21. Juli: Ausflug nach Wasini Island Teil 2
Das Lokal entschädigt für die Mühe. Ein herrliches Plätzchen, die Tische liebevoll mit Blumen geschmückt. Anstatt Teller liegen massive Holzbretter da, ein Holzknüppel liegt darauf. Wozu? Das verlockt doch sofort zum Spiel. Und schon fuchtelt eine Horde ausgelassener Erwachsener mit dem Stock herum, bis das köstliche Essen serviert wird. Seafood hatten wir uns gewünscht. Nun werden Riesenkrabben aufgefahren, die rustikal mit den Holzknüppeln geöffnet werden, gefüllte Taschen auf den Tisch gestellt, Pfannkuchen mit Tangfüllung und Chilisoße serviert – erst gucken alle skeptisch, doch dann stellen wir fest, dass das wunderbar schmeckt. Brot, Fisch, Früchte. Schön in dieser herrlichen Umgebung.Ein Spaziergang durchs Dorf – der führt natürlich als erstes an einem Shop vorbei, den wir schnell passieren. Eigentlich haben wir nicht wirklich Lust, in der Mittagshitze durch das Dorf zu marschieren, das die üblichen Dreckecken aufweist, vor allem die allgegenwärtigen Plastiktüten, die sich in den Ecken sammeln. Doch plötzlich stehen wir vor einem riesigen Korallengarten, Bei Flut steigt das Wasser 7 m hoch und dann ist alles bedeckt. Jetzt herrscht Ebbe, das Gelände ist trocken. Staunend laufen wir einem langen Holzsteg entlang, von dem aus man einen guten Blick auf die mystisch anmutenden Gewächse hat, in denen man viele Gestalten entdecken kann.
Der mehrere hundert Meter lange Steg wurde von den Frauen des Dorfes zusammengenagelt, erklärt Joseph. Für die Touristen. Muss eine Heidenarbeit gewesen sein, und dafür ist es auch gerechtfertigt, Eintritt zu nehmen.
Zurück waten durch den Schlamm. Auf den Stocherkahn. In die Dhau. Joseph hat schnell noch ein paar große Fische gekauft für die große Familie zuhause. Der Rest der Fahrt vergeht schnell, die Wellen sind nicht mehr allzu hoch, das Boot hält durch. Wir landen wohlbehalten wieder und sind sofort wieder von Händlern umringt. „Wir haben doch noch die vier Lunchpakete im Auto“, sagt Silke. „Geben wir ihnen die, dann haben sie wenigstens was zu essen.“ Anscheinend eine gute Idee, die Kartons werden freudig entgegengenommen und der Inhalt sofort verteilt.
Wir gehen noch in eine Höhle im Schutzgebiet, ein paar Schritte entfernt. Ein guide führt uns in die Dunkelheit und zeigt uns Kettenreste. „Da waren früher Sklaven angekettet“. Wir folgen ihm auf dem Weg in eine stockdunkle Ecke. Er zeigt auf die Decke: „Fledermäuse“. Diethard will ein paar Schritte zurückgehen, etwas fotografieren. In der Dunkelheit sieht man nicht, dass neben dem Weg mooriger Untergrund ist. Er rutscht aus, schreit erschreckt auf, versucht sich zu befreien, sinkt aber noch tiefer ein. Die ganze Gruppe sieht erschrocken zu, ich zerre ihn an der Hand heraus, und lande bei um ein Haar beinahe selbst im Matsch.
Die Höhle ist auch nicht wirklich sehenswert, so sind wir schnell wieder draußen. Spendenmüde, wie wir alle inzwischen sind, zückt niemand mehr den Geldbeutel, als der guide auffordernd vor uns steht.
Ab in den warmen Bus. Wir sind müde nach einem ereignisreichen Tag und freuen uns auf eine Dusche. Unterwegs halten wir noch kurz an einem Bookshop und tatsächlich, die Händlerin findet auf Anhieb mehrere deutsch-englische Wörterbücher. Erfreut packen wir eins ein. Morgen treffen wir Adam ja noch einmal.
Zurück im Hotel. „Fährst du uns übermorgen zum Flughafen?“ fragen wir George. Joseph verneint. „Sie fahren mit kleinem Auto. Großes Auto morgen wieder anderer Job.“ George, der bei Joseph angestellt ist, starrt ihn entgeistert an. Offensichtlich bedeutet das, dass er morgen wieder auf Tour gehen muss, obwohl er sich so auf ein paar freie Tage mit seiner Familie gefreut hat. „Warm hast du mir das nicht schon heute Morgen gesagt?“ fragt er. Joseph zuckt nur gleichgültig mit den Achseln und greift schon wieder zu seinem ewig klingelnden Handy. Kein schöner Umgang mit dem Personal…
Zeit zum verlockenden Dinner, das heute wieder draußen angerichtet ist. Danach findet eine Modenschau statt – schicke Kleider, tolle Farben. Die Temperatur ist angenehm zum Draußen Sitzen. Der Urlaub neigt sich langsam seinem Ende zu, eine gewisse Wehmut schleicht sich ein. Ich werde das Büfett sehr vermissen und die Cocktailbar…
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