Inhalt



Urlaub in Kenia 2011

8. Juli: Reise nach Kenia

9. Juli: Ankunft in der "Red Elephant Safari Lodge"

9. Juli: Gärtnerführung durch die Lodge

Beobachtungen am Wasserloch

10. Juli: Besuch im Dorf

10. Juli: Erste Fahrt in den Tsavo-East Nationalpark

11. Juli: Frühpirsch in den Park

11. Juli: Zweite Pirsch am Abend

12. Juli: Besuch bei den Massai

12. Juli: Lokale Entwicklung

12. Juli: Schule und Lagerfeuer

13. Juli: Zum Amboseli-Park

14. Juli: Amboseli-Park

15. Juli: Salt Lick Lodge

16. Juli: Afrikanisch Kochen

16. Juli: Eine Fahrt nach Voi

17. Juli: Kirchenbesuch und Ausflug nach Wundanyi

18. Juli: Besuch bei einer Sisal-Fabrik

18. Juli: Fahrt nach Mombasa

19./20. Juli: In der Diani Beach

20. Juli: Besuch in Ukunda

20. Juli: Besuch in Ukunda Teil 2

21. Juli: Ausflug nach Wasini Island Teil 1

21. Juli: Ausflug nach Wasini Island Teil 2

22./23. Juli: Ein Kenia-Urlaub geht zu Ende




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12. Juli: Lokale Entwicklung

Die neueste Zeitung liegt im Jeep. Eine Meldung über den Hunger. Seit 1995 gäbe es eine anhaltende Trockenheit, ein Drittel der Menschen in Kenia hungert. Wieder einmal erfasst mich tiefe Dankbarkeit, dass wir in einem sicheren Land in so guten Verhältnissen leben. Was wir so selbstverständlich nehmen, vom fließenden sauberen Wasser bis zur gleichberechtigten Behandlung von Frauen, bleibt für einen großen Teil der Menschheit ein unerfüllbarer Traum.



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Wir fahren zurück in die Lodge. Das Mittagessen steht für uns bereit. „Um 14.00 Uhr fahren wir nach Sagallah“, verkündet Ronny und macht uns bekannt mit Patrick, einem Ranger, der im Tsavo East Park arbeitet und in Savallah wohnt. „Er kennt das Dorf und kann es viel besser zeigen.“

Patrick beeindruckt uns tief. Ein kluger Visionär, der viel tut für sein Dorf. Denn das leidet unter den Parks, in denen viele Tiere angesiedelt sind und sich vermehren. Die Elefanten kommen ins Dorf und zerstören Häuser der Locals. Einen Ausgleich seitens der Regierung gibt es nicht. Die Locals müssen sich selbst helfen. „Ärgern nützt uns nichts. Wir müssen neue Ideen entwickeln,“ sagt Patrick.

Eine dieser Ideen ist es, Touristen in das entlegene Dorf einzuladen. Allerdings verirren die sich selten hier her. Deshalb werden wir sehr freundlich empfangen, mit einem fröhlichen Tanz, den ich natürlich auch mitmache. Ob sie Twist können? Großes Gelächter, gemeinsam wird getwistet.

Ich verteile Bonbons, die Frauen bekommen Geld. Sie sind allesamt nicht aufdringlich, das gefällt mir sehr. Ich hasse es, bedrängt oder gar angefasst zu werden von Leuten, die mir was verkaufen wollen. Bei den ersten Reisen in solche Länder fühlte ich mich verärgert, inzwischen habe ich dazu eine andere Einstellung entwickelt und kalkuliere von vornherein Trinkgelder in den Reisepreis mit ein. Ich weiß ich, dass sie ja von irgendwas leben müssen.

„Wir machen handgeschöpftes Papier“, sagt Patrick. Eine kreative Idee, um Elefantendung umzuwandeln in ein wenig Geld. „Wir sind eine neue Generation“, sagt Patrick. „Wir müssen die alten Traditionen bewahren, und gleichzeitig Neues aufbauen. Ich habe gelernt, wie man Papier macht und nun lehre ich die Frauen im Dorf, wie das geht.“ Es ist ein mühsames Geschäft. Zuerst wird Elefantendung drei Stunden lang gekocht. „Wegen der Bakterien“. Anschließend mit Altpapier vermengt, im Mörser gestoßen, mit Wasser verflüssigt, größere Flusen per Hand ausgelesen, die Masse in ein Sieb gestrichen und auf einer Art Wachstuch zum Trocknen in die Sonne gelegt. Jeder einzelne Bogen entsteht auf diese Weise.

Es gibt Lesezeichen und Weihnachtskarten mit Elefantenpyramide. Sehr hübsch. Aber was soll man mit den einzelnen Papierbögen anfangen? „Sucht euch doch einen local artist“, meint Diethard, „der sie bemalt – mit modern african Art – das wäre doch ein schönes leichtes Mitbringsel, das in jeden Koffer passt.“ Eine Idee, die Patrick gut gefällt. „In euer Dorf kommt ja kaum ein Tourist,“ meine ich. „Vielleicht könnt Ihr solche Bilder ja in der Red Elephant Safari Lodge verkaufen oder vielleicht auch im deutschen Restaurant, das „Pappa Felix“ betreibt?

Wir nehmen ein paar Karten mit, um sie Bekannten zu zeigen. Vielleicht fallen uns ja noch Adressen ein, die wir Patrick weitergeben können. Jetzt fahren wir erst mal weiter zu einer großen Schule, die er mit einer Hilfsorganisation unterstützt. Sein großer Traum ist es, die Schule mit 6 Laptops auszurüsten und andere Leute im Dorf zu lehren, wie man damit umgeht. Wie viele solcher Geräte liegen bei uns ungenutzt in den Kellern, hier würden sie wertvolle Dienste leisten. Aber wahrscheinlich wäre der Transport viel zu teuer und zu kompliziert. Und wer weiß, wo die Geräte landen würden? Korruption ist auch in Kenia ein großes Problem.



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