Inhalt



Urlaub in Kenia 2011

8. Juli: Reise nach Kenia

9. Juli: Ankunft in der "Red Elephant Safari Lodge"

9. Juli: Gärtnerführung durch die Lodge

Beobachtungen am Wasserloch

10. Juli: Besuch im Dorf

10. Juli: Erste Fahrt in den Tsavo-East Nationalpark

11. Juli: Frühpirsch in den Park

11. Juli: Zweite Pirsch am Abend

12. Juli: Besuch bei den Massai

12. Juli: Lokale Entwicklung

12. Juli: Schule und Lagerfeuer

13. Juli: Zum Amboseli-Park

14. Juli: Amboseli-Park

15. Juli: Salt Lick Lodge

16. Juli: Afrikanisch Kochen

16. Juli: Eine Fahrt nach Voi

17. Juli: Kirchenbesuch und Ausflug nach Wundanyi

18. Juli: Besuch bei einer Sisal-Fabrik

18. Juli: Fahrt nach Mombasa

19./20. Juli: In der Diani Beach

20. Juli: Besuch in Ukunda

20. Juli: Besuch in Ukunda Teil 2

21. Juli: Ausflug nach Wasini Island Teil 1

21. Juli: Ausflug nach Wasini Island Teil 2

22./23. Juli: Ein Kenia-Urlaub geht zu Ende




Zu unseren anderen Reiseberichten, Impressum etc.

12. Juli: Besuch bei den Massai

Frühstück. Immer das gleiche Ritual: Obst. Toast. Eier. Um 9.00 Uhr geht’s weiter. Wir besuchen ein Massaidorf. Ich hab Kulis eingesteckt, Bleistifte, Wachsmalstifte, Spielzeug. Das Massaidorf liegt vielleicht eine halbe Stunde vom Camp entfernt, nah an der Straße. Wir werden freundlich empfangen von sympathischen Gesichtern. Das Dorf besteht aus mehreren Hütten, sauber umzäunt. Es ist überhaupt ausgesprochen ordentlich hier, nichts liegt herum. „Die Massai sind informiert, dass sie kommen. Sie freuen sich und bereiten sich auf Ihren Besuch vor“, sagt Ronny.

Der Chef zeigt uns als erstes einen großen freien eingezäunten Platz. Das Wichtigste im Dorf, es ist der Platz für die Kühe. Daneben gibt es einen kleinen Platz für die Ziegen, hier sammeln ein paar Frauen den Dung auf. Der wird zum Feuermachen und zum Häuserbauen gebraucht.

„Kommen Sie mit, ich zeige Ihnen die Hütte“. Ein niedriges Gebäude aus Lehm mit einem Lehmdach mit winzig kleinen Öffnungen. „Das sind Massai-Fenster“, lächelt der Guide. Drinnen ist es stockdunkel und erstaunlich kühl. Ein Eingang, ein Topf auf einem kleinen niederen Herd, um die Ecke ein schmaler dunkler Gang, auf der einen Seite das Bett „für Mama“, Papa schläft obendrüber in einer Hängematte, und das „Kinderzimmer“, eine gemütliche Höhle, liegt gegenüber. Sehr durchdacht, die Architektur und die Raumaufteilung.

Die Massai

Die Massai, Maasai, Maassai oder Masai sind eine ostafrikanische Volksgruppe, die in den weiten Ebenen im Süden Kenias sowie im Norden Tansanias beheimatet ist. Trotz ihres vergleichsweise kleinen Bevölkerungsanteils sind die Massai wegen ihrer weitgehend beibehaltenen halbnomadischen Lebensweise, ihrer auffallenden Kleidung und ihres Wohngebietes nahe den Nationalparks die vermutlich bekannteste Volksgruppe Ostafrikas. Obwohl sie einerseits an alten Lebensweisen festhalten, verstehen sie es andererseits, ihre Kultur zu vermarkten. Quelle: Massai bei wikipedia
„Hier ist der Kindergarten“. Ein schöner großer runder Platz unter einem schattigen geflochtenen Blätterdach, ein paar Bänke aus Bambus, ein Stehpult für den Lehrer.

