8. Juli: Reise nach Kenia
Nachtflug um 23.15 Uhr. Das finden wir eigentlich ganz praktisch. So haben wir tagsüber noch Zeit, um in Ruhe zu packen, und können nachts im Flugzeug schlafen. Soweit der Plan, der allerdings nicht aufgeht. Denn als das Flugzeug startet, bleibt alles hell erleuchtet, die Stewardessen servieren Drinks und kurz nach Mitternacht ein Abendessen. Gleichzeitig läuft ein TV-Programm an mit drei Spielfilmen hintereinander, zum Glück ist der Ton nur über Kopfhörer einschaltbar. Abräumen – bis die Lichter ausgehen, ist es längst zwei Uhr morgens vorbei, wenige Stunden später wird bereits das Frühstück serviert. Und dann müssen auch noch die vielfältigen Formulare für die Visa ausgefüllt werden.Die Uhr stellen wir um eine Stunde vor – pünktlich um 8.10 Uhr Ortszeit landen wir in Mombasa. Aussteigen und Anstellen fürs Visum. Die Condor war voll besetzt, drei lange Schlangen finden sich an den Schaltern ein und warten. Es dauert. Trotz der ausgefüllten Papiere und der abgezählten 50 US Dollar Visumsgebühr pro Person.
Die Koffer drehen längst ihre Runden, unsere sind durch die selbst bemalten Kofferbänder deutlich von all den anderen unterscheidbar. Ein Griff und weg nach draußen. Die Temperatur ist ähnlich wie bei uns momentan in der Pfalz. Warm, schwül, allerdings weht ein angenehmer Wind.
Das „Felix-Safaris-Schild“ heißt uns willkommen. 4 Erwachsene und 2 Kinder werden mitfahren in die Lodge, das wissen wir. Ein Mann aus der Gruppe, Peter, kommt dazu. „Uns fehlt ein Koffer. Die Frauen sind noch drin beim Zoll. Sie klären das noch.“
Gemeinsam mit unserem netten Fahrer, George, warten wir draußen am Parkplatz, die ersten Gespräche beginnen, die Verständigung läuft ausschließlich in Englisch. Wir erfahren, dass es in Kenia 42 Stämme gibt, von denen jeder eine andere Sprache spricht. Die Massai sind zwar der berühmteste Stamm, aber auch einer der kleinsten. Er ist nur deshalb so berühmt, weil die Massai ihre Traditionen bis heute hochhalten. Damit die Stämme sich untereinander verständigen kann, wachsen die Kinder dreisprachig auf – mit der Stammessprache, mit der Landessprache Kisuaheli, die jeder versteht und mit Englisch.
„Wir sind jetzt auch eine Familie“, lächelte George. „Deshalb warten wir auf die anderen, bis sie ihren Koffer wieder haben. Wir fahren mit 2 Autos gemeinsam in die Lodge.“ Zwei Stunden später ist der Koffer wieder da. Ein Fluggast, der zum Glück in einem nur 15 Kilometer entfernten Hotel untergebracht war, hatte ihn gegriffen. Wir klettern in den 8-sitzigen Wagen, 170 Kilometer liegen vor uns.
Wir fahren durch Mombasa, die zweitgrößte Stadt Kenias. Ihr Tiefseehafen ist der bedeutendste an der ostafrikanischen Küste. Mombase wurde auf einer soliden Korallenriffinsel erbaut. Eine Brücke verbindet sie mit der Nordküste, während die Südküste nur über eine Fährverbindung erreichbar ist. Der Alte Hafen war früher das Zentrum der Stadt. Hier gingen große Dhaus aus Arabien, Indien und Persien vor Anker, um Fracht zu entladen und Sklaven und Elfenbein an Bord zu nehmen. Heute ist Mombasa ein Nebeneinander von Gestern und Heute. Vier riesige Elefantenzähne, die die Moi Avenue überspannen, sind Mombasas Wahrzeichen.
Neugierig sammeln wir die ersten Eindrücke: baufällige Wellblechhütten, holprige Straßen, Frauen mit Lasten auf den Köpfen, in bunte Tücher gehüllt. Straßenstände voller Kleidung, Schuhe, Pfannen. Garküchen am Wegesrand. Mopeds knattern dazwischen, Männer schieben Karren mit Melonen bepackt, oder als fahrbare Kleiderständer umgebaut.
Die Wellblechhütten werden weniger. Der Wagen holpert die Straße entlang. „Das ist der Highway, die Straße von Mombasa nach Nairobi, eine gute Straße,“ lächelt George. Ein paar Bananenstauden und kleine Palmen, immer mehr trockene Landschaft begleitet uns, viele verschrammte Autos begegnen uns, der Linksverkehr ist für uns gewöhnungsbedürftig, der allgemeine Fahrstil rücksichtsvoll. George, der uns während unseres ganzen Aufenthaltes begleitete, erweist sich als guter Fahrer.
Unterwegs machen wir Rast. In einem großen Shop, der viele schöne afrikanische Sachen führt. Die großen Giraffen hatten es mir angetan, die hätten gut in unsere Wohnung gepasst – aber nicht in die Koffer. Weiter geht‘s, zur letzten Etappe. Insgesamt sind wir nun 18 Stunden unterwegs und freuen uns auf eine Dusche.
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