der Tower und die Tower Bridge

Der Tower

Auf zur Tottenham Court Road. Von hier aus startet die „original Beatles Tour.“ Richard Porter, der diese Touren dreimal in der Woche durchführt und einen eigenen kleinen Beatles-Accessoires-Shop hat, wartet schon, während die Gruppe immer größer wird und mein Blick auf das Dominian-Theatre fällt, in dem „We will rock you“ läuft - schon seit 2002 ununterbrochen. Ein Musical am Abend? Eigentlich wär das doch auch schön. Während Richard kassiert, fragt Diethard nach, ob es noch möglich ist. Sonntags leider keine Vorstellung. Hmm, selbst schuld. Hätte uns ja auch früher einfallen können. (Die Beschreibung des Beatles-Walk findet sich hier.)

Noch ein Kaffee, dann wird’s aber wirklich Zeit, den London-Pass weiter „abzuarbeiten“. Also ab in die U-Bahn zum Tower. Zwischendurch die Suche nach einer Toilette. Gar nicht so einfach, weil an den meisten U-Bahn-Stationen keine vorhanden ist. Es gibt zwar recht viele public toilets, aber nicht unbedingt dann, wenn man sie unbedingt braucht.

Der Tower steht nun auf unserem Programm. Mit dem London Pass müssen wir den mittleren Eingang nehmen, um Schlangen zu vermeiden, steht da. Leider gibt’s überhaupt keine Schlange, der Andrang ist erstaunlicherweise heute am Sonntag nicht so groß. Drinnen gibt’s natürlich Gedrängel, vor allem vor den Kronjuwelen und in der Folterkammer. Grausam, wie erfindungsreich Menschen schon immer waren, wenns drum geht, anderen weh zu tun.

Wir sind letztendlich nicht so beeindruckt wie erwartet. Erst sehen wir alte Waffen und Rüstungen, dann die weltberühmten Kronjuwelen (in diesem Hochsicherheitstrakt mit vielen superteuren, aber in unseren Augen eher kitschigen Klunkern darf man nicht fotografieren). Selbst die berüchtigten Folterkammern und -instrumente sind so aufgemacht und präsentiert, dass kaum Schreckensgefühle aufkommen.

Auch die bekannten Tower-Raben sehen wir, die dort mit gestutzten Flügeln (hierzu gibt es eigens einen sog. Ravenmaster) seit Jahrhunderten gehalten werden. Vor einem Teil steht ein Wachsoldat. Eine Patroullie kommt im Stechschritt vorbei und nach einem sicher ebenso jahrhundertealten Zeremoniell wird der Wachsoldat abgelöst, englisch-zackig, und doch liegt dem einen Soldaten ein (hier fast befremdlich wirkendes) Lächeln auf den Lippen...

 

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Tower Bridge Exhibition

Auf zur Tower Bridge Exhitbition. Der London Pass verspricht uns einen tollen Blick von der Brücke über ganz London. Vorher stärken wir uns mit einem Eis. Satte 1,75 Pfund (ca. 2,50 Euro) für eine Kugel. Na ja, London gilt nicht nur als teuer, London ist teuer. (Dass ein Päckchen Zigaretten mit 20 Stück ca. 6 Pfund, also 9 EUR kostet, liegt nicht an London, macht die Lebenshaltung aber auch nicht gerade billiger...)

Die Exhibition enttäuscht mich. Ich hatte mir vorgestellt, dass man da oben frei laufen und die Aussicht ungehindert genießen könnte. Aber die beiden Brückengänge über der Themse sind verglast und die dicken Pfeiler behindern den Blick. Von der Brücke selber sieht man von oben gar nichts.

Dennoch ist es eine beeindruckende technische Leistung, man dort Ende des 19. Jahrhunderts vollbracht hat. Den Besuch im Maschinenraum hingegen empfand ich auch als technisch uninteressierter Mensch durchaus beeindruckend.

Als wir die Brücke wieder verlassen, stutzen wir: Wozu ist sie eigentlich gut? Wenige 100 m stromaufwärts geht die London Bridge über die Themse, und hier passt kein Schiff mehr durch? - Später erfahren wir, dass früher "hinter" der Tower Bridge große Hafenanlagen vorhanden waren, die heute nicht mehr gebraucht werden.