Donnerstag, 14. Juni 2007
Anreise und erste Eindrücke von London (Picadilly Circus, Soho, Myfair)

Die Planung

Fünf Tage London. Von Donnerstag bis Montag. Möglichst viel wollen wir sehen, aber auch entspannen. Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten anschauen, aber auch viel Atmosphäre erleben. Plätze besuchen, wo sich Londoner Leben abspielt und weniger Touristen sind.

Wie plant man so was? Für die Sehenswürdigkeiten finden wir im Internet den LONDON-PASS, den wir für drei Tage bestellen von Samstag bis Montag inklusive der Travelcard, mit der man U-Bahn, Busse und Schiffe benutzen kann, freien Eintritt zu vielen Sehenswürdigkeiten hat und bei Warteschlangen vorgelassen wird, was laut Werbung eine große Zeitersparnis darstellen soll. Tipps zu London live bekommen wir per Mail von meinem Neffen Lars, der in der Nähe von London lebt.

Der London-Pass kommt zwei Wochen vorher. Stundenlang studiere ich das reichliche Angebot, plane hin und her, versuche, die Tipps im London-Pass mit den Tipps aus dem Dumont-Reiseführer und der Mail von Lars zu kombinieren, aber das klappt nicht so wirklich, da ich auch keine rechte Vorstellung davon habe, wie lang die Zeiten mit der U-Bahn dauern.

Fest steht auf alle Fälle, dass Diethard unbedingt am Sonntag morgen um 11 Uhr die „Magical Mystery Tour“ mitmachen und auf den Spuren der Beatles wandeln will. Ansonsten beschließen wir, den Donnerstag und Freitag zur Orientierung zu nutzen und von Samstag bis Montag gnadenlos den Pass auszunutzen.


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Erste Eindrücke

BRITISH AIRWAYS startet pünktlich um 11.30 Uhr. Im Gepäck haben wir diesmal wirklich nur das Nötigste (dazu gehört allerdings auch ein Stativ für Nachtaufnahmen), schließlich müssen wir die Klamotten durch die Londoner U-Bahn schleppen. Das SOMERSET BAYSWATER ist in der Nähe der Station Bayswater, gehört zur CIRCLE LINE und liegt damit einigermaßen verkehrsgünstig zur Innenstadt.

Das U-Bahn Netz ist wirklich faszinierend. Schnell, übersichtlich, funktionierend. Meist nur Wartezeiten von wenigen Minuten. Welch Logistik muss dahinterstecken, um ein solch riesiges Gebilde aufzubauen und am Leben zu erhalten. Trotz aller Übersichtlichkeit dauert es natürlich ein Weilchen, bis man sich zurechtfindet, und es empfiehlt sich sehr, aus Kostengründen keine Einfachfahrten zu lösen, sondern Tageskarten. Kreditkarten werden genommen, was die Sache sehr erleichtert, vor allem, solange man noch nicht gewechselt hat.

Gegen 15 Uhr Ortszeit haben wir eingecheckt in unserem großen Hotel, das einen guten Eindruck macht, unser geschmackvoll eingerichtetes Appartement bezogen und machen uns auf den Weg, London zu erkunden. Das Stativ kommt mit, Diethard will abends Nachtaufnahmen machen am Piccadilly Circus. Es ist schwül-warm, die Sonne scheint. Wir hatten uns London kälter vorgestellt.

Da sitzen wir nun mit großen Augen am Piccadilly Circus vor den berühmten riesigen Leuchtreklamen auf den Stufen am Brunnen und saugen das Leben um uns herum ein. Rote Doppeldecker-Busse mit großer Werbung drauf: „London goes smokefree on July 1th.” Na, da hat Diethard ja noch mal Glück gehabt, dass er in den Restaurants noch rauchen darf.

Großstadtsound umfängt uns. Menschenmassen. Abgefahrene Architektur und extravagante Mode. Schräge Typen und hippes Design. Hübsche Frauen mit Stöckelschuhen. Schick, aber unbequem. Wie schaffen sie es bloß, diese langen Strecken auf den Straßen und in den U-Bahn-Stationen zurückzulegen, ohne zu humpeln? Die zahllosen Flip Flops scheinen mir für solche Strecken auch nicht das richtige Schuhwerk zu sein.

Was überall auffällt, sind die vielen Überwachungskameras. Auf der Straße, an den U-Bahn-Stationen, in Lokalen und öffentlichen Gebäuden. Wie Big Brother. 500.000 Überwachungskameras gibts in London, lesen wir später.