10. Juli: Erste Fahrt in den Tsavo-East Nationalpark
Zum Mittagessen sind wir zurück in der Lodge. Die Gruppen trennen sich, die 6 anderen Deutschen haben heute frei, weil sie morgen auf große Safari gehen, wir brechen um 16.00 Uhr neugierig zu unserer ersten Pirschfahrt auf im Tsavo, dem größten Nationalpark Kenias, der links und rechts entlang der Hauptstraße von Mombasa nach Kairo liegt.Tsavo-East Nationalpark
Der Tsavo-Nationalpark ist mit fast 22.000 qkm der größte Nationalpark in Kenia. Der östliche Teil ist mit knapp 12.000 qkm etwas größer als der westliche.Der Park wird durch Gras- und Buschsavannen und halbwüstenartige Steppen geprägt. Er zeichnet sich durch seine besondere Artenvielfalt an großen Tieren aus. Bekannt ist Tsavo vor allem für die große Elefantenpopulation (die größte in Kenia) und seine Löwen. Die "roten Elefanten vom Tsavo" verdanken ihrer Farbe der roten Erde im Nationalpark.
Tsavo-East bei wikipedia
Natürlich wollen wir auch die berühmten Big Five sehen – Elefanten, Büffel, Rhinozeros, Löwen und Leoparden. Wobei anscheinend Löwen seltener zu sehen sind und Leoparden erst recht.
Ein „secretary-bird“ begegnet uns als erstes. Viele Elefanten, eine Herde ganz nah trinkend am Wasserloch. „Wenn sie Babys dabei haben, muss man aufpassen“, sagt George und hält respektvollen Abstand. Der größte Elefant kommt drohend auf uns zu, George legt sachte den Rückwärtsgang ein und wartet, bis die Elefanten sich zurückziehen.
Gazellenböcke springen vorbei, dik-diks kreuzen den Weg, in ganz weiter Ferne oben auf dem Berg räkelt sich ein Löwe, mit dem Fernglas lassen sich die Umrisse erkennen. Mit dem Fernglas sichten wir auch Zebras und Giraffen, Büffel stehen am Wegesrand und im Gras beobachten wir fasziniert einen männlichen Strauß, der einen Balztanz aufführt. Vielleicht drei, vier Minuten Tanz, schon ist die Dame bereit, legt sich ins Gras und ein, zwei Minuten später ist die Sache erledigt, der Strauß trollt sich davon. So einfach kann das gehen...
Inzwischen ist die Sonne untergegangen, wir machen uns auf den Nachhauseweg, fasziniert von den neuen Eindrücken. Faszinieren lassen wir uns anschließend auch wieder auf der Terrasse von dem Naturschauspiel direkt vor unserem Haus, mit den roten Elefanten an unserem Wasserloch.
Es ist Zeit zum fröhlichen Abendessen in der Runde. Wir sind immer noch die einzigen Gäste, die sechs Deutschen fahren morgen auf Safari. Ob wir dann alleine hier sind? Ronny lächelt sein strahlendes Lächeln und lässt die weißen Zähne blitzen. „Morgen kommen andere, nur für eine Nacht.“ Okay, lassen wir uns überraschen. Heute Abend sitzen wir erst mal an der Bar zusammen. Auf dem Rückweg zu unserem Buschhaus geleitet uns wieder der Massai mit einem freundlichen Lächeln. Der Weg ist zwar beleuchtet und wir haben eine Taschenlampe dabei, aber die Geste ist nett, wie überhaupt das ganze Personal uns sehr zuvorkommend behandelt.
Ob ein deutscher Besitzer die Lodge strenger führt als ein kenianischer? Das werden wir nicht mit Gewissheit erfahren, aber wir fühlen uns jedenfalls sehr wohl und haben den Eindruck, dass hinter den Kulissen alles dafür getan wird, dass sich die Gäste wohl fühlen.
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