19./20. Juli: In der Diani Beach
Wir fahren zum Hotel, es liegt auf der Südseite und wir müssen mit der großen Fähre übersetzen. Fußgänger in rauen Mengen strömen darauf, sie können die Fähre gratis nutzen, nur die Autofahrer zahlen. Wir haben Glück, die Wartezeit ist kurz und die Fahrt dauert nicht mehr lang, bis wir unser Hotel erreichen. Wir verabschieden uns herzlich von George. Wahrscheinlich werden wir ihn am Donnerstag noch einmal sehen, da wir noch eine Tagestour gebucht haben.Diani Beach und Diani Sea Lodge
Diani Beach ist ein etwa 25 Kilometer langer, sanft abfallender, weißer Sandstrand des Indischen Ozeans in Kenia. Er liegt rund 35 Kilometer südlich von Mombasa.Dem Strand vorgelagert sind Riffe, die sowohl die Haie fernhalten, als auch die Wellen des Meeres brechen. Die Riffe sind beliebte Tauchgebiete.
Das Diana Sea Lodge ist ein Hotel unter deutscher Leitung, das 115 Bungalows und 10 Zimmer bietet. Im 40.000 qm grossen Tropengarten mit altem Baum-bestand sind die im arabischen Stil gehaltenen Bungalows in kleinen Gruppen verteilt. Die Liegewiese reicht direkt bis an den weißen Sandstrand heran.
Diani Beach bei wikipedia
Website Diani Sea Lodge
Na, das ist ja noch mal gutgegangen. Wer diese Nacht hier zahlt, werden wir später klären. Jetzt gehen wir erst mal zum verlockenden Mittagsbüfett, schöne Auswahl, lecker zubereitet, freundlich serviert.
Danach erkunden wir die Anlage, hier kann man es wirklich aushalten. Vorne am Strand gibt’s noch freie Liegestühle unterm schattigen Palmendach, der Blick aufs weite Meer, ein Cocktail aus der Strandbar. Das Leben ist einfach schön…
Dienstag
Wann sollen wir umziehen? „Der Hotelmanager kommt gleich, um mit Ihnen zu reden,“ sagt der Chef an der Rezeption. „Gehen Sie einfach zum Frühstück oder an den Strand, er wird Sie finden.“ Na dann, lassen wir uns finden. Wir haben ja ein schönes Dach über dem Kopf.
So genießen wir den Tag. Ein langer Strandspaziergang, begleitet von Verkäufern. Gut gelaunt gelingt es uns, sie auf nette Art abzuwimmeln. Ein paar Meter später spricht uns ein junger Mann an, mit einem Rucksack auf dem Rücken. Was er uns verkaufen wolle, frage ich. Er lacht: „Nichts verkaufen, ich möchte gern mein Deutsch verbessern.“
Er erzählt uns, dass er einen zweimonatigen Deutschkurs gemacht hat. Erstaunlich, wie gut sein Wortschatz und seine Grammatik schon sind. Seine Motivation, Deutsch zu lernen, ist groß. Ob wir vielleicht ein Englisch-Deutsch-Wörterbuch dabei hätten, das wir nicht mehr bräuchten? Das wäre für ihn ein großer Schatz. Leider haben wir das nicht, aber ich biete ihm an, die vielen Zeitungen in der Hotelbibliothek durchzusehen, ob irgendwas dabei ist mit brauchbaren Artikeln, in denen er sein Deutsch üben und Informationen holen kann über andere Länder.
Der 27-jährige hat eine Frau und eine fünfjährige Tochter und träumt von einem Job als Kellner in unserem Hotel. Deutschkenntnisse allein genügen nicht. Er muss ein Zeugnis darüber vorlegen. Um das zu bekommen, muss er einen 6-monatigen Kurs absolvieren, den er selbst bezahlen muss. Das Schulgeld für zwei Monate konnte er bisher zusammenkratzen. 2000 KSH kostet es pro Monat, umgerechnet 16 Euro, sagt er.
Der junge Mann beeindruckt uns sehr mit seinem Lernwillen, seiner Wißbegierde und seiner ruhigen höflichen Art. Ob er am nächsten Tag wieder kommen könne und uns ein wenig von der Umgebung zeigen könne, fragen wir ihn. Ja, gern, nickt er. Er würde uns zeigen, wie er wohnt und uns in die Schule mitnehmen.
Wir trennen uns, gehen zurück in unser komfortables Hotel, genießen die Cocktails, die Sonne, den Strand, das leckere Essen und die abendliche Tanzvoführung und beschließen, ihm 3 Monate Schule zu finanzieren. Ich suche die Hotelbibliothek durch, zwischen all den Frauenzeitschriften und der Regenbogenpresse älteren Datums, die die Hotelgäste abgelegt haben, finden sich einige Focus, Stern, Spiegelhefte - mit einem prallgefüllten Rucksack ziehe ich von dannen, den ich ihm am nächsten Tag mitbringe.
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