„Was tun Männer, was tun Frauen?“ frage ich Ronny. Wenn ich die Übersetzung richtig verstehe, bauen die Frauen die Häuser, schleppen 3 Kilometer weit mit Kanistern das Wasser ins Dorf, kümmern sich um die Kinder, melken die Kühe, besorgen Brennholz und kochen, während die Männer aufpassen, dass die Kühe richtig weiden und Pflanzenmedizin suchen, wenn die Kinder krank werden. „Klingt so, als hätten die Frauen weitaus mehr zu tun?“, frage ich. Ronny lächelt.

Ob Massai mehrere Frauen haben dürfen? Ja. Die erste Frau sucht die Familie des Mannes aus und bezahlt den Brautpreis von 15 Kühen. Die zweite darf der Mann selbst suchen, vorausgesetzt, er kann die 15 Kühe dafür aus eigener Kraft bezahlen.

„Was bedeutet die Bemalung?“ Die wird an Festen aufgelegt, bei Beschneidungen, Hochzeiten und dergleichen, und wenn Touristen kommen. „Was haben die Kinder im Gesicht?“ Sieht aus wie ein runder Kreis, ein Stempel. Und das ist es tatsächlich. Sie werden mit einem Brenneisen gezeichnet, so dass man weiß, zu welcher Familie sie gehören. Dieses Brandzeichen bleibt das ganze Leben.

Der Massai zeigt uns auch sein Ohr, ein großes Loch ist darin. Warum? Achselzucken. Es ist eben eine Tradition. Später treffen wir andere Massais, die noch viel größere Löcher haben. Boaaah, bei dem Anblick tut einem schon alles weh.

„Komm mit“, sagt der bemalte Massai. „Wir tanzen für euch.“ Sie stellen sich in einer Reihe auf, und dann geht’s los. Mit Gesang und hohen Sprüngen aus dem Stand heraus. „Fotografieren, wenn sie hochspringen“, sagt Ronny. Die Massai haben offensichtlich viel Spaß an ihrem Tanz. Natürlich muss ich auch mittanzen. Hakuna matata – kein Problem.

„Jetzt machen wir Feuer“. Mit einem Feuerstein, einem Stab, Stroh und Kuhdung zaubern sie in Minutenschnelle ein Feuer. Auch da müssen Diethard und ich Hand anlegen. Siehe da, es klappt.

„Komm mit zum Markt.“ Die Massai verkaufen sich clever. Auf dem Weg zum Ausgang haben sie einen kleinen ordentlichen Markt aufgebaut mit Halsketten, Armbändern, Feuersteinen, kleinen Figuren, Tanzstäben. Natürlich kaufen wir auch ein paar Kleinigkeiten, eine Halskette für Diethard und mich, die wir anschließend sehr oft und gern tragen. Und einen Tanzstab nehme ich auch mit, kann ich gut gebrauchen für meinen Job, da ich als Freizeitclubleiterin oft mit einer Gruppe unterwegs bin. Einen Schirm hab ich bei diesen Gelegenheiten nie dabei, aber dieses Teil hier gefällt mir wirklich gut. Gut gefällt uns auch die Art und Weise, wie sie den Besuch aufbauen. Natürlich tun sie das, um ein wenig Geld zu generieren, aber das finde ich persönlich weitaus besser als stehlen oder betteln. Allerdings kommen sehr wenig Touristen hierher, vielleicht zehn im Monat, es hängt von der Jahreszeit ab, meint Ronny. Ich habe eine große Tasche voll Bleistifte, Wachsmalstifte und Kulis mitgebracht, das übergebe ich dem Chef. Er wird es verteilen.



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