Inhalt



Kuba-Rundreise 2012

Flug nach Holguin

Hotel in Don Lino und Kubanische Standards

Birán – Fidel Castros Geburtsort

Kubanischer Alltag in Holguin

Bariay, Indianertänze und geworfenes Eis

Besuch in Holguin

Stadtbesichtigung in Bayamo

Im Hotel in Bayamo

Bayamo – Las Tunas – Santa Lucia (ca. 170 km)

Santa Lucia

Camagüey

Sancti Spiritus und das Tal der Zuckermühlen

Trinidad

Cienfuegos und Fahrt nach Havanna

Havanna

Havanna: Rummuseum und Altstadt

Kutschfahrt durch Havanna

Buena Vista Social Club

Havanna – Viñales – Havanna (410 km)

„Mural de la Prehistoria“ und Vinales

Auf Hemingways Spuren

Festung „San Carlos de Cabana“ und die Altstadt

Havanna – Guamá – Santa Clara - San José del Lago (425 km)

Che Guevara Memorial in Santa Clara

San Jose del Lago – Guardalavaca (460 km)

Ausgesperrt im Hotel Brisas

Entspannende Tage im Hotel Brisas

Auf dem Weg nach Hause

Kuba heute und morgen




Zu unseren anderen Reiseberichten, Impressum etc.

5.12.2012

Flug nach Holguin

Der Flug


Mit dem Zug zum Flug – das heißt: Der Wecker klingelt morgens um 4:15 Uhr. Auf nach Frankfurt zum Condor-Schalter. Um 10:45 Uhr soll es losgehen. Soll. Doch irgendwann kommt die Information: Das Wetterradar am Flugzeug funktioniert nicht. Es gibt Verspätung. Wie lange? Eine Mitreisende ruft zu Hause an und erfährt, dass im Internet bereits steht, wie viel Verspätung wir haben und von welchem Gate wir starten. Wir, die hier warten müssen, bekommen das allerdings nicht mitgeteilt.

Nun kommt eine blecherne Durchsage. Haben wir da unseren Namen gehört? Ja. Mr. und Mrs. Wehn werden zum Schalter gebeten. Oops, ist was nicht in Ordnung? Alles gut, wir bekommen ein Upgrade auf die Premium Economy Class. Das hört man doch gerne. Später erfahren wir von der sympathischen Kubanerin, die neben uns sitzt, dass diese Sitze 100 Euro mehr kosten. Dafür gibt’s mehr Beinfreiheit, besseres Essen und Getränke.

Wir starten schließlich mit 2,5 Stunden Verspätung, 10,24 Stunden Flugzeit sind zu bewältigen, knapp 8.000 km liegen vor uns.

Holguin


Flug nach Holguin27 Grad und Sonne, als wir in Holguin landen. Das lässt sich doch gut an. Die Gepäckausgabe dauert sehr lange, aber beide Koffer sind schließlich da. Draußen empfängt uns unser Guide Gloria, eine sympathische 50jährige, die sehr gut Deutsch spricht. „Wir haben ein anderes Hotel für sie gebucht. Das Hotel Pernik in Holguin ist durch die Baseballmannschaften belegt. Aber Ihr neues Hotel liegt am Meer und wird Ihnen besser gefallen.“ Gute Nachricht. Denn wir haben vorher im Internet die Bewertungen über das Pernik gelesen und die waren durchweg negativ.

Inzwischen ist es dunkel geworden. Wir sind die letzten, die den Bus betreten. Vorne ist noch Platz frei. Da sitzen sympathische Leute, gleich werden die ersten Kontakte geknüpft. Unser Ersatzhotel liegt nicht in Holguin, sondern am Strand von Don Lino. Knapp eineinhalb Stunden schaukeln wir nun durch die auffallend dunkle Gegend, vorbei an unbeleuchteten Fahrrädern auf der Landstraße, wenig Verkehr, die Straßen sind einigermaßen gut. Kurz vorm Hotel stoppt der Bus und fährt ganz langsam – hier fließt ein Fluss – teilweise über die Straße, denn es hat viel geregnet in den letzten Tagen. Doch wir kommen sicher rüber.

Don Lino


Schließlich kommen wir in unserem Ersatzhotel an, dem Villa Islazul Don Lino. „Im Hotel können Sie Geld wechseln“, hatte Gloria versprochen. Doch das funktioniert leider nicht. „Leider, durch die kurzfristige Änderung klappt das nicht“, stellt Gloria vor Ort fest. Nun, wir haben ein All-Inclusive-Hotel, kommen also ohne Geld durch den Abend, und Kofferträger, für die wir Trinkgeld bräuchten, gibt’s hier auch nicht. Wir sind in einem sozialistisch geprägten Land. Die Touristen kümmern sich selbst um ihre Koffer.

„Bitte gehen Sie einfach die Straße weiter,“ sagt Gloria. Wir holen die Schlüssel ab und machen uns auf den Weg, vorbei am beleuchteten Restaurant und dem Swimmingpool. Sieht hübsch aus. Holzhäuser säumen den Weg. Aber es steht keine Nummer dran. Keiner weiß, wohin.


Größere Kartenansicht

Nachdem die ersten Touristen wahllos an den Häusern versuchen, ob ihre Schlüssel passen, kommt jemand, der uns den Weg weist. Bzw. weisen will, so ganz weiß er auch nicht, wo die einzelnen Häuser sind. So stolpern wir – nach ca. 22 Stunden Reisezeit mit dem gesamten Gepäck etwas planlos durch die dunklen Wege. Wo ist die Taschenlampe? Einige Gäste haben sie griffbereit, so können wir uns einigermaßen orientieren.

Schließlich finden alle mit vereinten Kräften ihre Wohnung für die kommenden zwei Nächte. Nett eingerichtet und geräumig, mit Bad und Terrasse, einigermaßen okay von der Sauberkeit. Dass die Klimaanlage nicht funktioniert, ebenso wenig die mit 220 V beschriftete Steckdose, das merken wir erst später, als wir versuchen, diverse Ladegeräte irgendwo anzuschließen oder den Fön einzuschalten, denn dann geht sofort das Licht aus. Nun, wir haben unsere Taschenlampen. Und Hunger. Also machen wir uns auf ins Restaurant. Das Essen ist okay, die Gesellschaft sehr nett. Noch in die Bar, eine Band spielt, die Frauen tanzen ein wenig Salsa. Noch ein Cocktail, noch ein Bier. Müde fallen wir ins Bett.




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