Donnerstag, 14. Juni 2007 |
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SohoAuf nach Soho. Rote Telefonhäuschen gehören zum Straßenbild. Hübsch auch die gepflegten, bunt bepflanzten Blumenampeln, die auf Simsen im ersten Stockwerk oder an den Laternen angebracht sind. Wie werden die Dinger gegossen und gepflegt? Das macht das government, erfahre ich später. Auf den Straßen locken Stände mit frischem Obst, Säften, Fingerfood, und viele Kneipen warten auf uns. Da sitzen wir, draußen vorm Pub auf einem kleinen Bürgersteig, studieren die Time Out, das Freizeitmagazin für London, sind erschlagen von diesem riesigen Angebot und lassen lieber die Szene hautnah an uns vorüberziehen. Viel schöner als Fernsehgucken, dieses Gewirle und Gewusele mit den abgedrehten Klamotten. Viele haben das Handy am Ohr. Ein paar Meter weiter quetscht sich eine Männerhorde nebeneinander auf dem schmalen Bürgersteig zusammen, ein Bier in der Hand. Eine Schwulenkneipe? Wahrscheinlich eher nicht. Später sehen wir noch viele solcher Versammlungen. Sieht nach Feierabend-Talk aus. Fast immer sind es in der Mehrzahl Männer, nur wenige Frauen im Businessdress und Stöckelschuhen dazwischen, die Handtaschen liegen auf einem Berg mitten auf der Straße. Nicht sehr bequem, diese stundenlange Steherei, aber sicher kommunikativ.
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MayfairWeiter gehts nach Mayfair, der Gegend zwischen Piccadilly, Hyde Park, Oxford Street und Regent Street. Das ideale Jagdrevier für Shopaholics, zu denen wir sicher nicht gehören, aber trotzdem mal hineinschauen wollen. Hier findet man teure Boutiquen und alteingesessene Traditionsgeschäfte, bekannte Designer und weltberühmte Auktionshäuser, erstklassige Kunstgalerien und Edelrestaurants, Luxushotels und Luxuslimousinen. Wir spazieren vorbei an der Burlington Arcade. Ein abschätzender Blick der Wärter am Eingang, sie drehen sich um, für solch gewöhnliches Volk wie uns bleibt das Tor verschlossen. Weiter geht’s, vorbei an weltberühmten Namen wie Aktionshaus Sotheby’s und Tiffanys. Hunger meldet sich. Wir verlassen das Nobelviertel mit den Nobelrestaurants, laufen wieder zurück nach Soho. Es fängt an zu regnen, wir gehen ins nächste Restaurant in Chinatown mit dem vielversprechenden Namen „best of town“ oder ähnlich vollmundig. Erweist sich als voller Touristentempel. Sehr geschäftig, drumrum etwas hektisch. Die Preise summieren sich. Kein Kunststück, zu zweit für Essen, Bier und Cola umgerechnet locker 60, 70 Euro hinzulegen. Das Laufen auf dem harten Straßenpflaster ist anstrengend. Ich trage einen Schrittezähler am Gürtel und obwohl wir erst am Nachmittag losgezogen sind, haben wir seither ca. 14.000 Schritte zurückgelegt, umgefähr 8 bis 9 Kilometer. Unsere Füße freuen sich, als wir wieder zurück sind. Unser Zimmer liegt zur Straße. Draußen unterhalten sich lachend Leute. Bevor ich mich lange drüber ärgern kann, schlafe ich tief und fest. |
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